Documenta 14

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Documenta 14

Beitrag von gabriele » vor 5 Monaten

Hallo,
ist noch jemand auf der Documenta gewesen oder hat vor, sie sich noch anzuschauen?
ich bin letzte Woche in Kassel gewesen, und habe sie mir angesehen.
da ich ja in Kassel geboren bin und lange gewohnt habe, bin ich mit der Documenta
aufgewachsen.
aber diesmal war ich nicht nur enttaeuscht, aber auch entsetzt.
ich persoenlich finde es die schlechteste, die ich je gesehen habe.
viel zu weitlaeufig alles auseinander. wer sich in Kassel nicht auskennt,
laeuft den ganzenTag kreuz und quer.
eine ordentliche Ausschilderung wo was ist, gibts nicht.
und der Tenor der Ausstellung ist mal wieder Krieg,Ausbeutung,Fluechtlinge,
Vertreibung usw.
und man ist anscheinend der Meinung, dass man uns normale Menschen
zum kritischen Denken erziehen muss.
ich stehe der modernen Kunst wirklich offen gegenueber, aber was ich teilweise gesehen und dann
als Erklaerung gelesen habe, war manchmal echt schwer nachzuvollziehen.
Ich habe das Gefuehl, dass einige Kuenstler mehr Zeit in ihre Erklaerung gesteckt haben ( die
sollte so kompliziert wie moeglich, am besten mit so viel Fremdwoertern wie es nur geht) als in das
Kunstwerk selbst.
eigentlich sehr schade.
aber so wie mir ging es auch vielen Anderen mit denen ich gesprochen habe.

Nun bleibt nur noch die Frage, welches der Kunstwerke diesmal von der Stadt Kassel gekauft wird,
und in Kassel bleibt.
Ich tippe auf den Obelisken :wink:

euch allen noch einen schoenen Sonntag.

Gabriele


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Re: Documenta 14

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 5 Monaten

Kassel ist mir zu weit weg. Ich schau mir lieber in der Nähe mal was an, öfter in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel
https://www.fondationbeyeler.ch/

Ich hab da schon einige Ausstellungen gesehen, zuletzt die Fotos von Wolfgang Tillmans https://www.fondationbeyeler.ch/tillmans/ . Da erging es mir, galube ich ähnlich wie Ihnen. Die Ausstellung hat mich ziemlich ratlos hinterlassen. Etliches fand ich sehr gut, aber bei einem großen Teil der Bilder wusste ich einfach nicht, was er damit ausdrücken will: Etliche Stilleben von Fensterbrettern. ein Mann, der auf einen Stuhl uriniert, ein Haufen menschlicher Kot im Gras. Noch dazu sind die Bilder alle technisch alles andere als perfekt, so wie mit einem zehn Jahre alten Handy aufgenommen. Ist natürlich alles Absicht, mir entzieht sich aber, wie gesagt, der Sinn der Sache.

Na ja, vielleicht bin ich einfach zu alt oder konservativ... :problem:

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Re: Documenta 14

Beitrag von Jens1 » vor 5 Monaten

Moin,

seit Jahren verfolge auch ich interessiert den aktuellen "Kunstbetrieb" und bin oft genauso überrascht und entsetzt wie viele ZeitgenossInnen... :-) ...
Obwohl ich theoretisch weiß, dass es ein Wesensmerkmal moderner Kunst in allen Zeiten war, die hergebrachten Vorstellungen herauszufordern, auf den Kopf zu stellen und neue Entwicklungen anzustoßen... :-) ...

Auch die für uns heute klassischen Formen eines Michelangelo oder die Gemälde von Rembrandt waren in ihrer Zeit Herausforderungen für die damaligen Verhältnisse - wir vergessen das heute nur leicht...

Wie schon geschrieben, trotz dieses theoretischen Wissens bin auch ich immer wieder neu überrascht und entsetzt und finde das auch gut so.

Und in allerneuster Zeit versuche ich mich hin und wieder auch darin, Neues bildnerisch auszuprobieren. Seitdem macht es mir noch viel mehr Spaß, mich auch den Versuchen anderer auszusetzen... :-) ...
Ich kann nur sagen: einfach mal selbst was Ähnliches versuchen - das bringt´ s - egal, ob´ s was wird oder nicht...

LG Jens1

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Re: Documenta 14

Beitrag von gabriele » vor 5 Monaten

Hallo,
gesternabend war auf 3Sat ein Bericht ueber die Documenta 14.
ich scheine nicht die Einzigste zu sein, die Schwierigkeiten mit einigen "Kunstwerken" hat.
Die allgemeine Meinung ist, dass es die schlechteste Documenta ist , die es bisher gab,
und man hofft, dass es in 5 Jahren wieder besser wird.
viel haengt natuerlich auch vom verantwortlichen Kurator ab.

ist es Kunst, wenn ich Toilettenpapier auf einen Holzrahmen klebe und das ganze
"Klopapier weiss quer,Zewa wisch und weg,weiss laengs, auf Hartfaserplatte;"Das schoene Nichts",
nenne?

Ist es Kunst wenn ich rote Stoffbaender von der Decke bis zum Boden haenge und das ganze "
Nabelschnur und Menstruationsblut" nenne? und sie dann zu einer Performance abnehme, damit
sich Besucher damit einwickeln koennen, um die" Muttergottheiten" zu erleben?

Ich habe selbst Unterricht an der Kunstakademie hier in Leuven.
auch wir experimentieren mit allem, was uns zu Verfuegung steht, mit allen moeglichen
Materialien.
wir besuchen Ausstellungen,bekommen theoretischen Unterricht.
sowie 2 Jahre verpflichtet Kunstgeschichte.

Ich stehe vielen Sachen offen gegenueber, aber diesmal auf der Documenta waren fuer mich
einige Kunstwerke nicht nachzuvollziehen.

aber vielleicht liegt es ja auch an mir, und bin ich mit 58 schon viel zu alt, um so etwas zu verstehen.

Gabriele


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Re: Documenta 14

Beitrag von Jens1 » vor 5 Monaten

Moin

und gleich zur Sache...

m. E. ist es mit der Einstellung zur Kunst wie mit der zu anderen Ereignissen im Leben - ich habe es selbst in der Hand, wie ich die Ereignisse empfinde, die auf mich einwirken (wollen).
Um beleidigt oder genervt zu sein, muss ich mich ihnen schon so weit öffnen und zulassen, dass sie das überhaupt schaffen. Das hat etwas mit einem fehlenden gesunden Schutzmechanismus zu tun.
Ich könnte dieselbe Angelegenheit ja auch auf die hurmoristische Art nehmen und belächeln - oder sie sogar bewundern, wenn ich den Mut der KünstlerInnen sehen kann, ihren ZeitgenossInnen auf die Nerven zu gehen und eine massenhafte Ablehnung zu riskieren. Sie leben ja schließlich sehr häufig davon, dass sie ihre "Machwerke" verkaufen können...

Was ich vermitteln wollte, noch einmal ganz einfach formuliert:
Unsere eigene Einstellung und Umgangsweise mit den Ereignissen bestimmt, w i e sie auf uns wirken... :-) ...
Wir selbst bestimmen, was mit uns geschieht und wie wir empfinden - nicht die anderen, z. B. die KünstlerInnen!

LG Jens1

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