Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Informationen und Erfahrungsberichte rund um die Schlaflaboruntersuchung.
Antworten
Profil von mindernickel
mindernickel

Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Beitrag von mindernickel » vor 7 Jahren

Sehr geehrter Herr Dr. Randelshofer,

ich habe eine wichtige Frage.
Mein Hausarzt hatte mir ein ambulantes Überwachungsgerät gegeben. Bei der Auswertung waten 28 Unregelmäßigkeiten zu sehen (bei ca. 5 Stunden Schlaf), mit Sauerstoffentsättigungen unter 90 %. Daraufhin wurde ich ins Schlaflabor geschickt.
Dort hatte ich große Probleme einzuschlafen, habe aber im Endeffekt doch ca. 4 - 5 Stunden geschlafen. Es wurden ausschließlich Hypopnoen ohne bedeutsame Sauerstoffentsättigungen gemessen, 13 in der Stunde, allerdings nur in Rückenlage, wobei ich nur 21 % der Nacht in Rückenlage verbracht habe. Kein Schnarchen, gute Schlafqualität.
Die Ärztin regte nun an, noch eine zweite Nacht im SL zu verbringen, da durch den wenigen Schlaf kein repräsentatives Ergebnis erreicht werden könne. Ich soll beim zweiten Mal ein Schlafmittel bekommen.
Halten Sie diese Vorgehensweise für sinnvoll? Oder ist die eine Nacht ausreichend und sind die Ergebnisse des SL auf jeden Fall exakter als die des ambulanten Gerätes?
Zu Ergänzung: Ich bin 44 Jahre alt, weiblich, kein Übergewicht. Hatte in der letzten Zeit nachts manchmal das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen, deshalb die Untersuchung.
Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mindernickel


Benutzeravatar
Dr. Randelshofer
Forum-Moderator
Beiträge: 2171
Registriert: vor 14 Jahren
Wohnort: Bad Krozingen
Kontaktdaten:

Re: Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 7 Jahren

Hallo Mindernickel,
mindernickel hat geschrieben: Die Ärztin regte nun an, noch eine zweite Nacht im SL zu verbringen, da durch den wenigen Schlaf kein repräsentatives Ergebnis erreicht werden könne. Ich soll beim zweiten Mal ein Schlafmittel bekommen.
Halten Sie diese Vorgehensweise für sinnvoll?
Ja, weil Ihr Befund nicht eindeutig normal war und die Schlafqualität möglicherweise nicht ausreichend zur endgültigen Beurteilung.

Mit entsprechenden medikamenten (z.B. Zopiclon) schlafen Sie voraussichtlich deutlich besser, ohne dass die Atmung dadurch beeinträchtigt wird.
mindernickel hat geschrieben:Oder ist die eine Nacht ausreichend und sind die Ergebnisse des SL auf jeden Fall exakter als die des ambulanten Gerätes?
Die Untersuchung im SL ist auf jeden Fall wesentlich ausführlicher und erforderlich, um zu entscheiden, ob eine Behandlung sinnvoll ist.

Beste Grüsse

Benutzeravatar
Dr. Randelshofer
Forum-Moderator
Beiträge: 2171
Registriert: vor 14 Jahren
Wohnort: Bad Krozingen
Kontaktdaten:

Re: Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 7 Jahren

Hallo Mindernickel,

ich beantworte Ihren Beitrag unten hier, weil er thematisch zu diesem thread gehört.
Mindernickel hat geschrieben:Sehr geehrter Herr Dr. Randelshofer,

ich hatte gestern schon einen Beitrag verfasst, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Im Schlaflabor hatte ich nur Hypopnoen, diese auch nur in Rückenlage und ohne Entsättigung.
Nun habe ich mir doch mal die Werte beim Hausarzt von der vorangegangenen Polygraphie besorgt und bin schockiert! AHI 15, 3, Maximale Entsättigung 57 % (!), maximale Dauer Apnoe 154 sec., Hypopnoe 250 sec.
Was ist denn da passiert? Der Arzt hatte am Telefon von 28 Apnoen in der ganzen Nacht gesprochen? Hat das Gerät bei der Auswertung auch die Zeit mitgerechnet, in der ich gar nicht geschlafen habe? Weil das Gerät einige Fehlermeldungen gegeben hat, habe ich es mehrfach neu angelegt, ist das vielleicht als Apnoe gewertet worden?
Oder kann es sein, dass ich ein übles OSAS habe, das aber ausgerechnet in der Nacht im SL nicht aktiv war?
Bin völlig verunsichert und bitte um Hilfe.

Gruß
Mindernickel :eek:
Polygrafiegeräte erkennen nicht ob Sie schlafen. Die Zahlen beziehen sich deswegen immer auf die gesamte Nacht, nicht nur die Schlafzeit, wie es im Schlaflabor der Fall ist.

Es scheint mir seltsam, dass der Unterschied zwischen ambulanter Polygrafie und Polysomnografie im SL so riesig ist. Eine Sauerstoffsättigung von 57% wäre schon massiv, ebenso die Dauer der Apnoen und Hypopnoen. Nachdem die ambulante Messung ja nicht überwacht wird, kann es hier schon mal zu falschen Ergebnissen kommen.

Es läuft immer auf das Gleiche raus: Die Untersuchung im SL sollte wiederholt werden, am Besten mit einem entsprechenden Schlafmittel, wenn erforderlich.

Grüsse

Profil von mindernickel
mindernickel

Re: Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Beitrag von mindernickel » vor 7 Jahren

Hallo Herr Dr. Randelshofer,

vielen Dank, dass Sie immer so schnell antworten. Ich wünschte, meine Ärzte wären so wie Sie.
Ich habe bereits einen Termin für eine zweite Nacht im SL. Allerdings überlege ich, vielleicht doch das SL zu wechseln und in eines mit Bluetooth-Geräten zu gehen. Ich fand es grässlich, an diese vielen Kabel gefesselt zu sein und nicht spontan aufstehen zu können, sicherlich bin ich deshalb so schlecht eingeschlafen.
Nochmals vielen Dank!

Gruß
mindernickel


Zu viel Werbung? Hier kostenlos beim SCHLAFAPNOE Forum registrieren!
Profil von mindernickel
mindernickel

Re: Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Beitrag von mindernickel » vor 7 Jahren

Sehr geehrter Herr Dr. Randelshofer,

ich wäre Ihnen für eine weitere Auskunft sehr dankbar.
Ich war nun eine zweite Nacht im Schlaflabor und habe unter der Gabe von Zopiclon auch ausreichend lange geschlafen (absolute Schlafzeit 329,5 min.).
Die Ergebnisse der ersten Nacht wurden bestätigt. Diagnose: leichtgradiges, vor allem rückenlageassoziiertes Schlafapnoesyndrom, AHI: 8,0. Ich hatte eine obsruktive Apnoe, 7 zentrale Apnoen (in den Einschlafphasen, somit wohl nicht pathologisch) und 36 Hypopnoen, die längste 22 sec., ohne nennenswerte Entsättigungen (Durchschnitt 96 %, höchste Entsättigung 93 %). Geschnarcht habe ich gar nicht. Allerdings wurde im EKG eine relativ tachykarde Sinusarrhythmie festgestellt. Empfehlung: Vermeidung der Rückenlage.
Mein Problem ist, dass diese Diagnose zwar erfreulich ist, aber nicht mit meinen realen Beschwerden zusammenzupassen scheint. Ich werde regelmäßig wach (meist gegen Morgen) und habe das Gefühl, nicht richtig atmen zu können, als sei der Körper zu schwach zum Atmen. Auch wenn ich aufstehe, bleibt dieses Gefühl noch eine Weile, begleitet von starkem Herzklopfen. Mein Hausarzt sagt, beim Homescreening hätte ich viel höhere Entsättigungen gehabt, und das sei zuverlässiger, weil man zu Hause besser schlafe als im SL. Was stimmt denn nun? Ich denke, das SL ist präziser?! Jetzt soll ich eine Weste tragen, nicht sehr verlockend, gibt es da Alternativen?

Ich leide seit einigen Jahren an einer Hashimoto-Thyreoiditis, die aber erst vor kurzem erkannt wurde, und bin wohl noch nicht optimal eingestellt. Außerdem habe ich einen Eisenmangel. Insgesamt habe ich in der letzten Zeit vermehrt Muskelprobleme, Schmerzen und Schwäche. Kann es da einen Zusammenhang geben? Und gibt es die Chance, dass ich wieder besser schlafen kann, wenn Schilddrüse und Eisen richtig eingestellt sind?
Aufgrund der unklaren Symptome habe ich bereits erhebliche Ängste entwickelt, aus Furcht, ich könnte eine schlimme neurologische Erkrankung haben.

Vielen, vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüße
mindernickel

Benutzeravatar
Dr. Randelshofer
Forum-Moderator
Beiträge: 2171
Registriert: vor 14 Jahren
Wohnort: Bad Krozingen
Kontaktdaten:

Re: Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 7 Jahren

Hallo Mindernickel,
mindernickel hat geschrieben: Ich war nun eine zweite Nacht im Schlaflabor und habe unter der Gabe von Zopiclon auch ausreichend lange geschlafen (absolute Schlafzeit 329,5 min.).
Die Ergebnisse der ersten Nacht wurden bestätigt. Diagnose: leichtgradiges, vor allem rückenlageassoziiertes Schlafapnoesyndrom, AHI: 8,0. Ich hatte eine obsruktive Apnoe, 7 zentrale Apnoen (in den Einschlafphasen, somit wohl nicht pathologisch) und 36 Hypopnoen, die längste 22 sec., ohne nennenswerte Entsättigungen (Durchschnitt 96 %, höchste Entsättigung 93 %).
Nachdem Sie nun offensichtlich ausreichend gut geschlafen haben, halte ich das Ergebnis der Untersuchung im Schlaflabor für realistisch. Die Untersuchung zu Hause ist, wie gesagt, deutlich störanfälliger.
mindernickel hat geschrieben:Mein Problem ist, dass diese Diagnose zwar erfreulich ist, aber nicht mit meinen realen Beschwerden zusammenzupassen scheint. Ich werde regelmäßig wach (meist gegen Morgen) und habe das Gefühl, nicht richtig atmen zu können, als sei der Körper zu schwach zum Atmen. Auch wenn ich aufstehe, bleibt dieses Gefühl noch eine Weile, begleitet von starkem Herzklopfen.
Wurden Sie denn schon mal beim Pneumologen und Kardiologen ausführlich untersucht?
mindernickel hat geschrieben:Mein Hausarzt sagt, beim Homescreening hätte ich viel höhere Entsättigungen gehabt, und das sei zuverlässiger, weil man zu Hause besser schlafe als im SL. Was stimmt denn nun? Ich denke, das SL ist präziser?!
Siehe oben.
mindernickel hat geschrieben:Jetzt soll ich eine Weste tragen, nicht sehr verlockend, gibt es da Alternativen?
mindernickel hat geschrieben:Ich leide seit einigen Jahren an einer Hashimoto-Thyreoiditis, die aber erst vor kurzem erkannt wurde, und bin wohl noch nicht optimal eingestellt. Außerdem habe ich einen Eisenmangel. Insgesamt habe ich in der letzten Zeit vermehrt Muskelprobleme, Schmerzen und Schwäche. Kann es da einen Zusammenhang geben? Und gibt es die Chance, dass ich wieder besser schlafen kann, wenn Schilddrüse und Eisen richtig eingestellt sind?
Ja, möglich wäre das.

Bitte bedenken Sie aber, dass ich hier keine Diagnosen stellen kann und darf.

Beste Grüsse

Antworten
  • Das könnte Sie auch interessieren
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Kostenlos registrieren!

Wenn dir die Beiträge zum Thema "Ist zweite Nacht im Schlaflabor nötig?" gefallen haben, du noch Fragen hast oder Ergänzungen machen möchtest, mach doch einfach bei uns mit und melde dich kostenlos und unverbindlich an:

Jetzt registrieren!

Registrierte Mitglieder genießen u.a. die folgenden Vorteile:
  • kostenlose Mitgliedschaft in einer seit 2003 bestehenden Community
  • schnelle Hilfe bei Problemen und direkter Austausch mit tausenden Mitgliedern
  • neue Fragen stellen oder Diskussionen starten
  • komplett werbefrei im Forum surfen
  • und vieles mehr ...

Auf sozialen Netzwerken teilen

Zurück zu „Stationäre Untersuchung im Schlaflabor“