Welches Gerät, welche Maske?

Wird angewendet bei der obstuktiven Schlafapnoe. Die Maske ist die Schnittstelle zwischen CPAP Gerät und Patient und enorm wichtig für den Erfolg der Therapie.

Moderator: Dr. Randelshofer

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Welches Gerät, welche Maske?

Beitrag von Molder » vor 7 Jahren

Hallo

nun bin ich auch im Club, habe ein schwergradiges OSAS. Zuerst mal was allgemeines zu mir:
Hatte gestern meine erste Nacht mit Atemmaske im Schlaflabor.
Gerät: Heinen & Löwenstein "Phönix 2"
Maske: Respironics "Comfort Select"
Druck: 9 mbar

Nach der ersten Nacht dachte ich, ich wäre ein anderer Mensch; Wahnsinn, was das für einen Unterschied macht!!
Was mir allerdings nicht so gefallen hatte, war der Gegendruck beim Ausatmem; so der letzte Liter Luft wollte nicht so richtig raus. Wenn man mal den Mund aufgemacht hat, dann ist die Luft über die Nase direkt aus dem Mund rausgepfiffen: das hat mich anfangs echt verrückt gemacht. Aber nach bisserl Eingewöhnung ging das. Einzig die Maske hat etwas stark auf die Oberlippe gedrückt; der Winkel war schon maximal eingestellt, aber evt kann man noch was an den Bändern korrigieren.
Was mich etwas irritiert hat ist, dass die Ärztin gesagt hat, dass mich jemand von Heinen & Löwenstein zwecks Beratung kontaktieren würde. Ich war anfangs davon ausgegangen, dass man ins Sanitätshaus geht und dort das Kassenmodell bekommt... Kann man sich denn überhaupt an der Auswahl des Gerätes beteiligen, oder zahlt die Kasse dann nicht (alles)?

Wie oben bereits geschrieben finde ich den Gegendruck beim ausatmen unangenehm. Da wäre doch ein Bi-Level Gerät die richtige Lösung, oder? Welches Gerät von Heinen & Löwenstein ist empfehlenswert?
Überwachen und speichern eigentlich alle Geräte ob man Apnoen hat? Kann man das selbst auslesen? Ich schreibe das vor dem Hintergrund da ich seit 1 Jahr massiv abnehme: letztes Jahr 27 kg, für dieses sind 20 kg angepeilt (hatte mir aufgrund einer Essstörung 90 zusatzkilos über 6 Jahre angefuttert). Ich habe Sorge, dass sich dadurch mein benötigter Druck verändert und ich evt Probleme bekomme.

Welche Maske wird denn so favorisiert? Gibt's da einen Porsche unter den vielen Typen oder ist das stark vom Benutzer abhängig?

Gibt es Erfahrungen im Vergleich von Nasen- und Voll-Masken?

Was ist eigentlich bei Stromausfall? Muss ich Angst haben zu ersticken,. weil ich mein eigenes CO2 immer wieder einatme?


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Fritz Wlan
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Re: Welches Gerät, welche Maske?

Beitrag von Fritz Wlan » vor 7 Jahren

Ich versuche mal deine Fragen zu beantworten.
Molder hat geschrieben: Was mich etwas irritiert hat ist, dass die Ärztin gesagt hat, dass mich jemand von Heinen & Löwenstein zwecks Beratung kontaktieren würde. Ich war anfangs davon ausgegangen, dass man ins Sanitätshaus geht und dort das Kassenmodell bekommt... Kann man sich denn überhaupt an der Auswahl des Gerätes beteiligen, oder zahlt die Kasse dann nicht (alles)?
Jede Krankenkasse hat mit einem Versorger einen Vertrag, der die Heimbeatmungsgeräte von der technischen Seite her managt. Dieser Versorger kann selbst ein Gerätehersteller sein oder diese von Herstellern einkaufen. Welchen du bekommst hängt also von deiner Krankenkasse ab. Ein Mitspracherecht hast du schon, allerdings keinen Anspruch darauf, dass die Kasse dadurch mehr bezahlt. Geräte von anderen Herstellern musst du meist (mit der Kasse absprechen!) selbst bezuschussen.
Molder hat geschrieben: Wie oben bereits geschrieben finde ich den Gegendruck beim ausatmen unangenehm. Da wäre doch ein Bi-Level Gerät die richtige Lösung, oder? Welches Gerät von Heinen & Löwenstein ist empfehlenswert?
BiLevel oder BiPaP ist eine andere Beatmungstherapie die bei u.a. zentralen Apnoen eingesetzt wird. Dies ist medizinisch gesehen etwas völlig anderes als cPaP bei dem ein konstanter Druck gegeben wird. Was du meinst ist der C-Flex,EPR, oder softPaP-Modus (jeder Hersteller nennt das anders). Hierbei wird der Druck beim ausatmen abgesenkt (ganz weich, anders als bei BiLevel) was einige Patienten als angenehmer empfinden. Jedoch kann das nicht jedes Gerät. Ein Aufenthalt im Schlaflabor ist notwendig, da beim aktivieren von C-Flex etc. meist eine Drucksteigerung nötig ist. (Der effektive Druck insgesamt sinkt ja.)
Molder hat geschrieben: Überwachen und speichern eigentlich alle Geräte ob man Apnoen hat? Kann man das selbst auslesen? Ich schreibe das vor dem Hintergrund da ich seit 1 Jahr massiv abnehme: letztes Jahr 27 kg, für dieses sind 20 kg angepeilt (hatte mir aufgrund einer Essstörung 90 zusatzkilos über 6 Jahre angefuttert). Ich habe Sorge, dass sich dadurch mein benötigter Druck verändert und ich evt Probleme bekomme.
Glückwunsch, das es bei dir mit dem Abnehmen so klappt. Das ist echt nicht leicht. Respekt. Der Druck sollte dann neu eingestellt werden. Dein Hausarzt oder Lungenfacharzt kann dir da helfen. Die Apnoeanzeige ist da ein guter Indikator. Du kannst ja gern mal bei deinem Arzt anrufen und ihm die Daten vom Gerät durchgeben. Er kennt dich und deinen gesundheitlichen Zustand und kann da am besten beurteilen wann etwas zu tun ist.
Nicht jedes Gerät zeichnet Apnoen auf. Ist halt gerätespezifisch.
Molder hat geschrieben: Welche Maske wird denn so favorisiert? Gibt's da einen Porsche unter den vielen Typen oder ist das stark vom Benutzer abhängig?
Gibt es Erfahrungen im Vergleich von Nasen- und Voll-Masken?
Meiner Meinung nach immer vom Patient und der Therapie abhängig. Es gibt Modelle die häufiger verwendet werden und welche die nicht so gut angenommen werden. Direkt empfehlen würde ich da keine.
Molder hat geschrieben: Was ist eigentlich bei Stromausfall? Muss ich Angst haben zu ersticken,. weil ich mein eigenes CO2 immer wieder einatme?
Die Masken haben ein Ventil das beim Ausfall des Gerätes ein freies Atmen ermöglicht. Ersticken kann man im Schlaf nicht.
Messassistent Schlaflabor (Pneumologie) Erlangen

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Re: Welches Gerät, welche Maske?

Beitrag von Molder » vor 7 Jahren

Erst mal vielen Dank für die umfangreiche Antwort! :top:

Ist denn der Beitrag der Kasse für ein cPaP-Gerät begrenzt? Für Hörgeräte gibt's ja auch nur einen begrenzten Zuschuss... :(
Hierbei wird der Druck beim ausatmen abgesenkt (ganz weich, anders als bei BiLevel) was einige Patienten als angenehmer empfinden. Jedoch kann das nicht jedes Gerät. Ein Aufenthalt im Schlaflabor ist notwendig, da beim aktivieren von C-Flex etc. meist eine Drucksteigerung nötig ist. (Der effektive Druck insgesamt sinkt ja.)
Nachdem ich mir einige Herstellerprospekte angeschaut habe, bin ich anderer Meinung. Beim aktivieren von C-Flex wird der Druck beim Ausatmen abgesenkt, der Druck beim Einatmen jedoch konstant gehalten (außer bei A-Flex, dass auch noch einen Druckaufbau beim einatmen bietet) was ja letztendlich der Offenhaltung des Atemweges dient. Es erschließt sich mir nicht, warum man hier einen höheren Druck benötigen würde :?:

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