Seite 1 von 1

schlaflabor abenteuer

Verfasst: 20.11.2003, 10:08
von till
hallo,

das kan ich euch nicht vorenthalten:
am dienstag war ich zur stationären kontrolle im schlaflabor. warum auch immer das stationär sein musste, keine ahnung. ich hatte vorher ausrücklich um eine ambulante kontrolle gebeten.

gegen 20:30 war ich da und der erste hammer kam: die maske, die ich anziehen sollte zeigte deutliche spuren meines vorgängers. nun bin ich nicht super-pingelig, aber das war doch ein hammer. die maske war noch nicht einmal grob gereinigt, viel weniger etwa desinfiziert.
auf meine frage an die schwester, ob es evtl. einen neuen maskeneinsatz gebe gab es von ihr zunächst ein ratsloses gesicht und dann ein "wissen sie denn vielleicht, wie man den einsatz in die maske einsetzt ?"
nach meinem "ja" brachte sie dann einen (nicht neuen, aber immerhin saubereren) einsatz, der jedoch leider nicht zur maske passte.
also habe ich zähneknirschend den alten einsatz akzeptiert.
am schlauchanschluß an der maske befand sich ein etwa 20 cm (!!) langer wust an ventilen, anschlussstücken etc., der eine enorme hebelwirkung auf die maske ausübte. zusammen mit der tatsache, daß die bänder des kopfgeschirres extrem kurz waren übte das ganze einen druck auf den oberkiefer und stirn aus, der nach etwa 30 minuten heftige kopfschmerzen verursachte.
zudem noch keinerlei ordentliche zuführung des schlauches, und das in einem schlaflabor ! villeicht hätte eine führung des schlauches ja den mechanischen druck etwas herabgesetzt.

bei meiner ersten lageänderung machte es plötzlich "plopp" und der luftschlauch löste sich von der maske an einem der ventile.
die nachtschwester, die ich rufen musste, weil alle leitungen so kurz waren, daß ich nicht zu boden reichen konnte um den schlauch aufzuheben sah sehr ratlos drein "wissen sie was wir jetzt machen sollen ?" na ja: den anschluss wieder hereinstecken.
zu allem überfluss machte das schlaflabor eigene cpap gerät einen höllenlärm.
nach einer weiteren stunde waren meine kopfschmerzen so stark, daß ich das krankenhaus wieder verlassen habe.
an schlafen wäre eh nicht zu denken gewesen.

frustierend, oder ?
euer

till

ambulant ist auch nicht besser

Verfasst: 20.11.2003, 12:13
von Willy
Vor einiger Zeit hatte ich einen ambulanten Überprüfungstermin.

Man rüstete mich in der Arztpraxis mit einem Gerät aus, das nicht mehr wie früher mit Elektrodenkabeln und Mikrofon etc. versehen war, sondern man zeigte mir nur, wie ich es mir um den Bauch schnallen sollte (ein Kasten, der etwa in Brustbeinhöhe auf der Brust fixiert wird, ein Meßschlauch muß an das CPAP-Gerät angeschlossen werden).

Zuhause angekommen und bettfertig, stellte ich dann fest, daß der Kasten (in einem, meiner Meinung nach sehr unhygienischen filzigen Kunststoffüberzug - soll wohl "mollig" sein) nach mindestens drei verschiedenen uralt- abgestandenen, dafür aber um so aufdringlicheren Parfümsorten "duftete".

Die Überprüfung war notwendig geworden, weil ich Probleme mit der Einstellung meines CPAP- Gerätes hatte, ich schlief immer schlechter. Nun ist es so, daß ich ohne "Beatmung" überhaupt nicht auf dem Rücken schlafen kann und "mit" auch nur äußerst schlecht.

Weil die "Kiste" flach auf der Brust aufliegen muß, konnte ich mich nicht auf die Seite legen (bzw. immer wenn ich einschlief, rutschte das Gerät weg), ich wurde also immer im Einschlafen wieder aufgeschreckt. Dann habe ichs auf dem Rücken versucht, auch nichts zu machen, ich schlief einfach nicht ein. Dazu dann dieser aufdringliche Geruch (ich bin Allergiker und Asthmatiker). Jedenfalls hatte ich nach drei Stunden derart die Nase voll, daß ich aufstand.

Die Überprüfung erfolgte dann in der Kaiserswerther Diakonie stationär, wo ich mich in allen Dingen gut betreut und versorgt fühle.

AW: schlaflabor abenteuer

Verfasst: 20.11.2003, 12:42
von Manfred Keller
Hallo Till,
wer eine ambulante Kontrolluntersuchung (Screening) machen will, der sollte das eigentlich über seinen niedergelassenen (LuFa-) Arzt machen. Wer so ein Screening über das Schlaflabor machen möchte, der muß das vorher fachlich und terminlich abstimmen und wieder nach hause gehen, wenn dann kein Screeninggerät vorhanden ist. (Argument: habe mein eigenes Gerät nicht dabei, da ambulantes Screening abgesprochen war!)
Wer (teil-) stationär (wichtig ist "teil-" wg. Zuzahlungsbefreiung) kontrolliert werden soll, muß sein eigenes Gerät mit Zubehör zur Kontrolle mitnehmen. Dahinter stehen nicht nur hygienische Gründe, sondern nur so kann man "richtig" kontrolliert werden, da Geräte und Masken unterschiedlich sein können, lediglich für einen benötigten Druckmeßschlauch wird ein kurzes Zwischenstück verwendet, wenn die Maske dafür keine Anschlußstelle hat.
Alles Gute

Kontrolle

Verfasst: 22.11.2003, 17:01
von Dr. Randelshofer
Hallo Till,

mir ist nicht klar, warum Sie im Schlaflabor nicht Ihre eigene Geräteausrüstung benutzen konnten??

Abgesehen davon, dass dreckige Masken natürlich absolut unzumutbar sind, sehe ich das Problem, dass die Druckeinstellung mit dem Laborgerät mit der mit Ihrem eigenen nicht identisch sein muss, sofern es sich nicht um das gleiche Gerät handelt. Jedes Gerät hat eine andere Art, den Druck aufzubauen, und auch der Maskentyp kann Einfluss auf den benötigten Druck haben. Meiner Meinung nach muss immer mit der eigenen Geräte-/Maskenkombination kontrolliert werden.

Dass die Nachtschwester offensichtlich überfordert war ist natürlich nochmal ein Punkt für sich...

Mit stirnrunzelnden Grüssen

dachte ich auch

Verfasst: 23.11.2003, 01:09
von till
hallo herr dr. randelshofer,

mir ist das vorgehen auch nicht so ganz klar, zumal ich bei meinem kontakt mit der arztpraxis nach einer ambulanten überprüfung gefragt hatte.
im vorgespräch mit der ärztin hatte ich auch darauf hingewiesen, daß ich gerne zumindestens meine eigene maske verwenden möchte. "wenn das passt können wir das machen" war ihre antwort.
es ist dann daran gescheitert, daß dei schwester bammel davor hatte ärger mit dem arztz zu bekommen, wenn sie die beiden (genormten) druckmesschläuche an meine eigene maske anschließen würde.
hier wird scheinbar inkompetent gearbeitet.
bislang konnte ich die ärztin noch nicht telefonisch erreichen um mit ihr zu sprechen.

till

Kontrolle,es geht auch anders

Verfasst: 23.11.2003, 21:11
von Sinah
Hallo,
wenn ich das so lese, weiß ich erst wie gut ich es habe.
Ich bekomme immer einmal im Jahr einen Termin für eine Kotrolle für eine Nacht.
Ich bringe mein eigenes Gerät mit.
Wenn die Damen dann zum Verkabeln kommen, gucken sie sich mein Gerät an und wenn was erneuert werden muß, Schlauch,Maske dann machen sie es sofort.
Am nächsten morgen wird mir dann alles erklärt, ob und was gemacht wurde und dann gehe ich mit einem neuen Termin für das nächste Jahr wieder nach Hause.
Lieben Gruß Sinah

AW: Kontrolle,es geht auch anders

Verfasst: 24.11.2003, 13:19
von Manfred Keller
Hallo Sinha,
schön zu hören, daß es neben ein paar schwarzen Schafen auch Vorbildliches gibt!
Weiter alles Gute

Verfasst: 24.11.2003, 19:40
von Helmut
Hallo,

nach den Negativberichten möchte auch ich etwas Positives über Schlaflabore sagen.
Ich bin seit einigen Jahren beim AK Harburg im Schlaflabor. Habe bei den bisher jährlichen Überprüfungsterminen (Die routinemäßigen Termine sind nun ausgesetzt, da mein Zustand sich als stabil erwiesen hat) stets mein eigenes Gerät benutzt. Das Überwachugspersonal, in der Regel Studenten oder Teilzeiter MTA's war immer Kompetent und ansprechbar. Auch bei der Hygiene gab es nie etwas auszusetzen. Ich bin also rundum zufrieden. Auch mit dem Frühstück am nächsten Morgen. :D

Gruß Helmut

Kontrolltermin im Schlaflabor

Verfasst: 24.11.2003, 20:14
von Dr. Knaack
Ich kann mich Herrn Randelshofer nur anschließen!
Mir ist völlig schleierhaft, was in dieser Nacht gemessen werden sollte?
In jedem Fall konnten sicherlich viele Artefakte aufgezeichnet werden.
Prinzipiell gibt es ja medizinische Indikationen, auch stationäre Kontrollen zu machen, insofern gesundheitliche Probleme, oder z.B. Gewichtsveränderungen bzw. Müdigkeit trotz CPAP-Anwendung auftritt.

Dr. L. Knaack, Dortmund