Schnarchen und Wasserbett

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Peter

Schnarchen und Wasserbett

Beitragvon Peter » 06.06.2003, 09:30

Hallo zusammen,

erst einmal ein grosses Lob fuer das tolle Forum. Ich finde es immer wieder toll, dass man im Internet zu fast allem ein Forum findet, in dem man sich zu einem bestimmten Thema austauschen kann. Das geht natuerlich nur durch die Arbeit freiwilliger Enthusiasten - danke dafuer!
Nun zum Thema:
Ich bin Schnarcher und wir haben zu Hause ein Wasserbett, auf dessen Komfort ich wirklich nur ueberaus ungerne verzichten wuerde, weil ich einfach wesentlich besser liege und morgens viel ausgeschlafener bin. Wer im Winter erst abends einmal in ein warmes Wasserbett gestiegen ist, ist sowieso komplett abhaengig.
Nun sagt meine Freundin nach einigen Erfahrungen in Hotelbetten unserer letzten Urlaubs- und Wochenendziele, dass ich in diesen Nicht-Wasserbetten fast nicht oder ueberhaupt nicht schnarche. Zu Hause im Wasserbett wiederum geht es direkt wieder los, was sie als sehr stoerend empfindet.
Habt Ihr schon einmal soetwas gehoert? Gibt es eine Erklaerung? Gibt es Tips? Sollte ich vielleicht wirklich zum Arzt gehen?
Ich muss langsam etwas tun, sonst muss ich das Wasserbett abgeben ...

Ich bin fuer jeden Hinweis dankbar.
Viele Gruesse
Peter

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Manfred Keller

AW; Schnarchen und Wasserbett

Beitragvon Manfred Keller » 06.06.2003, 10:14

Hallo Peter,

das Schnarchen kommt meist daher, dass der obere Atemweg (zwischen Nasenspitze und Kehlkopf) an einer Stelle verengt ist. An dieser Engstelle erhöht sich die Atemluftgeschwindigkeit und erzeugt hinter dieser Engstelle einen Unterdruck der das umliegende weiche Gewebe zum Schwingen und dann evtl. zum Verschluss (wie wenn man durch ein Stück Fahrradschlauch bläst) bringt.
Dieser Engpass kann verschiedene Ursachen haben und an verschiedenen Stellen sitzen.
Es kann auch sein, daß Ihr Kopf im Wasserbett mit Kissen anders liegt, als im normalen Bett mit Kissen und daher eine Engstelle entsteht. Sie müssen jetzt ein bischen probieren: versuchen Sie verschiedene Kissen (probieren Sie auch mal ein Dinkelkissen, da liegt der Kopf schön fest drauf), ob Sie so das Schnarchen wegbekommen. Einen weiteren Versuch wäre es ein IST-Gerät (Intraorale-Schnarch-Therapie) zu versuchen. Das ist eine Zahnschiene, die den Unterkiefer im Schlaf etwas vorverlagert und so den Rachen spannt und dadurch das Schnarchen verhindert (http://www.schnarcherhilfe.de/HTML/fachinfo.html).
Auf alle Fälle sollten Sie mal klären lassen, ob Sie wirlich nur Schnarchen, oder auch Atemaussetzer haben. Dann hätten Sie Schlafapnoe und müßten dafür therapiert werden. Ärzte die ein Vordiagnosegerät (Screening) haben, mit dem Sie zuhause schlafen, finden Sie nach PLZ unter: *Link entfernt* und „Schlaflabore/Ärzte“
Alles Gute

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Gast

Beitragvon Gast » 06.06.2003, 11:57

Hallo Manfred,

ich bin ueberwaeltigt von der kurzen Antwortzeit - vielen Dank dafuer!
Diese Schnarcherhilfen: Ist das eine permanente Sache oder hat es mehr Training-Charakter, sodass man die Hoffnung haben kann, dass man sie irgendwann nicht mehr braucht?
Gibt es Erfahrungen mit bestimmten Geraeten? Fuer welches sollte ich mich entscheiden oder was sollten die Entscheidungskriterien sein?
Kann man sich wirklich an ein solches Geraet gewoehnen oder ist das eine permanante Belastung?
Was sagen die Fachleute, die soetwas bereits im Gebrauch haben?

Viele Gruesse
Peter

Profil von Manfred Keller
Manfred Keller

AW; Schnarchen und Wasserbett

Beitragvon Manfred Keller » 06.06.2003, 12:59

Hallo Peter,
wir kennen viele Fälle, wo die unterschiedlichsten Hilfen/Hilsmittel oder gar chir. Eingriffe erfolgreich waren. Bei reinen Schnarchern ist die Erfolgsquote sogar recht hoch. Aber wie gesagt, man muß einwenig selbst probieren, was einem hilft. Man muß nämlich die Stelle öffnen, wo der Engpaß ist. Sonst verschwindet das Schnarchen nicht.
Es gibt aber eine relativ neue Möglichkeit nachzusehen, an welcher Stelle das Schnarchen stattfindet: eine Somnoendoskopie im Kunstschlaf (mit Propofol) ). Dabei wird man in künstlichen Schlaf versetzt und der obere Atemweg mit einem Endoskop auf den Ort des Verschlusses untersucht und gleichzeitig auf Video mit Ton aufgenommen. Das wird inzwischen von einigen HNO-Kliniken angeboten. Ob das in Ihrem Fall von der Kasse gezahlt wird, vermute ich eher nicht. Diese Methode eignet sich eher festzustellen, ob Schnarchen und Apnoen an einem Ort stattfinden an dem man Chancen hat es durch einen chir. Eingriff zu beseitigen.
Bleibt wirklich eigentlich nur selbst verschiedenes zu versuchen. Helfen tun Ihnen da gerne lok. Selbsthilfegruppen.
Zum Thema Schnarchen, mit und ohne Schlafapnoe, gibt es übrigens ein recht gutes verständliches Taschenbuch bei RoRoRo „Das Schnarchbuch“ von Dr. Spork (€ 8,50).
Alles Gute

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Beitragvon Gast » 06.06.2003, 13:50

Hallo Manfred,

danke fuer Deine Antwort. Ich hoffe, ich nerve nicht, wenn ich immer wieder nachfrage - aber ich bin so froh, dass ich hier eine Antwort bekomme ...
Das Buch habe ich mir nach Durchlesen des Forums schon bestellt ;-)
Gibt es denn Irgendwo eine Liste von Hilsmitteln und deren Wirkungen im Test?
Es geht mir darum, dass es so viele Anti-Schnarch-Mittel-Anbieter im Internet gibt und ich das starke Gefuehl habe, dass nur ein geringer Teil davon serioes ist. Wenn ich ausprobiere, moechte ich natuerlich schon gerne sicher sein, dass ich mir nichts kaufe, das sowieso bei niemandem funktioniert.
Vielleicht waere es garnicht schlecht hier auf Eurer Seite eine solche Liste zu sammeln, in der jeder seine ausprobierten Produkte auffuehrt und nach Funktionieren bewertet. Dann koennten "Schnarch-Anfaenger" :wink: die Liste nach Reihenfolge der meisten Treffer durchgehen. Ich wuesste naemlich nun garnicht, womit ich zuerst testen sollte ...

Viele Gruesse
Peter

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Manfred Keller

AW: Schnarchen und ...

Beitragvon Manfred Keller » 06.06.2003, 14:17

Hallo Peter,
der Eindruck täuscht nicht, daß es auch „Abzocker“ gibt, aber wenn wir hier eine Positiv- und/oder Negativ-Liste veröffentlichen würden, hätten wir sehr bald ziemlichen rechtlichen Ärger – leider geht das nicht.
Außerdem, ist es wirklich so, daß viele dieser Hilfsmittel im Grunde gut sind, aber nur für einen ganz kleinen Kreis von Betroffenen wirksam eingesetzt werden können, weil die (anatomischen) Voraussetzungen zu unterschiedlich sind.
Ich schätze, daß bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe erfolgversprechende Therapien gegenüber der CPAP-Therapie unter 10-15 % liegen. Das mag einen kleinen Anhaltspunkt geben über die Erfolgschancen der wirklich vielen Alternativen zur Maske.
Am besten ist es wirklich sich vor Ort mit einer SHG zu unterhalten. Die haben dann auch oft weiteres Infomaterial und/oder gar Muster.
Alles Gute

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Beitragvon Gast » 06.06.2003, 14:24

Hallo Manfred,

OK - danke Dir. Ich werde dann mal ein wenig suchen und sehen, wie ich in der Sache weiterkomme. Habe einen Verein bei mir in der Naehe gefunden und werde ihn kontaktieren.

Ich wuensche Dir und den Kollegen ein schoenes Pfingst-Wochenende und melde mich bestimmt nochmal mit einem Bericht ueber meine Fortschritte ...

Viele Gruesse
Peter

Profil von fabio1962
fabio1962

Dinkelkissen

Beitragvon fabio1962 » 13.07.2003, 19:19

Hallo Herr Keller!

Ich sage jetzt erstmal Sie weil ich für gewöhnlich eine mezinisches Fachkraft nicht gleich du"ze". Meine Frage wäre wo bekommt man ein solches Dinkelkissen und was könnte es kosten?

Leide unter Schlafapnoe und verwende ein BiLevel Vector von Vital Aire mit Mirage Ultra Maske mit Softclip. Bin 41 Jahre alt und seit 4 Jahre nutzer dieses Gerätes.

Mit freundlichen Grüßen
Pedrali, Fabio

Profil von Manfred Keller
Manfred Keller

AW: Dinkelkissen

Beitragvon Manfred Keller » 14.07.2003, 09:25

Hallop Fabio,
ich bin keine med. Fachkraft, sondern selbst Patien, der sich aber schon über 5 Jahre sehr intensiv mit der Krankheit und wie man anderen Betroffenen helfen kann beschäftigt.
Zur Frage:
www.google.de und "Dinkelkissen" eingeben, bringt viele Bezugsquellen und Preise.
Das Format sollte das eines ganz normalen Kissens (80x80) sein.
Alles Gute


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