UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Erfahrungen und Informationsaustausch rund um die Protrusionsschiene.

Moderator: Dr. Randelshofer

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UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von patrick » vor 1 Jahr

Hallo :wave:

Ich war vor ca. 1 Jahr beim HNO wegen berichteter Apnoen, Schnarchen und Tagesmüdigkeit. Anschließend im Schlaflabor, dort wurde ein Gesamt-AHI von 5,9 gemessen. In einer Uniklinik sollte propofolinduziert die Obstruktion beobachtet werden, der Arzt konnte aber kein Schnarchen feststellen. Der Arzt an der Uniklinik hat mich mit Verweis auf den geringen AHI auf eine erneute Polysomnographie vertröstet, es könnte ja nur temporär sein (ich bin 26, bei der Untersuchung 25, 196cm, 94kg, athletisch, sehr gesunder Lebensstil).

Im Warteraum des Schlaflabors an der Uniklinik habe ich meine Unterlagen nochmals durchgeschaut und plötzlich gesehen, dass mein AHI im REM-Schlaf auf 18,7 ansteigt (15 Apnoen, 4 Hypopnoen). Das erklärt auch die Berichte meiner Ex-Freundin, dass die Apnoen und Schnarchen vor allem morgens auftreten (wenn REM-Phasen zunehmen). Mit diesem Befund hat der Arzt im Schlaflabor eine erneute Polysomnographie für sinnlos gehalten. Da ich kurz darauf ins Ausland gezogen bin ist seitdem keine weitere Therapie erfolgt.

Vor ein paar Tagen bin ich nachts leicht wach geworden, mein Muskeltonus war aber extrem schwach. Ich habe dabei gespürt, wie meine Atemwege im Rachenraum zusammenfallen und das Schnarchen und die Apnoen entstehen.
Heute morgen habe ich bei einer Meditation in Rückenlage das Selbe beobachtet, in sehr tiefer Entspannung habe ich in völligem Wachzustand Schnarchgeräusche von mir gegeben und konnte Apnoen induzieren. Das passt auch zu meiner leichten Retrognathie.

Im ersten Schlaflabor wurde mir von einer CPAP Maske abgeraten (ich bin viel unterwegs, schlafe öfters nicht zu Hause etc.) und momentan kommt eine Maske für mich auch absolut nicht in Frage. Dort wurde mir zu einer Operation geraten (Nasenscheidewand begradigen, Gaumensegel straffen). In der Uniklinik wurde mir auf Nachfrage noch zu einer UPS geraten (die Testschienen aus dem Internet um zu sehen, ob es was bringt - falls ja eine vom Kieferorthopäden).

Die Krankenkasse hat eine Operation abgelehnt und auf CPAP verwiesen. Wie stehen die Chancen eine UPS bezahlt zu bekommen? Und wird diese voraussichtlich helfen? Ich trage eine Bruxismusschiene, also wäre es wohl keine große Umgewöhnung, allerdings möche ich nicht alle 2 Jahre eine UPS zerkauen.
Ich schlafe primär in Rückenlage und kann das Zusammenfallen der Atemwege in anderer Lage nicht reproduzieren - sollte ich evtl auf Seitenlage umtrainieren? Gibt es dazu andere Möglichkeiten als Tennisbälle (z.B. Biofeedback)?

Ich bin noch bis Oktober im Ausland - wie dringend ist so eine Therapie? Ich gehe davon aus, dass eine Auslands-KV keinerlei Kosten in diesem Zusammenhang übernimmt (Befund war vor Abschluss der AKV vorhanden).

Das wurde sehr lang, vor allem weil ich im Ausland keinen direkten Zugang zu einem Arzt habe um diese Fragen zu stellen. Vielen Dank für jegliches Feedback!


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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Foursquare » vor 1 Jahr

Guten Morgen Patrick,

ich bin neu hier, mein Krankheitsverlauf ist deinem jedoch sehr ähnlich - bis jetzt habe ich auch keine Maske bekommen. Bei meiner ersten Polysomnographie lag der Anteil der SBAS bei 87 und 67% Rückenlage, Linkslage 2 SBAS bei 39% Rückenlage. (RDI 15,4 AHI 12,6) Darauf folgte dann eine zweite Polysomnographie mit einer Rückenlagevermeidungsweste - das Ergebnis auf dem Papier: 94% in Linkslage mit insgesamt 19 SBAS, 6% in Rückenlage mit 9 SBAS (RDI 4,6/h AHI 0,5/h) Soweit gut - ich hab mir also die Weste zugelegt (ohne dass die TK etwas dazu gezahlt hat), aber meine Nächte sind dennoch alles andere als erholsam...Von 5 Nächten sind 3 schlecht, bedeutet ich erinnere mich an sämtliche Träume und bin am nächsten Tag wirklich fertig... Anscheinend schaffe ich es nicht in die erholsame Tiefschlafphase zu kommen... Auch bei mir ist eine Maske berufsbedingt schwierig umzusetzen. Ich bin sehr auf Meinungen von euch gespannt.
Gruß
Uli

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 1 Jahr

Hallo Patrick,

auf Ihre Fragen kann man hier nur sehr bedingt Antworten geben.

Wenn Sie überwiegend in Rückenlage Apnoen haben (müsste im Polysomnografiereport verzeichnet sein), kann ein Training zur Verhinderung der Rückenlage sinnvoll sein. Die berühmten Tennisbälle sind unwirksam. Wenn, dann sollten Sie so etwas versuchen. Die Produkte sind nur Beispiele, keine Werbung für den Händler ;-)

http://www.schnarchladen.de/tomed-anti- ... lle-s.html
Dieses T-Shirt ist sehr weit geschnitten, deswegen eine Nummer kleiner als sonst bestellen

http://www.schnarchladen.de/tomed-somno ... ndard.html
Besser die einfache Variante als die Comfort-Version. Bei deren aufblasbaren Kissen geht meist die Luft raus.

Eine elegante, aber teure Möglichkeit ist http://www.nightbalance.com/

Eine etwas günstigere (300 €) abgespeckte Version Nightbalance Pose können Sie hier bestellen:
Frau Katja Jakopaschke
Teamleiter Kundenberatungscenter | Kundenservice KBC
Tel. 08002777000
ResMed GmbH & Co. KG
Fraunhoferstraße 16, 82152 Martinsried
Postfach 1535, 82144 Martinsried


Eine Schiene kann helfen, wenn die Apnoen nicht allzu schwerwiegend sind, sie mehr in Rückenlage auftreten und Sie nicht übergewichtig sind. Das trifft alles auf Sie zu. Wie gut die UPS wirkt, kann man aber nicht sicher voraussagen. Eine fertig konfektionierte aus dem Internet wie zum beispiel diese
http://www.somnora.de/somnoguard-ap-schnarchschiene
kann man verwenden, um zu sehen, ob das Kiefergelenk den Vorschub des Unterkiefers toleriert. Falls ja, können Sie sich eine vom darauf spezialisierten Zahnarzt machen lassen. Adressen gibt es hier: http://www.dgzs.de/mitgliedspraxen

Beste Grüsse

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von patrick » vor 1 Jahr

Hallo Dr. Randelshofer,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Ich werde mich nach einem solchen T-Shirt in den USA erkundigen und erst einmal das versuchen. Über die UPS werde ich wohl sobald ich wieder in Deutschland bin mit einem Arzt sprechen, vorausgesetzt die Umgewöhnung auf Seitenlage behebt das Problem nicht bereits.


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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Foursquare » vor 1 Jahr

Hallo Patrick, die Seitenlage kannst du auch erstmal mit einem kleinen Rucksack testen. Einfach ein paar Kissen rein stopfen.. Wie gesagt, die Anschaffung ist recht teuer, da lohnt ein erster Versuch.. Viel Erfolg!

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Gyuri » vor 1 Jahr

Selbst habe ich es noch nicht ausprobiert! :schlaumeier:

Aber am Anfang meiner "Schnarcher-Laufbahn" riet mir ein Arzt einfach sich einen Tennisball in den Rücken seiner Schlafanzugjacke nähen zu lassen. (Ihm ging es NICHT um eine Schlafapnoe sondern wirklich nur ums Schnarchen!)
Gehört habe ich das mit dem Tennisball noch öfter.
Ich will/wollte dabei bleiben primär in Rückenlage zu schlafen. Seit ich ein APAP/CPAP habe, hat sich bei mir das Schnarchen in Rückenlage auch erübrigt.

Ich meine nur:
Bevor ich mir ein teures Equipment zulege, dass nur die Funktion erfüllt, Schlafen in Rückenlage zu erschweren, würde ich mir auch mal einen alten Tennisball besorgen … :wink:
Grüße vom Gyuri
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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 1 Jahr

Der Tennisball taucht immer wieder auf. Ein Autor bzw. Redakteur schreibt das halt vom vorherigen ab. Wie gesagt, ich habe in drei Jahrzehnten kaum jemand erlebt, bei dem das damit geklappt hätte. So ein Ball ist viel zu klein, man legt sich meist trotzdem drauf.

Eine weitere Billigvariante ist diese: Wer einen kleinen (!) Rucksack hat, kann sich im Baumarkt eine Schwimmnudel / Poolnudel besorgen, die kostet ungefähr 5 Euro. Davon schneidet man drei ca. 30 cm lange Stücke ab, bündelt diese und macht mit Paketband eine feste Rolle draus. Im Rucksack verstaut erzeugt diese Konstruktion genug Unbehagen, wenn man sich darauflegt.

Grüsse


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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr.Karl Haushofer » vor 1 Jahr

Hallo zusammen, werter Kollege Randelshofer,
habe heute seit längerer Zeit wieder mal das Forum besucht und mit Interesse die Ausführungen über o.g. Fragestellung. Die Rückenlagevermeidung ist wohl für alle Patienten bestens geeignet, die gerne und gut längere Zeit auf einer Seite schlafen. Wer eigentlich auch mal auf dem Rücken liegen möchte oder auch die Seite wechselt und sich dann über seine Tennisbälle, den Rucksack oder andere sperrige Utensilien wälzen muss, wird mit dieser Methode wohl eher nicht glücklich werden, wie auch die Praxis zeigt. Diese Dinge sind ja keine Trainingsgeräte, sondern reine "Rückenlagevermeidungsmittel". Ich persönlich bin als typischer rückenlageverstärkter Schnarcher und leichtgradiger Apnoiker seit vielen Jahren mit meiner Zahnschiene sehr viel glücklicher. Rückenlageverstärktes Schnarchen, rückenlageverstärkter AHI/RDI sind grundsätzlich ein Indiz dafür, dass das Absinken des Unterkiefers bei leicht geöffnetem Mund und die dadurch indirekt verursachte Einengung des Atemweges die (Haupt)Ursache für unsere Problematik ist und damit eine individuell angefertigte, zweiteilige Unterkieferprotrusionsschiene das Hilfsmittel der Wahl. Es gibt noch weitere hilfreiche anamnestische Hinweise, letzten Aufschluss gibt dann die Auswertung der Polygrafie und die klinische Untersuchung. Setzt man alle Mosaiksteinchen zusammen, lässt sich von einem Fachmann eine ziemlich klare Prognose darüber machen, inwieweit eine Behandlung mit einer Unterkieferprotrusionsschiene (besser erst einmal "Unterkiefer-Rückfall- Verhinderungsschiene"!!) erfolgversprechend ist. Werter Kollege Randelshofer, vielen Dank, dass Sie auf die Seite der DGZS (Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Schlafmedizin) hingewiesen haben. Mit großer Vorsicht ist Ihre Empfehlung zu betrachten, mit einer konfektionierten Einmalschiene ( "Boil- and Bite-Schiene") "zu testen, ob der Unterkiefer den Vorschub toleriert". Das tut er in vielen Fällen nicht, weil der Betroffene oft unnötig weit und/oder verschoben zubeißt und auch sonst einiges falsch machen kann. Die unsachgemäße Anwendung solcher Einmalschienen mit damit einhergehender Wirkungslosigkeit, schlechtem Tragekomfort und auftretender Muskel- und Gelenkproblemen ist mit ein Grund dafür, dass "Die Unterkieferprotrusionsschiene" so oft zu unrecht schlecht geredet wird.
Beste Grüße und Gute Nacht,
Dr. Karl Haushofer

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 1 Jahr

Hallo Herr Haushofer,
Mit großer Vorsicht ist Ihre Empfehlung zu betrachten, mit einer konfektionierten Einmalschiene ( "Boil- and Bite-Schiene") "zu testen, ob der Unterkiefer den Vorschub toleriert".
Da haben Sie schon recht. Eine individuell angepasste Schiene ist natürlich wesentlich angenehmer zu tragen und auch effektiver. Nur sind die wenigsten Patienten bereits sofort eine Summe im fast immer vierstelligen Bereich zu investieren, ohne zu wissen, wie sie damit zurechtkommen. Und der eine oder andere landet dann über die billige Fertigschiene doch bei der Individualschiene.

Grüsse

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Foursquare » vor 1 Jahr

Hallo Herr Dr. Haushofer und Herr Dr. Randelshofer, mit großem lese ich diesen Beitrag. Auf Grund meiner Auswertung des SL (siehe mein Beitrag weiter oben) wurde mir eine Weste empfohlen. Diese trage ich konsequent seit einigen Wochen. Leider habe ich in regelmäßigen Abständen immer noch extreme Schlafstörungen mit sehr starker Tagesmüdigkeit. Kann es sein, dass sich Kopf und Hals trotz der Weste in eine Position drehen, die das Zurück fallen des Unterkiefers begünstigen. Ich stehe jetzt vor der Entscheidung CPAP Therapie oder Schiene, da ich die Tage mit der Müdigkeit nicht mehr aushalte und freue mich über einen Rat von Ihnen. Gruß Uli

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr.Karl Haushofer » vor 1 Jahr

Sehr geehrter Uli,
zur besseren Einschätzung der Prognose für eine UPS wäre es bei Ihnen sehr sinnvoll, sich die Videografie der Schlaflaboraufzeichnungen anzuschauen. Dann sieht man, was mit Ihrem Unterkiefer passiert in allen Lagen, unterlegt mit einer 5 Minuten-Auswertung ("Screen-Shot") Vergleich Seite-Rücken. Nach Ihren Schilderungen neige ich bei aller Vorsicht erst mal zu der Meinung , dass eine UPS wohl gut funktionieren könnte zur Behandlung Ihres leichten obstruktiven Schlafapnoesyndromes , wenn Ihr Gebiss, ihr Gelenk und die Muskulatur auch eine Schiene ermöglichen und Sie diese beiden Fremdkörper (Ober- und Unterkiefer) tolerieren und gewöhnen können. Ihr BMI wäre allerdings noch interessant. Wenn Sie mit einer Maske gut zurecht kommen, erübrigen sich diese Fragen und probieren Sie zuerst diese!
Mit besten Grüßen
Dr. Karl Haushofer

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Foursquare » vor 1 Jahr

Hallo Herr Dr. Haushofer, mein BMI liegt bei ca. 28,2 (1,92 m und 105 kg - Figur athletisch).. Da ich aus Herne komme werde ich mich bzgl. der IST Schiene von Prof. Hinz beraten lassen... Eine Maske ist für mich beruflich schwer umsetzbar.. Meine Kasse hat eine Zuzahlung oder Übernahme einer Schiene bereits abgelehnt..

Gruß
Uli

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Foursquare » vor 1 Jahr

Hallo Herr Dr. Haushofer und Herr Dr. Randelshofer,

nach weiteren Wochen des Leidens durch die Tagesmüdigkeit bin ich wieder hier... Meine letzte Nacht im Schlaflabor war am 30.08.2016 - dieses mal mit einer Unterkieferschiene. Das Ergebnis: ein AHI von 11,3 und 98 Arousals, die Tiefschlafphase 4 fehlt völlig (siehe Foto). Die Schiene wurde darauf hin neu eingestellt und ich habe das Zolpidem bzw. Zopiclon 1 Woche je 1 Tablette, dann 1 Woche 1/2 und zum Schluss 1/4 genommen. Wirklich durchschlafen bzw. am nächsten Tag erholt bin ich immer noch nicht. Interessant ist die Feststellung, dass ich extrem Träume und diese Träume auch im schlaf voll erlebe.. Das deutet laut Arzt auf eine Insomnie hin. Der Arzt aus dem Schlaflabor hat nun eine Psychtherapie / kognitive Verhaltenstherapie vorgeschlagen... Da bin ich jedoch etwas unsicher, in meinem Leben läuft eigentlich alles bis auf den Schlaf recht gut. Sollte ich mir doch mal eine CPAP Therapie verordnen lassen (um diese Form der Therapie habe ich mich ja bis jetzt wegen meines Berufs und der räumlichen Situation zu Hause gesperrt). Kann aus der Apnoe eine Insomnie entstanden sein? Oder sollte ich noch weitere organische Erkrankungen ausschließen lassen? Ich freue mich über Antworten...

Gruß

foursquare
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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 1 Jahr

Hallo forsquare,
Foursquare hat geschrieben:Das Ergebnis: ein AHI von 11,3 und 98 Arousals,
Das ist natürlich noch kein optimales Eregebnis.
Foursquare hat geschrieben:die Tiefschlafphase 4 fehlt völlig
Stadium 3 ist sogar recht hoch. Tiefschlaf ist Stadium 3 + 4. Das heisst, nach den in den letzten Jahren angewendeten Auswerterichtlinien gibt es nur noch Stadium 3 als Tiefschlafstadium.
Foursquare hat geschrieben:Wirklich durchschlafen bzw. am nächsten Tag erholt bin ich immer noch nicht.
Drei Wochen sind auch noch kein sehr langer Zeitraum, um den Effekt einer Therapie zu beurteilen.
Foursquare hat geschrieben:Interessant ist die Feststellung, dass ich extrem Träume und diese Träume auch im schlaf voll erlebe.. Das deutet laut Arzt auf eine Insomnie hin.
Dass Sie eine Insomnie haben, wissen Sie selbst am Besten, weil Sie eben schlecht schlafen. Wenn Sie - vor Allem im oder nach dem REM-Schlaf - oft erwachen, können Sie sich besser an die unmittelbar zuvor erlebten Träume erinnern.
Foursquare hat geschrieben:Sollte ich mir doch mal eine CPAP Therapie verordnen lassen
Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Die effektivste Therapie von Schlafapnoe ist die Maskentherapie auf jeden Fall, und somit wären auch Ihre Aussichten auf einen ruhigeren und erholsameren Schlaf besser.
Foursquare hat geschrieben: Kann aus der Apnoe eine Insomnie entstanden sein? Oder sollte ich noch weitere organische Erkrankungen ausschließen lassen?
Apnoen können den Schlaf unbemerkt stören, aber auch zu häufigerem Erwachen, also Insomnie, führen.

Grüsse

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Re: UPS oder Rückenlage abtrainieren?

Beitrag von Dr.Karl Haushofer » vor 1 Jahr

Hallo foursquare,
erst mal meine volle Zustimmung zu den Ausführungen von Herrn Randelshofer. Entscheidend ist, die Ursache(n) für Ihre vielen Weckreaktionen ("Arousals") herauszufinden. Offensichtlich sind nicht nur die geringgradigen obstruktiven Apnoen/Hypopnoen dafür verantwortlich. Die nicht zufriedenstellende nur leichte Reduzierung des AHI mit Zahnschiene und eine evt. mögliche Verbesserung/Titrierung kann ich am PC natürlich nicht beurteilen. Aber hier werden Sie ja mit dem behandelnden Kollegen Rücksprache halten. Es wäre natürlich auch interessant zu wissen, inwieweit eine Beseitigung der Apnoen mit Schlafmaske zu einer Verbesserung des Schlafes führt, wenn Sie sich denn daran gewöhnen könnten.
Alles Gute und beste Grüße
Dr. Haushofer

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