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Beitragvon fabio1962 » vor 14 Jahren

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Was unterscheidet das einfache Schnarchen vom Schlaf-Apnoe-Syndrom?


Rund 30 Prozent aller Erwachsenen schnarchen im Schlaf. Das einfache Schnarchen stellt in den meisten Fällen kein gesundheitliches Risiko dar. Wird jedoch ein sehr lautes und unregelmäßiges Schnarchen beobachtet, so sollte dies ernst genommen und dem Arzt geschildert werden. Häufig berichtet der Partner oder die Partnerin von unregelmäßigen Atempausen, die der Betroffene selbst nicht bemerkt. In diesen Fällen kann es sich um ein so genanntes Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS) handeln.


Insgesamt vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen und vorzugsweise Übergewichtige nach dem 40. Lebensjahr sind von der Erkrankung betroffen.


Der Begriff Schlaf-Apnoe beschreibt eine Atempause während des Schlafes mit einer Dauer über zehn Sekunden. Als krankhaft wertet man mehr als zehn Pausen pro Stunde.




Welche Ursachen sind bekannt?


In den meisten Fällen handelt es sich um ein so genanntes obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom. Dabei liegt eine Verengung der oberen Atemwege vor. Im Schlaf kommt es zu einer Erschlaffung der oberen Luftwege in Höhe des Rachens. Die Aktivität der Atemmuskeln ist allerdings erhalten und der Betroffene schnarcht. Die zunehmende Erschlaffung der Atemwege kann schließlich zu einer kompletten oder inkompletten Verlegung mit Minderung der Luftströmung in der Einatmung führen.


Bei einem Atemstillstand kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung und anschließend zu einer Weckreaktion mit nachfolgendem Luftschnappen. Diese Atempausen können zehn Sekunden und länger andauern und sich hundertfach wiederholen.


Etwa zwei Drittel der Betroffenen mit einem Schlaf-Apnoe-Syndrom zeigen Auffälligkeiten, die zu mechanischen Behinderungen des Luftstromes führen und die Atemaussetzer im Schlaf begünstigen. Dazu zählen u. a.:


Rachenmandelvergrößerung („Nasenpolypen“)
Gaumenmandelvergrößerung
Kieferfehlbildungen
Nasenscheidenwandverkrümmung
Zungenvergrößerung
einen kurzer, dicker Hals
Tumoren



Außerdem kann ein fehlerhaftes Zusammenspiel des zentralen Nervensystems mit der Atemmuskulatur ursächlich für das Schlaf-Apnoe-Syndrom sein. Man spricht dann von einem SAS ohne Obstruktion der oberen Atemwege. Dies ist allerdings wesentlich seltener (ca. zehn Prozent).


Medikamente, die zur Muskelentspannung oder zu einer Minderung des Atemantriebs führen, wie z. B. Psychopharmaka, begünstigen ebenfalls das Auftreten nächtlicher Atemaussetzer.




Wie wird das Schlaf-Apnoe-Syndrom erkannt?


Hinweise auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom sind Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen beim Erwachen, Gereiztheit, ungeklärter Bluthochdruck und plötzliches Einnicken am Tage.


Eine ausführliche Befragung des Betroffenen sowie seines Partners bzgl. des Schlafverhaltens kann wichtige Informationen liefern. Man sollte auch von eventuellen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche u. ä. sowie von eingenommenen Medikamenten berichten. Es stehen auch standardisierte Fragebögen zum Schlaf-Apnoe-Syndrom zur Verfügung.


Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Zur Diagnostik gehören weiterhin Blutuntersuchungen, um neben dem Allgemeinzustand des Betroffenen auch Hinweise auf den Sauerstoffgehalt des Blutes hinsichtlich eines möglichen Sauerstoffmangels zu erlangen.


Ebenfalls sinnvoll ist eine gründliche Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt und ggf. auch durch einen Kieferorthopäden, um eventuelle Raumforderungen (z. B. Polypen) oder Fehlbildungen in den oberen Atemwegen zu erkennen.


Die so genannte Polysomnographische Langzeitregistrierung ist die sicherste Methode zum Nachweis und zur Beurteilung der Schwere eines SAS. Sie kann ambulant, am besten aber in einem Schlaflabor bzw. Schlafzentrum durchgeführt werden. Dabei wird der Betroffene während des Schlafes überwacht und verschiedene Werte wie Atmung (Atempausen? Atemgeräusche?), Puls und Herzfrequenz, Blutdruck etc. registriert.




Ist eine Behandlung notwendig?


Die Erkrankung ist sehr ernst zu nehmen und nicht als „lästige und störende Angewohnheit“ abzutun.


Die Folgen eines Schlaf-Apnoe-Syndroms können sich nicht nur auf die Psyche auswirken, z. B. in Form schwerer Stimmungsveränderungen von Gereiztheit bis hin zur Depression, sondern auch körperliche Schäden verursachen. Dazu zählen Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sowie zahlreiche andere Erkrankungen. Sie entwickeln sich u. a. durch den Dauerstress, der durch die nächtlichen Weckreaktionen ausgelöst wird. Aus diesem Grund sollte ein SAS auf jeden Fall ärztlich behandelt werden.




Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion zu empfehlen. Auch sollten Substanzen, die zu einer Muskelerschlaffung und Beruhigung führen (Alkohol, Schlafmittel u. a.) in Rücksprache mit dem Arzt gemieden werden. Eine Änderung der Schlafposition in Seitenlage und eine Allergietestung können ebenfalls erfolgversprechend sein.


Durch bestimmte Medikamente wird versucht, das Atemzentrum anzuregen und die Atemmuskulatur zu stärken.


Bei leichten Formen mit nur geringen Beschwerden werden in einigen Fällen Unterkieferschienen angewandt. Langfristige Studien zur Wirksamkeit dieser Methode stehen allerdings noch aus.


Mit großem Erfolg wird bei der Behandlung des Schlaf-Apnoe-Syndroms hingegen die Überdruckbeatmung mittels einer Maske, die so genannte CPAP-Therapie („continous positve airways pressure“), eingesetzt. Mit diesem Gerät werden die Atemwege offen gehalten und so die Atempausen vermieden. Die Therapie ist zunächst gewöhnungsbedürftig, da der Betroffene sich vor dem Schlafengehen eine Sauerstoffmaske vor das Gesicht schnallen muss, was am Anfang meist als störend empfunden wird. Auch verursacht das Gerät ein leises Brummgeräusch. Doch die Behandlung ist in den meisten Fällen sehr hilfreich und der Patient fühlt sich wieder ausgeschlafen und fit für den Tag. Ggf. muss die CPAP-Therapie ein Leben lang fortgeführt werden.


Die operative Behandlung ist nur in Einzelfällen sinnvoll, z. B. bei nachgewiesenen krankhaften Raumforderungen. Dazu zählen eine Polypenentfernung, Rachenmandelentfernung oder die Begradigung einer Nasenscheidenwandverbiegung. Die Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP) ist weitestgehend verlassen worden, da sie mit erheblichen Folgeschäden einhergehen kann, die in keiner Relation zum erwartenden Therapieerfolg der SAS stehen.


Unseriös und wissenschaftlich nicht gerechtfertigt sind Methoden wie Licht und Stromschläge zum Wecken, „Anti-Schnarchtropfen“, Nasenklammern u. ä. und sollten deshalb nicht zur Behandlung des Schlaf-Apnoe-Syndroms eingesetzt werden.




Impressum


Copyright: GesundheitScout24


Erstellungsdatum: Dezember2001


Autor: S.Tapken


Völlige Neubearbeitung: M. Waitz (August 2002)




Literatur/Leitlinien/EBM


Flemons, W.W.: Obstructive Sleep Apnea. NEJM August 15 2002, No. 7, pp 498 - 504.


Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002.


Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)


Leitlinie Obstruktive Schlafapnoe: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ipneu001.htm




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