testosteron und schlafapnoe

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testosteron und schlafapnoe

Beitragvon xenia » vor 14 Jahren

hallole (besonders an die ärzte)
gibt es einen zusammenhang zwischen testosteron und schlafapnoe?
liebe grüssse und im vorneherein vielen dank für die beantwortung
xenia :?:


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Gast XS

Beitragvon Gast XS » vor 14 Jahren

Dazu schreibt die Rheinische Post in ihrer online- Ausgabe (rpo):

Zitat:

"Aging-Male-Syndrom


Testosteron-Gele kein Mittel gegen "Midlife-Crisis"

veröffentlicht am 24.09.03 - 15:47 Uhr


Testosteron-Gele sind kein Allroundmittel für Männer in der Midlife-Crisis. Gegen Erektionsstörungen können sie aber helfen. Foto: Archiv
Hamburg (rpo). Männer, die an der so genannten Midlife-Crisis leiden, sollten nicht leichtfertig auf Testosteron-Gele zurückgreifen. Nur bei eindeutigen Symptomen wie Erektionstörungen sei dies eine geeignete Therapie, sagte Prof. Wolfgang Weidner bei der 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Hamburg.
Auch müssten die noch wenig erforschten Risiken der Therapie beachtet werden. Die meisten Beschwerden, die mit dem "Aging-Male-Syndrom" (Alterungsbeschwerden bei Männern) - wie Befindlichkeits-, Erektions- und Orgasmusstörungen - in Verbindung gebracht werden, seien nicht einem sinkenden Testosteronspiegel zuzuschreiben. Studien hätten ergeben, dass die Beschwerden überwiegend altersbedingt zunehmen, sagte Weidner von der Urologischen Universitätsklinik in Gießen. Nur eine verminderte Libido und allgemeine mentale Erschöpfung gingen auf das Konto eines sinkenden Testosteronspiegels. "Für die Deutsche Gesellschaft für Urologie steht fest, dass keine eindeutige Kausalität zwischen einem Hormonmangel und der Gesamtheit der Wechseljahrsymptome auszumachen ist."

Nach Weidners Angaben gibt es aber auch keinen Anlass, Testosteronpräparate insgesamt zu verteufeln. Sie seien bei bestimmten Symptomen sinnvoll. Die Anwendung als Gel sei dem Spritzen des Hormons vorzuziehen, weil so ein gleich bleibender Testosteronspiegel gewährleistet werde. Der Professor betonte, die Hormonersatztherapie komme aber zum Beispiel bei Prostatakrebs und Atemaussetzern im Schlaf (Apnoe) nicht in Frage. "


Zitatende

Im hier gefragten Zusammenhang ist wohl besonders der letzte Absatz interessant.

Eine Testosteron- Substitution bei Schlafapnoe ist deshalb sinnlos, weil der Libidoverlust bei der Schlafapnoe wohl keine hormonelle Ursache hat.

Mit freundlichem Gruß: Gast XS

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P. Spork
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Beitragvon P. Spork » vor 14 Jahren

Hallo Xenia,

Der Verlust von Libido und eventuelle Erektionsstörungen können Folge eines Testosteronmangels sein. Nur dann - also nach Messung eines zu niedrigen Testosteronspiegels - empfehlen Fachleute eine Testosterontherapie. Wenn Schlafapnoiker diese Symptome haben, was recht häufig sein soll, worüber aber wenig geredet wird, dann wird eigentlich eher die Schlafapnoe selbst dafür verantwortliche gemacht. Der Testosteronspiegel ist wohl selten zu niedrig. Wird die Schlafapnoe z.B. durch eine gut angepasste NCPAP-Maske effektiv behandelt, verschwinden oft auch die unangenehmen Begleitsymptome.

Auf jeden Fall ist klar, dass ein zu niedriger Testosteronspiegel keine Schlafapnoe auslöst – eher im Gegenteil: Dass Frauen nach den Wechseljahren anfangen, vermehrt zu schnarchen wird oft mit sinkenden Östrogen- und evtl. steigenden Testosteronspiegeln erklärt (daher vielleicht auch der Hinweis in dem obigen Zeitungsartikel, dass Männer mit Schlafapnoe keine Testosteronpräparate nehmen sollten). Doch auch hier bitte Vorsicht: Die Hormonersatztherapie für Frauen ist neuesten Studien zufolge auch viel schädlicher als lange gedacht (u.a. gestiegenes Brustkrebsrisiko).

Dass Schlafapnoe auch bei Männern im Alter häufiger wird, erklären manche Forscher übrigens mit der Abnahme eines anderen Hormons – des Wachstumshormons.

Ich füge einfach mal ein paar Absätze aus meinem Buch an, die sich mit diesem Thema beschäftigen:
Die Jung-Halter. Von Hormonen und ihrer Macht
Nicht zuletzt mischen sogar die Hormone mit, wenn die Schnarchsäge mit den Jahren aufdreht. Vor allem beim weiblichen Geschlecht gibt es dafür eine Reihe von Indizien. „Östrogene geben dem Gewebe von jungen Frauen Elastizität. Fehlen sie, erreicht die Schlaffheit von Zäpfchen und Gaumensegel und damit auch die Schnarchneigung schnell das männliche Niveau“, erklärt der Alfelder Internist Dr. Josef Wirth.
Doch auch bei Männern sind vermutlich Hormone im Spiel, wenn Sie in den besten Jahren plötzlich zu schnarchen beginnen. Dr. Eve Van Cauter, Chronobiologin an der Universität von Chicago, USA, untersuchte mit Kollegen 149 schlafende Männer zwischen 16 und 83 Jahren. Im Alter von 30 bis 50 nahm die Tiefschlafdauer der Männer kontinuierlich ab. Fatalerweise produzierte der männliche Körper deshalb auch immer weniger Wachstumshormone, die überwiegend während des Tiefschlafs erzeugt werden (vgl. Abb. 2, S. XX).
Dadurch verlangsamt sich wiederum der Fettabbau und die Muskeln verlieren einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit. Die Männer werden mollig und weniger muskulös – beides schafft ideale Voraussetzungen für nächtliche Schnarcharien. Van Cauter und Kollegen regen an, bei mittelalten Männern den Einsatz von Wachstumshormonen gegen Alterungserscheinungen zu testen. Als Alternative solle man Medikamente entwickeln und ausprobieren, die den Tiefschlaf verlängern.
Hoffen Sie jetzt aber bitte nicht auf eine einfache Lösung all Ihrer Gewichts- und Schnarchprobleme. Die langjährigen Erfahrungen mit dem Einsatz künstlicher Hormone bei Frauen nach der Menopause zeigt, dass solche Maßnahmen keine Wunder wirken und auch neue gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Die Forscher aus Chicago urteilen deshalb zurückhaltend über die Hormonersatztherapie beim Mann um die 50: „Der Nutzen einer solchen Behandlung ist noch nicht geklärt.“

Beste Grüße, Peter Spork
Dr. rer nat Peter Spork, Autor
u.a. "Das Schlafbuch", "Das Schnarchbuch"
www.peter-spork.de
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hallo

Beitragvon guenter » vor 14 Jahren

Hallo
kannst du das Buch auf meiner Page vorstellen,schreib einfach ein paar Sätze dazu ,das sind die Themen über die ich auch informieren will.
mfg guenter


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P. Spork
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Beitragvon P. Spork » vor 14 Jahren

Hallo Guenter,
ich stelle das Buch natürlich gerne auf Deiner Seite vor. Aber, hattest Du es nicht selbst gelesen und hier im Forum recht begeistert darüber berichtet? (Ich erinnere mich noch voller Freude.) Meines Erachtens wäre es besser, wenn Du selber ein paar Zeilen dazu schreibst, sonst sieht es so nach Werbung aus. Und: Du triffst vielleicht eher die Dinge, die den Schnarcher/Schlafapnoiker interessieren, während ich bestimmt zu leicht in die bereits geschriebenen - etwas reißerischen - Verkaufs-Sätze verfalle. Du kannst mir ja direkt per e-amil antworten.
Beste Grüße, Peter
Dr. rer nat Peter Spork, Autor

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Beitragvon xenia » vor 14 Jahren

erst mal vielen lieben dank für eure umfassenden antworten..........
ich bin deshalb auf dieses thema gekommen da mein mann (aufgrund eines klinefelter syndroms ) testogel verschrieben bekomt.......und da unter anderem im beipackzettel mit dabei stand das ein zuviel an testosteron schlafapnoe fördern kann........da allerdings ich die schlafapnoe habe mache ich mir auch aufgrund der vorherigen beiträge gedanken ob das vielleicht auch etwas mit meinem hormonspiegel zu tun haben könnte (bin 30 jahre alt und somit auch noch net in der menopause) habe auch noch nie in meinem leben die pille genommen. (dafür aber zb. aufgrund meines übergewichtes 6 monate komplett pause meiner regel....)......was ich sehr interressant finde ist die tatsache das ein mangel an östrogenen und damit vielleicht auch ein erhöhter testosteron oder androgenspiegel mit der schlaffheit von körpergewebe in verbindung zu bringen ist..........wäre es vielleicht sinnvoll sich mal bei einem endokrinologen vorzustellen ????????? bestünde vielleicht auch die möglichkeit vielleicht doch mit hormonersatzstoffen das (binde) körpergewebe zu festigen?........und somit der schlafapnoe zu leibe zu rücken...........okok vielleicht eine abstruse theorie aber ein fünkchen wahrheit könnt doch dran sein ......was meint ihr ?
liebe grüsse xenia

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Beitragvon xenia » vor 14 Jahren

halloleunderst mal vielen lieben dank für die antworten
die sehr ausführlich waren ........eine frage hätt ich noch wäre es evtl. möglich mit einer hormonersatzthrapie bei frauen bzw. mit einer zugabe von östrogenen (vorausgesetzt man hat als frau zuviele männliche hormone (oder zuwenig weibliche?)das gewebe zu straffen.......??????
mein hormonspiegel dürfte aufgrund oder als folge ? der schlafapnoe auch ziemlich durcheinander sein (hatte einmal 6 monate am stück keine tage mehr)wie ist eine hormonersatztherapie (mit östrogenen) im hinblick auf die schlafapnoe zu betrachten?
liebe grüsse nochmal und vielen dank für die beantwortung der frage.......
liebe grüsse xenia


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Beitragvon Gast XS » vor 14 Jahren

Hallo Xenia,

um das Gewebe zu straffen, treibt man am besten Sport (mit leichten Übungen anfangen und dann langsam steigern. Schwimmen oder Radfahren wären zu empfehlen. Wenn Ihnen das zu anstrengend erscheint, kann auch Tai- Chi hilfreich sein), das hilft auch gleichzeitig auf Dauer, einige Pfunde zu verlieren.

Die dadurch entstehende Fitness wirkt sich ebenfalls positiv auf die Schlafapnoe aus.

Sollten Sie dann immer noch den (begründeten?) Verdacht haben, daß Ihre Hormone nicht ausgewogen zur Verfügung stehen, wäre tatsächlich ein Besuch beim Endokrinologen der richtige Weg (Vorsicht vor Selbstmedikation!).

Das Ausbleiben der Regel, auch über einen längeren Zeitraum, muß nicht unbedingt etwas mit einer (genuin) hormonellen Störung zu tun haben. Als weitere Ursachen kämen z. B: Streß und psychische Belastungen in Frage. Unterhalten Sie sich darüber einmal mit Ihrem Frauenarzt.

Einen guten Schlaf wünscht: Gast XS

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P. Spork
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Beitragvon P. Spork » vor 14 Jahren

Hallo Xenia,
ich stimme den Äußerungen von XS voll und ganz zu: Bevor Sie sich mit Präparaten in Ihren Hormonhaushalt einmischen, sollten Sie es eher mit einer Lebensumstellung wie mehr Bewegung versuchen.

Und: In Ihrem Alter (30) kommt eine Hormonersatztherapie ohnehin sicher nur in sehr seltenen Ausnahmefällen in Frage - und nur nach sehr sorgfältiger Abklärung mit einem Endokrinologne.

Das alles führt aber ab vom Thema: So wie Sie es schildern, hat Ihre Schlafapnoe vermutlich wenig mit Hormonen zu tun: Es ist das übliche Crux mit epidemiologischen Aussagen: Nur weil die Hormonveränderungen bei Frauen im Alter vermutlich die Neigung zu Schlafapnoe etwas fördern, heißt das noch lange niocht, dass der Umkehrschluss zutrifft, dass nämlich alle Frauen mit Schlafapnoe zu wenig Östrogen produzieren.

Beste Grüße, Peter Spork
Dr. rer nat Peter Spork, Autor

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