Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

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Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon Clarice » vor 7 Monaten

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und habe eine Frage bzgl Schlaflabor und Nutzen: Ich habe bereits einen ambulanten Test gemacht (also Testgerät nachts zu Hause) und ich habe keine Apnoe. Ist ja schon mal was. Aber ich schnarche, und zwar nicht zu knapp. (Ich habe mich schon selbst mit dem Handy aufgenommen und mein Partner flüchtet nachts).

Nun ist es so, dass ich unter ständiger massiver Müdigkeit leide, einhergehend mit Konzentrationsstörungen. natürlich kann es auch vieles anders sein, aber ich vermute, dass ich auch ohne Apnoe einfach keinen erholsamen Schlaf finde.

Bringt mir ein Aufenthalt im Schlaflabor neuere, andere Erkenntnisse?
Was könnten die Resultate sein hinsichtlich Therapie?

Meine HNO-Ärztin hatte mich schon an eine HNO-Klinik überwiesen, der dortige Arzt meinte, eine OP (von Nasenscheidewand/Nasenmuscheln) würde bei mir keinen Nutzen gegen das Schnarchen haben. Im Alter würde bei Frauen Hormonbedingt das Gewebe auch im Mund erschlaffen, weshalb es zum Schnarchen kommen kann.

Noch ein paar weitere Infos: Weiblich, 47, regelmäßiges Schnarchen seit knapp zwei Jahren, zahlreiche Allergien gg. Pollen und Hausstaubmilben. Bzgl Milben war der Test gerade erst und die entsprechend Bettwäsche ist bestellt. Ich habe allerdings keine juckenden Augen oder Niesen nachts bisher. Allerdings beobachte ich seit längerem eine erhöhte Schleimproduktion im Rachen. Als würde die Nase nach innen laufen. Vorne ist sie trocken.

Danke für eure Einschätzung,
Clarice


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Re: Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon TBM » vor 7 Monaten

irgendwo habe ich neulichs gelesen, dass es mittlerweile um die 200 Schlafstörungen geben soll ... also OSA ist nur eine einzige davon. In einem "vernünftigen" Schlaflabor können die schon ein bisschen mehr feststellen als nur das. Ich würde allerdings dringend empfehlen nicht in ein Schlaflabor eines HNO-Arztes zu gehen sondern in das eines Pulmologen bzw. sofern es in einer Klinik ist: in das SL der Pulmologie und eben nicht in das der HNO.

... wenn du jetzt noch sagen würdest, dass du auch Durchschlafprobleme hast, aber sofort einschlafen kannst, dann würde ich da mal auf UARS - Upper Airway Resistance Syndrom tippen (und bei den Nasenproblemen gleich mit auf beginnende / leichte nicht allergische Rhinitis) ... aber ich sehe das in letzter Zeit überall - insofern würde ich darauf auch nicht allzu viel geben :biggrin:

Als Tipp kann ich mitgeben, dass man sich vorher mal den Epworth Test zur Schlafneigung anschauen sollte - als ich den im SL das erste Mal bekam, da habe ich zurückblickend deutlich zu optimistisch geantwortet. Ich hatte aber auch schon immer Tagessymptomatik und mein Leben war entsprechend eingerichtet, sodass die dort aufgeführten Fragen für mich fast alle nur theoretischer Natur sind.

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Re: Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon Tedi » vor 7 Monaten

Ich würde es auf jeden Fall mal ausprobieren. Es scheint ja doch eine große Belastung für dich zu sein und von daher ist es auf jeden Fall einen Versuch wert würde ich sagen.

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Re: Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon Dr. Randelshofer » vor 7 Monaten

Hallo Clarice,

TBM hat recht: Auch Schnarchen ohne eigentliche Atempausen kann zu einer gestörten Schlafarchitektur und Müdigkeit führen. Das sieht man aber nur bei einer ausführlichen Untersuchung (Polysomnografie) im Schlaflabor.

Ausserdem könnte man dabei weitere mögliche Ursachen für einen unerholsamen Schlaf sehen oder ausschliessen.

Daher wäre eine Diagnostik im SL hilfreich, sofern andere Ursachen für Ihre Müdigkeit bereits ausgeschlosssen wurden, also chronische Entzündung, Schilddrüsenunterfunktion, Autoimmunerkrankung, Depression, Medikamentenwirkung usw.

Grüsse


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Re: Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon Clarice » vor 7 Monaten

Danke für eure Einschätzungen! :thumbup:

Ich habe inzwischen einen wirklich hohen Leidensdruck, so dass ich gerade versuche in alle Richtungen Klärung zu finden.

So habe ich heute bereits einen Termin beim Endokrinologen gemacht (Ende Juni.... :eh: ), um zB Schilddrüse abklären zu lassen. Auch Hormontest bei Gyn wegen Wechseljahren steht an.

Mit Depressionen habe ich leider auch Erfahrung, aber ich habe aktuell keine "Phase" und keine Schlafprobleme wie Einschlaf/Durchschlafstörungrn und frühes Aufwachen(was mir wohl bekannt ist). Im Gegenteil, gefühlt schlafe ich wie ein Baby und bin trotzdem nicht ausgeschlafen.

Den epworth Test habe ich gemacht, demnach geht es mir recht gut, weil ich noch nie im Sitzen/beim Lesen eingeschlafen bin. Im Flugzeug schlafen? Kann ich nicht. Vorm TV (liegend auf der Couch) schlaf ich nicht, das Flackern hält mich wach, egal wie kaputt ich bin. Dennoch fühle ich mich auf der Arbeit oft so müde, dass ich das Gefühl habe, mir fällt gleich der Kopf auf die Tastatur und ich bin so benebelt, dass ich nicht höre, was andere sagen, oder Gelesenes nicht aufnehme. :neutral:

Ich werde also auch das SL in Betracht ziehen. Ggf. kommen ja auch mehrere Faktoren zusammen, denn das Schnarchen ist nun mal da.

Viele Grüße, Clarice

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Re: Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon Dr. Randelshofer » vor 7 Monaten

Den epworth Test habe ich gemacht, demnach geht es mir recht gut, weil ich noch nie im Sitzen/beim Lesen eingeschlafen bin.

Der ESS sagt nichts über das Ausmass der Müdigkeit aus, sondern ausschliesslich über die Tendenz einzuschlafen. Denn, wie Sie anmerken, man kann todmüde sein, ohne einzuschlafen (niedriger ESS-WEert), aber auch bei jeder Gelegenheit einnicken (hoher ESS-Wert), ohne sich subjektiv müde zu fühlen.

Grüsse

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Re: Schnarchen (ohne Apnoe) - trotzdem Schlaflabor wegen tagesmüdigkeit?

Beitragvon TBM » vor 7 Monaten

Clarice hat geschrieben:Den epworth Test habe ich gemacht, demnach geht es mir recht gut, weil ich noch nie im Sitzen/beim Lesen eingeschlafen bin.


:wink: exakt DAS meinte ich. Es mag durchaus sein, dass ich den Test nicht verstanden habe, aber ich bin früher auch nie im Sitzen oder beim Lesen einfach eingeschlafen. Das lag aber nicht daran, dass ich es nicht "gekonnt" hätte, sondern vielmehr daran, dass ich mich schlicht und ergreifend nicht irgendwo hingesetzt habe, wenn ich gar nix zu tun hatte. So ich warten musste (z.B. beim Arzt), dann habe ich diese Wartezeit aktiv genutzt (E-Mails abgearbeitet, bisschen Arbeit erledigt, Termine geplant, was gespielt, ... ).
So ich unbedingt etwas längeres (anstrengendes) lesen musste, dann habe ich dieses in so kleinen Häppchen getan, dass die Möglichkeit zum Einschlafen gar nicht erst gegeben war. Wenn ich abends vor der Flimmerkiste merkte, dass ich dem Inhalt nicht mehr folgte (oder folgen konnte), dann bin ich ins Bett gegangen und habe nicht darauf gewartet, dass ich vor der Glotze einschlafe. (bzw. habe die gar nicht erst angemacht und mich direkt hingelegt.)
Was ich damit sagen will: bei mir kam das nicht "über Nacht" - ich hatte aktive Vermeidungsstrategien über die Zeit entwickelt, um eben nicht "spontan" einzuschlafen - das war mir aber nicht bewusst, sondern erschien mir völlig normal.

ESS-Wert real um die 0 ... ESS-Wert objektiviert = recht hoch.

Ich hatte ein paar Wochen nach Beginn der Therapie ein für mich damals recht verwirrendes Erlebnis: Ich stellte eines schönen Nachmittages plötzlich fest, dass ich mich tatsächlich langweile. :surprised: Langeweile war für mich bis dahin eher eine verschwommene Kindheitserinnerung - sowas kannte ich gar nicht mehr, da ich vor der Therapie in so einem Moment einfach eingeschlafen wäre.
Wenn ich jetzt also zurückblickend den ESS nochmal machen sollte, dann würde ich dort völlig andere Antworten geben - aber wie ich schon sagte: vllt habe ich ja auch den Test falsch verstanden und es geht dabei weniger um eine objektivierte Schlafneigung sondern nur um die Bestimmung des individuellen Leidensdrucks in Bezug auf die Einschlafneigung.


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