Mit der Kraft am Ende

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Re: Mit der Kraft am Ende

Beitrag von mv-ohv » vor 1 Jahr

Hallo Marco,
vielleicht noch ein paar einfache Tips bei denen ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, dass sie vernünftig sind:

- Wenn du Depressionen hast, treffe keine Entscheidungen die weitreichende Konsequenzen haben (Trennung, Kündigung, ..., ...). Schiebe diese Themen auf bis es dir besser geht.
- Es wird dir besser gehen wenn du die Therapie beginnst. Aber das wird alles etwas dauern und nicht sofort eintreten. Gib deinem Körper die Zeit die er braucht um wieder fit zu werden.
- Halte eine „Schlafhygiene“ ein (zu den gleichen Zeiten ins Bett, zu den gleichen Zeiten aufstehen). Dein Körper muss das Schlafen neu erlernen!
- Trinke keinen Alkohol (gar keinen solange du kein Therapiegerät hast). Alkohol verschlimmert die Symptome einer Apnoe deutlich.
- Mit einer nicht therapierten Schlafapone solltest du keine Benzodiazepine nehmen. Das ist der Klassiker den man vom Arzt bekommt wenn man Depressionen hat. Bei uns Schnorchlern ist das aber "kontraindiziert". D.h. es macht es eher schlimmer weil Benzos genauso wie Alkohol die Aussetzer verschlimmern und die Aufwachreaktion runter setzen. Wenn du schon welche nimmst, besprich das mit den Ärzten. Nicht einfach selbst solche Medikamente absetzen!
- Wenn du nicht schlafen kannst, dann nicht im Bett rumwühlen. Wenn du länger als 20 Minuten im Bett wühlst, dann besser aufstehen und was lesen. Wenn du dann müde wirst: wieder ins Bett.
- Eine Stunde vor dem Schlafengehen am besten was lesen was nicht aufwühlt. Kein Fernsehen, kein PC.
- Versuch dich abzulenken und denk nicht ständig über die Probleme nach. Google nicht zu viel nach den Symptomen und möglichen Ursachen deiner Schwierigkeiten. Damit macht man sich nur verrückt. Dr. Google zeigt uns gerne die extremen und schlimmen Umstände die aber auch eher echt selten sind.
- Depressionen sind „einfach“ ein chemisches Ungleichgewicht der Hormone, dass bei dir wohl durch dauerhaften Schlafentzug entstanden ist. Sport und Bewegung bringt die Hormone auf natürlichem Weg wieder ins Gleichgewicht. Nur ist das Thema Sport natürlich nicht ganz so einfach, wenn man den ganzen Tag K.O. ist. Versuch dich trotzdem möglichst viel zu bewegen. Mach dich mal schlau was der „Säblezahntiger“ mit Depressionen zu tun hat. (einfach mal in die Suchmaschine eingeben….). Das erklärt warum Bewegung hilft!
Du kriegst das schon wieder in den Griff. Und du merkst ja, dass du hier nicht alleine bist.

Gruß
Markus


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Re: Mit der Kraft am Ende

Beitrag von anlo007 » vor 1 Jahr

Und lass deinen Vitamin D Spiegel kontrollieren!!!!
Zu wenig Vitamin D macht depressiv. Auch dazu findest du einiges im Internet.
viele Grüße vom Niederrhein

Andreas

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Re: Mit der Kraft am Ende

Beitrag von Schusi87 » vor 1 Jahr

Hey, wollte nur mal ein kurzes Update geben und hätte dazu eine Frage. Mich hat endlich das Schlaflabor angerufen und mir einen Termin für nächsten Montag gegeben. Ich dachte ich müsste da dann eine Nacht bleiben, aber statt dessen muss ich abends um 20 Uhr da hin , werde verkabelt und kann wieder nach Hause. Das soll wohl die Nacht im Labor ersetzen. Hat da jemand schonmal Erfahrung mit ? Kannte das halt nur das man dann im Schlaflabor direkt überwacht wird...

Lg

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Re: Mit der Kraft am Ende

Beitrag von Antidode1979 » vor 1 Jahr

Hallo Schusi,

sieh nach einem 2. Termin mit derselben Gerätschaft aus, die du schon hattest. Hier musst du wohl Geduld beweisen, auch wenn es schwer fällt. Oder man gibt dir ein CPAP mit nach Hause und überwacht mit der "Verkabelung" die Geschehnisse.

Ich hatte zwischen diesem Termin mit dem ambulanten Gerät und der Testnacht im Schlaflabor mit dem CPAP auch 3 Monate zu warten. Die Zeit bis dahin war zwar schwierig (die Diagnose war da aber man muss ein Quartal warten bis die Behandlung erfolgt).

WIe die meisten hier hab ich das auch durch. Ich war damals 33, kein Gramm zuviel auf den Rippen, keine sonstigen Vorerkrankungen, kein Raucher. Man wacht nach 8, 9 Stunden Schlaf auf und hat das Gefühl, man hat 10 Stunden zu wenig geschlafen. Ich hatte ebenfalls Konzentrationsstörungen, kein Bock auf nichts, man hängt auf Arbeit "wie ein Schluck Wasser in der Kurve" und zweifelt an sich selbst, ob man dement ist (keine 3 Zahlen für 30 Sekunden merken können, usw) und fühlt sich mehr wie ein Zombie als ein Mensch. Ich bin nach 10 Minuten eingenickt wenn irgendwo Ruhe war, beim Fernsehen, wenn ich irgendwo saß und nix tat... Freunde wenden sich ab, wenn man sagt "ich komm heute abend nicht mit". Man denkt, man verliert den Verstand und wird dadurch depressiv, weil man "nix mehr auf die Reihe bekommt". So war es bei mir.

Wie schon gesagt wurde, es ist Schlafentzug. Der Geist mag sich wach fühlen (solange er beschäftigt wird) aber der Körper versagt seinen Dienst, sobald er in einer "Ruheposition" ist und versucht, sich den Schlaf zu holen den er braucht.

Nun mein Tip:
- akzeptiere es zunächst und nimm es wahr, wenn der Körper Schlaf braucht. Sofern möglich, ruhe für eine Stunde (nach der Arbeit...). Sich gegen die Müdigkeit zu sträuben kostete mich mehr Kraft, als es es hinzunehmen und diese Energie sinnvoll einzuteilen.
- verliere die "Hoffnung" nicht. Nachdem du das nun schon lange genug kennst, wirst du auch die Zeit bis zum CPAP überstehen.

Meine Nacht im Schlaflabor, die erste mit CPAP schlug sofort an. Nach etwa 6 Stunden Schlaf mit diesem ungewohntem Rüssel an der Nase war ich für 18 Stunden wach. Ungewollt, aber es fühlte sich irgendwie großartig an, nicht gleich nach 10 Stunden wach sein wieder aus den Latschen zu kippen und schlafen zu müssen.

Als ich dann das Gerät dauerhaft bekam, ging die Anpassung recht schnell, ich habe nach einer Woche schon deutliche Besserung gespürt. Meine Laune war deutlich besser und ich hatte wieder Energie, was zu unternehmen und muss nicht ständig mit der wenigen Kraft haushalten, die dir als "Unbehandelter Apnoeiker" bleibt.

Bis es bei dir so weit ist, versuch etwa, den Zungenmuskel zu trainieren. Half mir unterstützend, da ein Trainierter Muskel nicht so schnell zusammenfällt und die Luftröhre verengt. Zunge kreisen, weit rausstrecken. In allen möglichen Positionen. Du wirst merken wenn der Muskel weh tut. Mach das so oft wie möglich. Es ersetzt natürlich kein CPAP.
Alter: 37
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Größe: 1,78

Statement: Ich hasse es, wenn Leute mitten im Satz

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