Einschlafprobleme

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Berd

Einschlafprobleme

Beitragvon Berd » vor 14 Jahren

Hallo,
seit ein guter Freund von mir vor ein paar Wochen plötzlich einen epileptischen Anfall hatte als ich neben ihm saß, habe ich immer so ein komisches Gefühl, dass ich auch gleich einen bekommen könnte. Tagsüber ist das eigentlich kein Problem, außer ich habe gerade nichts zu tun und denke daran, dann wird mir auch wieder ganz komisch in allen Muskeln. Das größte Problem ist das Einschlafen. Ich muss immer wieder daran denken und habe häuifig auch selber schon leichte Zuckungen, was mir Angst bereitet. So dauert das Einschlafen häufig ewig. Bevor jedoch mein Freund diesen Anfall hatte, hatte ich diese Probleme nicht oder ich habe sie nicht wahrgenommen. Kann es daher sein, dass das ganze irgendwie nur Einbildung ist und aus dem Schock des Anfalls meines Freundes resultiert und bald wieder weg ist oder sollte ich mich auch besser einmal untersuchen lassen bevor ich auch so einen Anfall bekomme?


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Gast XS

Das "Erstsemestersyndrom"

Beitragvon Gast XS » vor 14 Jahren

Hallo Berd,

ich bin der Meinung, daß sie sich nicht allzuviel Gedanken darüber machen sollten - dann verschwindet das Symptom auch von allein wieder.

Zwei Dinge merke ich zu Ihrer Frage an,

das erste ist, wie der Titel lautet: Das Erstsemestersyndrom. Bei einigen Medizinstudenten im ersten Semester kann man regelmäßig beobachten, daß sie, je nach Fortschritt der Studien, Symptome entwickeln, die der gerade bearbeiteten Krankheit entsprechen. Das sind nicht die schlechtesten, es sind ganz einfach diejenigen, die einerseits großes Einfühlungsvermögen haben und andererseits phantasievoll sind. Auf Ihren "Fall" bezogen bedeutet dies wohl nur, daß Sie dieses unerwartete Ereignis sehr mitgenommen hat, weil sie sich in Ihren Freund "hineinversetzen" und sein Leiden im wahrsten Sinne des Wortes nachvollziehen.

Das zweite: Solche Zuckungen beim Einschlafen, wie sie sie beschreiben, sind nichts ungewöhnliches, manche Menschen haben das und bemerken es erst, wenn sie durch einen äußeren Anlaß (wie bei Ihnen) darauf aufmerksam gemacht werden. Also auch das kein Grund zur Sorge.

Etwas anderes wäre es, wenn Sie auch im Schlaf unwillkürliche Beinbewegungen machen (was Ihnen jemand sagen würde, der neben Ihnen schläft). Das könnte dann ein Anzeichen des "RLS" (Restless-Legs-Syndrom) sein. Einer Schlafstörung also, die sich durch Beinbewegungen und umsichtreten im Schlaf bemerkbar macht, dadurch bedingt käme es dann zu Tagesmüdigkeit (Unausgeschlafenheit). Sollten Sie das bei sich beobachten, empfehle ich Ihnen, sich einmal einem Neurologen/ Schlafmediziner vorzustellen. Dieser wird das dann abklären und Sie gegebenenfalls mit Medikamenten behandeln.

Alles Gute: Gast XS

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Manfred Keller

Einschlafprobleme

Beitragvon Manfred Keller » vor 14 Jahren

Hallo Bernd,

XS hat in vielem recht, aber es besteht die Gefahr, daß Sie vor dem lange im Bett Liegen und nicht einschlafen Können Angst bekommen und sich so eine Einschlafstörung entwickelt und verselbstständigt.

Deshalb stehen Sie wieder auf, wenn Sie nach 15 min noch nicht eingeschlafen sind, beschäftigen Sie sich mit etwas beruhigendem (Lesen, Musik hören, ...) damit sie auf andere Gedanken kommen.
Wenn Sie dann müde werden, gehen Sie wieder ins Bett um einzuschlafen. Wenn Sie nach 15 min noch nicht, ... siehe oben.
Wichtig dabei ist, daß Sie am nächsten Tag immer zur gleichen "normalen" Zeit aufstehen. Da werden Sie zwar ein paar Tage weniger schlafen, aber relativ schnell wieder in den normalen Rhythmus kommen.
Weiteres unter http://www.schlafgestoert.de/OhnePillen ... illen.html und "Schlafrestriktion".

Sollten Sie nach 4 bis 6 Wochen immer noch Einschlafpropleme haben, sollten Sie ein neurologisch psychologisch ausgerichtetes Schlaflabor oder Schlafambulanz aufsuchen.

Alles Gute

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Dr. L. Knaack

Zuckungen beim Einschlafen - eine Ursache

Beitragvon Dr. L. Knaack » vor 14 Jahren

Im wesentlichen schließe ich mich den Kommentaren zu diesem Beitrag an. Sie sollten bedenken, daß bei jedem Menschen sogenannte Einschlafmyoklonien auftreten können. Dabei handelt es sich um Muskelzuckungen im instabilen Leichtschlaf (NREM1). Sie haben keinen Krankheitswert und treten bei Übermüdung oder Erschöpfung häufiger auf. Jeder von und kennt dieses Phänomen. Mann hat das Gefühl z.B. von einer Leiter zu stürzen und schreckt kurz nach dem Einnicken wieder auf.
Es handelt sich dabei um eine kurze Muskelzuckung, die nichts mit Epilespie zu tun hat. Es ist möglich, daß Sie diese Phänomen jetzt bewußter wahrnehmen, weil Sie "zu sehr in sich horchen"
Ansonsten ist es nahezu unwahrscheinlich, daß Ihnen das Gleiche passiert, was mit Ihrem Freund geschehen ist.

Dr. L. Knaack, ZSM Dortmund


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