UPPP-Kosten selber tragen

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Anne

UPPP-Kosten selber tragen

Beitragvon Anne » vor 14 Jahren

Hallo liebe Forums-Teilnehmer,

ich habe durch Zufall diese Seite entdeckt und hoffe, dass ihr mir mit meinen Fragen weiterhelfen könnt.

Ich bin 24 Jahre alt und schnarche schon seit Jahren. Da mich das in meinem Leben sehr stark einschränkt, möchte ich nun etwas dagegen tun und möchte mich in Mannheim operieren lassen. Im Schlaflabor wurde festgestellt, dass ich nicht an Schlafapnoe leide, sondern lediglich schnarche. Da dies aber keine Krankheit ist, wird das wohl von der Krankenkasse nicht übernommen. Habe jetzt aber dennoch den Kostenvoranschlag für die OP an die Kasse geschickt und hoffe, dass es doch noch klappt.

Wer hat denn ähnliche Erfahrungen? Und wie kann man es am besten vor der Kasse rechtfertigen, dass das sehr wichtig für einen ist? Wie stehen die Chancen, dass es übernommen wird? Und welche Zusatzkosten, außer der OP, würden auf mich zukommen, wenn ich es selber zahlen müsste (Narkosekosten, Voruntersuchung, etc.)?

Fragen ohne Ende... Ich würde mich freuen, wenn auch nur ein paar wenige davon für mich nicht unbeantwortet bleiben würden. Vielen Dank im Voraus für eure Informationen, Anne


Profil von Manfred Keller
Manfred Keller

AW: UPPP-Kosten selber tragen

Beitragvon Manfred Keller » vor 14 Jahren

Hallo Anne,
zu chirurgischen Maßnamen gibt’s wenig Erfolgschancen:
Das Schnarchen kommt meist daher, dass der obere Atemweg an einer Stelle verengt ist. An dieser Stelle erhöht sich die Atemluftgeschwindigkeit und bringt das umliegende weiche Gewebe zum Schwingen (wie wenn man durch ein Stück Fahrradschlauch bläst). Wenn diese Engstelle von vergrößerten Mandeln, oder übergroßem Zäpfchen/Gaumensegel kommt, dann hat ein Eingriff Sinn. Der Engpass kann aber auch andere Ursachen haben: die den Atemweg umgebende Muskulatur entspannt (erschlafft) im Schlaf, bei Übergewichtigen ist Fett eingelagert, die Zunge fällt im Schlaf nach hinten, ...
Sie sehen, dass es da eine Menge Möglichkeiten gibt.
Nur wenn man sicher den Ort und Grund des Schnarchens kennt, kann man etwas zu den Erfolgsaussichten (oder der Sinnlosigkeit) eines chir. Eingriffs sagen.
Selbst wenn Zäpfchen oder Gaumensegel der Grund sind, kann die Zeit nach einem Eingriff mehrere Wochen sehr schmerzhaft und unangenehm sein, es können sich Narben bilden, die das Schnarchen verschlimmern und, es kann passieren, dass man sich nach dem Eingriff laufend verschluckt, weil der Atemweg nicht mehr richtig abgedichtet werden kann.
Außerdem sollten Sie bedenken, dass es keinen HNO-Arzt gibt, der Ihnen eine Erfolgsgarantie gibt. Wenn’s denn doch eine Operation sein soll, sollte man vorher nachsehen lassen, wo der Verschluss ist. Da hat das Alfried Krupp-Krankenhaus (HNO) in Essen eine neue Methode entwickelt: Somnoendoskopie im Kunstschlaf (mit Propofol). Dabei wird man in künstlichen Schlaf versetzt und der obere Atemweg mit einem Endoskop auf den Ort des Verschlusses untersucht und gleichzeitig auf Video mit Ton aufgenommen. Nur so kann man beurteilen ob ein Eingriff Erfolg verspricht, und ob der Arzt da mit Messer/Laser oder was auch immer überhaupt hinkommt.
Diese Untersuchung machen inzwischen weitere HNO-Kliniken.
Folgende Privatklinik hat auf Ihrer guten Homepage gute Info zu den verschiedenen Möglichkeiten:
http://www.medica-muelheim.de/schnarchen.htm und auch den Kosten. Aber bedenken Sie bitte, dass das natürlich auch Werbung für die Klinik ist.
Eine weitere Methode ist die Somnoplastie, bei der Zäpfchen und Gaumensegel durch im Gewebe abgesonderte Mikrowellen innerlich vernarbt und dadurch gestrafft werden. Info:
http://www.somnolab.de/schlaf_schnarchen_therapie.html
Eine weitere nicht operative Möglichkeit besteht im Einsatz von IST-Geräten (Intraorale-Schnarch-Therapie). Das sind Biss-Schienen, die während des Schlafens getragen, den Unterkiefer vorverlagern und so den Rachen (Atemweg) spannen. Beispiel: http://www.schnarcherhilfe.de/HTML/fachinfo.html und Zahnärztlicher Schnarchschutz, bzw. SILENSOR.
"Thema verfehlt" (Titel), aber ich hoffe doch recht hilfreich
Alles Gute

Profil von Anne
Anne

Danke

Beitragvon Anne » vor 14 Jahren

Vielen Dank für die vielen weiterführenden Links, werde sie am Wochenende in Ruhe durchschauen.

Bei mir wurde schon festgestellt, dass mein Schnarchen vom verlängerten Zäpfchen und weichen Gaumen kommt, von daher dachte ich, dass eine Kürzung dieser Stellen eine wesentliche Besserung bringen sollte. Übergewicht habe ich keines und Alkohol trinke ich auch recht selten, so dass sich das nicht negativ auf mein Schnarchen auswirken kann.

Wie häufig kommt es denn zu Komplikationen im Nachhinein bzw. wie viele Schnarchen nach einer solchen OP weiter - gibt es da verlässliche Zahlen oder werden die nicht veröffentlicht, da zu kritisch?


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