zentrales Schlaf-Apnoe-Syndrom

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Stephan Bernstein

zentrales Schlaf-Apnoe-Syndrom

Beitrag von Stephan Bernstein » vor 14 Jahren

:( Liebe Leute im Forum,
ich habe Ihre Adresse von der SHG Wuppertal bekommen und möchte mich einfach mal an Sie wenden, weil ich mit dem Schlaf-Apnoe-Syndrom bei meinem Hausarzt und auch so nicht mehr recht weiterkomme.

Fieserweise sind bei mir hauptsächlich zentrale Apnoen festgestellt worden,
als ich im Schlaflabor war. Trotzdem hat man mir ein CPAP-Gerät verpasst,
was ja nicht schadet, aber auch die zentralen Apnoen nicht verhindern kann, lediglich die Sauerstoffsättigung grundsätzlich etwas erhöhen.
Begleitend habe ich einige Monate ein Medikament bekommen (Herphonal), was mir lange zu besserem Schlaf verholfen hat, nun aber scheinbar nicht mehr recht wirkt. Jedenfalls kommen bei mir seit einigen Wochen kaum noch mehr als 3-4 Stunden Schlaf zusammen, was auf die Dauer nicht gut geht, bin permanent müde und unkonzentriert.
Außerdem konnte mir keiner sagen, ob nicht dieses Medikament gerade die zentralen Prozesse sediert, die ja ohnehin nicht richtig in Gang sind.
Fragen über Fragen! Ich habe jedenfalls keine Lust, mich mit den häufigen
Krankschreibungen wegen Leistungsschwäche durchzuwurschteln, würde gerne wissen, ob bei den zentralen Apnoen irgendwelche diagnostischen
Möglichkeiten bestehen, die der Ursache auf den Grund gehen, bzw. ob gegen diese Sache irgendwelches Kraut gewachsen ist.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir eine/n Fachmedizinmann/-frau für diese Thematik empfehlen könnten oder diesen Text gleich samt meiner (mail-) Adresse an entsprechende Person weitergeben würden.

Gruß und Dank:
Stephan Bernstein, Jungfernstieg 7, 06567 Bad Frankenhausen
mail: stephan@fb9.de


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Zentrale Apnoen

Beitrag von RASTOOHS » vor 14 Jahren

Zentrale Apnoen, die zu einer Behandlung mittels CPAP oder BiPAP führen würden sind äußerst selten. Meist hervorgerufen durch eine fortgeschrittene Herzschwäche oder Störungen der Hirnfunktion.

Ein zweifelsfreier Befund zentraler Apnoe kann nur unter zusätzlicher Messung des Ösophagusdrucks (atmungsabhängige Druckveränderungen in der Speiseröhre) im Schlaflabor erhoben werden.

Ich hoffe, dass dies geschehen ist. Ansonsten würde ich raten, eine solche Messung durchführen zu lassen.

Dr. med. Riccardo Stoohs
ZSM - Zentrum f. Schlafmedizin Dortmund
www.somnolab.de

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zentrale Apnoen

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 14 Jahren

Sehr geehrter Herr Bernstein,

Herr Dr. Stoohs hat bereits völlig richtig bemerkt, dass zentrale Apnoen nur mit Hilfe einer Druckmessung in der Speiseröhre sicher identifiziert werden können.

Die übliche Unterscheidung zwischen obstruktiven und zentralen Apnoen mit Hilfe der Brust- und Bauch-Atembewegungen ist nicht sehr zuverlässig. Oft werden Apnoen als zentral angesehen, die in Wirklichkeit obstruktiv oder zumindest gemischt sind. Wichtig ist sicher, inwieweit Ihre Apnoen mit CPAP jetzt effektiv beseitigt sind. Falls das nicht der Fall ist, sollte auf jeden Fall nochmal genauer nachkontrolliert und die Behandlung eventuell umgestellt werden.

Dass CPAP bei zentralen Apnoen nichts schadet stimmt nicht ganz. Oft sieht man nämlich damit sogar eine Zunahme dieser Atempausen unter CPAP-Therapie.

Zum Medikament Herphonal: Der Wirkstoff Trimipramin gehört zu den Antidepressiva. Er ist kein Schlafmittel im eigentlichen Sinn, wirkt aber müde machend und wird deswegen oft zur Erleichterung des Schlafes eingesetzt. Zentrale Apnoen werden dadurch in der Regel nicht begünstigt, weil keine wesentliche Beeinflussung der zentralen Atemregulation im Atemzentrum oder der Anspannung der Atemmuskulatur verursacht wird. Insofern kann das Medikament bei Schlafapnoe eingesetzt werden.

Eine Tendenz zur Gewöhnung oder zum Wirkungsverlust besteht bei dieser Stoffgruppe in der Regel nicht. Warum es jetzt nicht mehr ausreichend wirkt müsste genauer abgeklärt werden. Vielleicht spielt ja auch die (uneffektive??) CPAP-Therapue hier eine Rolle.

In jedem Fall sollten Sie nochmal mit Ihrem Schlafmediziner diese Probleme besprechen.

Beste Grüsse

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Stephan B

Danke und weitere Fragen

Beitrag von Stephan B » vor 14 Jahren

Lieber Herr Stoohs und lieber Herr Randelshofer,
danke für die Antworten. Das Forum ist ja wirklich eine feine Sache.
Aber nun habe ich fast noch mehr Fragen. Ich habe einen neuen Schlaflabortermin im Januar. Bis dahin schleiche ich durchs Universum, habe z.B. letzte Nacht gerade mal zwei Stunden Schlaf hingekriegt, tagsüber nichts. Der damalige Befund im Schlaflabor war eher Ausdruck ziellosen Suchens eines Internisten im Krankenhaus, das zufällig ein Schlaflabor hatte (ist inzwischen aufgelöst). Also habe ich nicht "meinen Schlafmediziner" und weiß auch keinen neuen und vor allem fachlich fundierten. Der Befund damals ist auf alle Fälle ohne Ösophagus-Druckmessung erfolgt, ich hatte zumindest keine Sonde in der Speiseröhre oder außen am Hals. Mir macht jetzt Unruhe, dass das CPAP u.U. sogar kontraproduktiv sein kann. Soll ich es einfach weglassen?
Auch hat mein Hausarzt jetzt das Herphonal abgesetzt und mir 200 mg Carbamazepin verschrieben. Die gleiche Frage: Kann ich das ihne Bedenken nehmen?
Auf alle Fälle werde ich im Schlaflabor diese Ö.-Druckmessung mit erbitten. Wenn es Schwierigkeiten gibt, werde ich mich aber gern wieder an Sie wenden, ok?


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Dr. Randelshofer
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Carbamazepin

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 14 Jahren

Hallo Herr Bernstein,

Carbamazepin ist bei Schlafapnoe unproblematisch, Sie können es diesbezüglich ohne Bedenken einnehmen.

Ob Sie die CPAP-Therapie bis zum nächsten Schlaflabor-Aufenthalt weglassen sollen, kann ich ohne Kenntnis Ihrer Befunde nicht sagen. Entscheidend ist, inwieweit die Apnoen durch die Behandlung jetzt beseitigt werden.

Beste Grüsse

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