Narkose

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Sinah60
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Narkose

Beitragvon Sinah60 » 05.06.2003, 09:17

Hallo,
ich muß mich heute mal mit einer Frage an Sie wenden.
Mein Mann hatte vor 5 Jahren einen Herzinfarkt, danach wurde dann festgestellt, daß er auch eine Schlafapnoe hat.
Mein Mann ist übergewichtig,besonders am Bauch.
Wenn er mal ohne Gerät auf dem Sofa auf dem Rücken liegend ein Nickerchen macht, hat er schon arge Probleme mit der Atmung und häufige Aussetzer. :(
So, nun hat ihm sein Zahnarzt vorgeschlagen seine Zähne wegen sehr umfangreicher Arbeit unter Vollnarkose machen zu lassen.
Ich habe einmal von Gruppenmitgliedern gehört, daß eine Vollnarkose mit Schlafapnoe noch risikoreicher ist,als ohne.
Wer kann mich da mal bitte beraten,was da zu beachten ist.
Die Vollnarkose soll übrigens nur gemacht werden,weil mein Mann Angst vor dem Zahnarzt hat.
Ich bedanke mich schon einmal,
Liebe Grüße
Sinah

festgestellt im Oktober 2000
Gerät: S8
Maske: Somnomask von Weimann
Druck: 8
Schlaframpe auf 15 Minuten eingestellt

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Manfred Keller

AW: Narkose

Beitragvon Manfred Keller » 05.06.2003, 09:32

Hallo Sinah,
unter folgendem link ist ein 2-seitiges Merkblatt zur (Voll-) Narkose (-führung):
http://www.bsd-web.de/pdf/anaest.pdf
Wir empfehlen eine Kopie dieses Merkblattes zur Vorbesprechung mitzunehmen und zu übergeben und diese Übergabe auf dem Blatt zu vermerken, das Ihr Mann unterschreiben muß, um damit zu erklären, dass er über die Risiken aufgeklärt wurde. Damit ist auch die Übergabe des Merkblattes dokumentiert.
Es hat sich als gute Praxis gezeigt, dass nach der OP am besten ein Familienmitglied im Aufwachraum neben dem Patienten sitzt und dem Patienten sofort seine CPAP-Maske aufsetzt. Das Personal im Aufwachraum hat dafür meist keine Zeit, und mit CPAP-Gerät und Maske kennt es sich sowieso nicht aus.

Alles Gute

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Jürgen L

Beitragvon Jürgen L » 05.06.2003, 17:22

Hallo Sinah

Vielleicht kann der Zahnarzt zusätzlich zur Vollnarkose die Zähne örtlich betäuben. Dann kann der Narkosearzt Mittel zur Narkose verwenden, die nach Narkose sehr schnell ihre Wirkung verlieren.

mfg

Jürgen

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Aufwachen

Beitragvon Manfred Keller » 05.06.2003, 17:57

Ein wesentliches Problem nach einer OP mit Vollnarkose ist das Aufwachen. Da Narkosemittel die Reaktionen des Atemzentrums im Gehirn auf Sauerstoffunterversorung und CO2-Erhöhung im Blut dämpfen und damit auch die Reaktionen des Körpers darauf, kann es zu erheblichen Komplikationen kommen, wenn der Aufwachende Apnoen bekommt und nicht an der CPAP-Maske ist, die das vermeidet. Zusätzliches Problem dabei: Während der OP ist ein Anaesthesist anwesend und überwacht, und intupiert ggf..
Nach der OP wird oft nicht mal Pulsoxymetrisch die Sauerstoffversorgung überwacht.
Deshalb wichtig sofort nach OP Überwachung (EKG, Pulsoxy,...) und Maske auf!

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Beitragvon Jürgen L » 05.06.2003, 22:16

Nach Operationen in Vollnarkose ist in Deutschland schon seit Jahren der Aufenthalt in einem Aufwachraum für je nach Bedarf kürzere oder längere Zeit Standard. Dazu gehört auch die Pulsoxymetrie zur Messung der Sauerstoffsättigung.
Solche Entsättigungen, wie bei Schlafapnoikern in der ersten Nacht im Schlaflabor - noch ohne CPAP -Gerät - würde ein Anästhesist(in) oder eine Anästhesieschwester oder -Pfleger nach Narkose nie tolerieren. Er /Sie würde sofort zum Patienten laufen, das Kinn hochhalten zum Freimachen der Atemwege, würde Sauerstoff geben und und und ...
Und mit Masken können diese Leute auch umgehen, es ist nämlich ihre tägliche Arbeit. Obwohl wahrscheinlich die speziellen CPAP - Geräte der Schlafapnoiker vielen noch etwas unbekannt sein dürften.


mfg


Jürgen

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till
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Beitragvon till » 06.06.2003, 08:23

Jürgen L hat geschrieben:Nach Operationen in Vollnarkose ist in Deutschland schon seit Jahren der Aufenthalt in einem Aufwachraum für je nach Bedarf kürzere oder längere Zeit Standard. Dazu gehört auch die Pulsoxymetrie zur Messung der Sauerstoffsättigung.
Solche Entsättigungen, wie bei Schlafapnoikern in der ersten Nacht im Schlaflabor - noch ohne CPAP -Gerät - würde ein Anästhesist(in) oder eine Anästhesieschwester oder -Pfleger nach Narkose nie tolerieren. Er /Sie würde sofort zum Patienten laufen, das Kinn hochhalten zum Freimachen der Atemwege, würde Sauerstoff geben und und und ...
Und mit Masken können diese Leute auch umgehen, es ist nämlich ihre tägliche Arbeit. Obwohl wahrscheinlich die speziellen CPAP - Geräte der Schlafapnoiker vielen noch etwas unbekannt sein dürften.


mfg


Jürgen


danke jürgen für dieses statement.
ohne jemanden angreifen zu wollen: ich finde man sollte als medzinischer laie immer SEHR vorsichtig sein mit solchen aussagen wie sie zum teil in diesem thread gemacht wurden. ich selber wurde vor kurzem operiert und hatte nicht den eindruck, daß der anästhesist keine ahnung hatte was bei einem apnoe patienten zu tun ist.


till
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Beitragvon Manfred Keller » 06.06.2003, 09:52

Hallo Jürgen,
leider erleben wir es immer wieder, dass da noch zu viel Unwissen ist. Auch bei Ihnen:


Jürgen L hat geschrieben:...
Solche Entsättigungen, wie bei Schlafapnoikern in der ersten Nacht im Schlaflabor - noch ohne CPAP -Gerät - würde ein Anästhesist(in) oder eine Anästhesieschwester oder -Pfleger nach Narkose nie tolerieren. Er /Sie würde sofort zum Patienten laufen, das Kinn hochhalten zum Freimachen der Atemwege, würde Sauerstoff geben und und und ...

...


Mit "Kinn hochhalten" und "Sauerstoff geben" ist es eben leider nicht getan, denn eine Obstruktion kann man damit nicht dauerhaft vermeiden und den Atemweg offen halten und Sauerstoff kommt nicht in die Lunge, wenn eine Obstruktion vorhanden ist. Das wirklich Einzige, das hilft (nach der Intubation) ist die CPAP-Maske und sonst nichts, denn nur die sorgt zuverlässig dafür, daß keine Obstruktion entstehen kann und der Atemweg offen bleibt. Nur so ist dann auch die normale Überwachung sinnvoll und erfolgreich.

Ich kenne leider einige Fälle, wo das beinahe schief gegangen wäre (aber Gott sei Dank nur "beinahe"), weil man da Sauerstoff gegeben hat, aber den danebenstehenden CPAP nicht eingesetzt hat.

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Beitragvon Jürgen L » 06.06.2003, 18:20

Sorry, wenn ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt habe.


mfg


Jürgen

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Beitragvon Klaus K. » 06.06.2003, 19:54

Hallo,
ich hatte im Februar dieses Jahres zwei OP's.
Die erste war eine HNO.
Da war es aus technischen Gründen gar nicht möglich mein CPAP-Gerät zu benutzen (hatte die Nase voll mit Tamponaden).
Ich wurde aber auch sehr spät extubiert (war da schon eine weile bei Bewusstsein).
Die zweite, 8 Tage später war eine größere Herz-OP.
Da hatte ich zwar mein CPAP-Gerät mit auf der Intensivstation,
( wann ich da extubiert wurde habe ich nicht mitbekommen )
war auch Risiko-Patient aber ich hatte nicht mehr dran gedacht
Und auch kein Arzt bzw. Pfleger hat mir meine Maske gegeben.
Es ist also noch nicht üblich mit solchen Patienten richtig umzugehen.

Gruß Klaus :)

Profil von Michael
Michael

Beitragvon Michael » 19.06.2003, 10:55

Hallo,
also auch ich kann Jürgen da nicht zustimmen.
Ich wurde vor ein paar Wochen ambulant an einem Leistenbruch operiert. Die Narkoseärztin hatte starke bedenken bei mir eine voll Narkose zu machen (wegen der Schlafapnoe) machte sie aber doch. Nach der OP war außer meiner Frau die dann gerufen wurde nimand im Aufwachraum die Narkoseärztin hat auch nicht mehr nach mir gesehen.

Gruß
Michael

Profil von udo K
udo K

Beitragvon udo K » 16.08.2003, 16:34

Ich hatte vor 4 Wochen eine Operatin an der Nasens
scheidewand sie wurde gerichtet der Nakosearzt war sehr
vorsichtig als er von meiner Narkolepsie höhrte .
Ich mußte so lange im Aufwachraum bleiben bis ich richtig
wieder wach war dabei wurde ich Ständig Kontroliert .
Am Abend hätte ich das CPAP Gerät nicht nutzen können
wegen der Tamponaden .
Der Arzt hat sie dann am Abend entfernt so das ich das Cpap
Gerät wieder benutzen konnte wenn das nicht gegangen wäre
hätten sie mich auf die Intensivstaton verlegt zur Überwachung.
Der Arzt sagte wir ich gehe kein Risiko ein den wenn etwas pssiert
habe ich den schwarzen Petre.!!

Profil von Michael
Michael

Beitragvon Michael » 03.09.2003, 18:59

Mich würde einmal interessieren, wenn bei der Narkose so eine Sorgfalt besteht, wie ist es bei einer Magenspiegelung, wo man in einen Schlafzustand gelegt wird? Mein Hausarzt meint da brauche man keine bedenken zu haben, da es sich ja nicht um eine Narkose handelt.
Was meint Ihr dazu?
Gruß
Michael

Profil von Jürgen L
Jürgen L

Magenspiegelung

Beitragvon Jürgen L » 04.09.2003, 21:06

ich würde mich dort erkundigen, wo die Magenspiegelung durchgeführt werden soll. Die Möglichkeit, während der Spiegelung und gewisse Zeit danach die Sauerstoffsättigung zu messen, sollte schon sein. Auch sollten die Ärzte, die die Magenspiegelung machen darauf vorbereitet sein, dass es Probleme mit dem Offen-halten der Atemwege geben kann. Deshalb müssen sie wissen, dass ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt.

mfg


Jürgen

Profil von Heike
Heike

Beitragvon Heike » 04.09.2003, 21:29

Ich arbeite in einer Klinik und habe selbst, damals noch ohne das Bewußtsein, eine Apnoe zu haben, mal eine Magenspiegelung bekommen. Ich sag Euch, mit 10 mg Dormicum, und das ist fast Standard, schlaft ihr anschließend noch eine ganze Zeit, deshalb würde ich es aus heutiger Sicht so sehen: auf jeden fall auf die Apnoe hinweisen, CPAP-Gerät mitnehmen und aufsetzen lassen beim Schlafen.

Profil von Manfred Keller
Manfred Keller

AW: Narkose

Beitragvon Manfred Keller » 05.09.2003, 14:56

Narkose beeinflußt auch das Schlafzentrum im Gehirn. Deshalb kann es beim Aufwachen, wenn man schon nicht mehr intubiert ist zu Problemen kommen, weil zusätzlich zu den Apnoen die Weckreaktionen nicht mehr richtig funktionieren. :cry:
Leider ist das Personal, das das Aufwachen überwacht oft nicht richtig informiert, bzw. kennt das überhaupt nicht. Und leider gibt es da auch noch einige "Ignoranten". :evil:
In unserer Gruppe haben wir leider einige nicht sehr schöne Erfahrungen gemacht :evil:, obwohl wir unseren Leuten empfehlen ein Merkblatt für die Narkoseführung bei Schlafapnoe bei der OP-Vorbesprechung zu übergeben und diese Übergabe auf dem Merkblatt über die Gefahreninfo, das man vor der OP unterschreiben muß zu notieren.
Bei uns hat es sich bewährt, wenn vereinbart wird, daß Familienangehörige beim Aufwachen dabei sind und dem Patienten sofort die Maske aufsetzen. :wink:
Alles Gute


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