wartezeiten - ein skandal. aber: was tun ?

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till
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wartezeiten - ein skandal. aber: was tun ?

Beitragvon till » vor 14 Jahren

hallo,

beim lesen des forums und bei gesprächen im bekanntenkreis fällt mir auf, daß das stichwort wartezeit sehr oft fällt. und dabei ist die rede nicht von ein oder zwei wochen, sondern tatsächlich von monaten, manchmal geht es in den bereich eines halben jahres für eine messung im schlaflabor.
das ist m. e. ein skandal oder sehe ich das falsch ? wir alle hier wissen, daß schlafapnoe eine ernstzunehmende erkrankung ist, die unbehandelt schwerwiegende dauerhafte schäden hervorrufen kann.
wäre es da nicht an der zeit etwas gegen diese irrsinnige warterei zu unternehmen ? ist es nicht eine art unterlassener hilfe, wenn apnoe patienten so lange warten müssen ?
nicht daß ich ein patentrezept hätte, aber eine shg sollte vielleicht auch in einem solchen bereich aktiv werden.

was meint ihr ?

till

(der sich freut, daß das forum so gut angenommen wird und sich hier mal für die netten worte von usern bedanken möchte)
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Profil von miriam
miriam

Beitragvon miriam » vor 14 Jahren

Hallo Till,
ich sehe das genauso. In der Klinik in der ich war ist die Wartezeit tatsächlich ein halbes Jahr. Da ja bei mir in der ersten Nacht nichts festgestellt wurde, brauchte ich die 2. Nacht, die eigentlich der Anpassung der Maske dienen sollte, für einen 2. Test. Eigentlich hätte ich jetzt wieder ein halbes Jahr auf den nächsten Termin warten sollen bis die Maske angepasst wird, aber sie konnten mich nun doch noch dazwischen schieben und ich hab jetzt ende August einen Termin. Ich versteh nicht, warum die Schlaflabore nicht ausgebaut werden wenn doch so hoher Bedarf ist. Zudem wird in der Zusamklinik noch nicht mal am WE gearbeitet, so dass dann in diesem Zeitraum auch noch Patienten getestet werden könnten. Vielleicht hat das ja seine Gründe die ich nicht kenne und daher nicht verstehe, aber ich find es einfach verantwortungslos.
Natürlich ist es für Krankenschwestern und Ärzte (die sicher viel zu viel zu tun haben) schöner wenn sie wissen sie haben jedes WE frei. Aber für diejenigen die dringend auf einen Platz warten ist es eine Zumutung.

Profil von Manfred Keller
Manfred Keller

AW: wartezeiten - ein skandal. aber: was tun ?

Beitragvon Manfred Keller » vor 14 Jahren

Ein paar Zahlen:

Es gibt z. Zt. ca 230 akkreditierte Schlaflabore mit knapp 800 Betten in Deutschland.

Bei 2 (!) Nächten pro Patient können also 400 x 365 Patienten (aber ohne Nachkontrollen und sonstige Schwierigkeiten) im Jahr „durchgeschleußt“ werden, das sind nicht ganz 150.000 p.a.
Dazu kommen noch einige private Labors/Kliniken, so daß die Kapazität sicherlich die 200.000 nicht übersteigt.

Andererseits gibt es in Deutschland 2 bis 4 Mio therapiebedürftige Schlafapnoiker.

Und es sind etwa 250.000 CPAP-Geräte ausgegeben.

Da sieht man denke ich klar wo die Probleme (Diskrepanzen) sind, zumal es ja noch einen ganzen Schwung andere Schlafstörungen gibt, die auch in den Schlaflabors diagnostiziert werden müssen und so von der Kapazität abgehen.
Ich sehe das Problem darin, daß unsere Politiker vor lauter fehlendem Geld im „Krankheitssystem“ die Folgeschäden nicht sehen (wollen) und nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ einfach die Augen zu machen.
Oder hat Ihnen das noch keiner erzählt?


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Dr. Randelshofer
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Wartezeiten

Beitragvon Dr. Randelshofer » vor 14 Jahren

Die Wartezeiten auf eine Untersuchung betragen tatsächlich in den meisten Kliniken mehrere Monate bis teilweise über ein Jahr. Man kann das tatsächlich als Skandal bezeichnen, denn die Apnoiker warten viel zu lange auf eine Behandlung und sind in dieser Zeit natürlich allen Risiken wie Schlaganafall, Herzinfarkt oder Unfall durch Tagesmüdigkeit ausgesetzt.

Im Moment werden in Deutschland Klinikbetten abgebaut, weil die ja erst mal Geld kosten. Ein Schlaflabor muss, wie jede andere Klinik auch, mit den gesetzlichen Krankenkassen auf Landesebene einen sogenannten Versorgungsvertrag abschliessen. Das heisst, der Landesverband der gesetzlichen Krankenkassen prüft auf Antrag der Klinik, ob Bedarf für weitere Betten besteht. Falls die Kassen einen Bedarf sehen, schliessen sie mit der Klinik einen Versorgungsvertrag ab. Darin wird geregelt für wie viele Betten und zu welchem Tagessatz die Klinik gesetzlich versicherte Patienten untersuchen darf.

Dabei gibt es aber verschiedene Probleme:

    Ob wirklich ein Bedarf besteht ist nicht unbedingt ausschlaggebend für die Entscheidung der Kassen. Beispielsweise haben wir bei Gründung unserer Klinik 1995 und nochmal 1996 einen Antrag gestellt, jeweils mit einem ausführlichen Gutachten den Bedarf begründet. Der Antrag wurde jeweils mit zwei Zeilen "Begründung" abgelehnt, obwohl die Wartezeiten in den nächsten Kliniken mehrere Monate betragen.

    Ein abgeschlossener Versorgungsvertrag garantiert noch lange nicht, dass die Klinik ausreichend Geld von den Kassen erhält, um die Untersuchungen durchzuführen. Darum legen die meisten Kliniken keinen Wert darauf ihre Bettenzahl auszubauen. Denn Schlafmedizin ist in der Regel ein Verlustgeschäft für die Klinik. Das heisst sie kann nicht einfach mehr Ärzte und Pfleger/Schwestern einstellen, weil ihnen das Geld dafür fehlt. Mit Bequemlichkeit des Personals hat das also nichts zu tun.


Allerdings kann ich auch nicht nachvollziehen, warum ein Schlaflabor für neue Patienten nicht gleich zwei oder drei Nächte einplant und sie nach der diagnostischen ersten Untersuchung erst Monate später zur Therapie einbestellt. Das ist einfach schlecht organisiert.

Für den einen oder anderen Patienten, der monatelang auf seine Untersuchung warten muss gibt es noch Möglichkeiten: Es gibt etlich private Schlaflabore, die meist nur kurze Wartezeiten haben. Privat Versicherte können dort normalerweise ohne Probleme aufgenommen werden. Bei gesetzlich Versicherten klappt es häufig auch, wenn der Arzt, der die ambulante Voruntersuchung gemacht hat, bescheinigt, dass ein schwerer und dringend behandlungsbedürftiger Befund vorliegt. Man kann dann unter Berufung auf §13 SGB V die Kostenübernahme bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragen.

Also: Im Zweifelsfall einfach mal bei einem privaten Schlaflabor nachfragen, z.B. unter http://www.afas-ev.de

Profil von Hermann-Josef
Hermann-Josef

geht es auch ohne Schlaflabor?

Beitragvon Hermann-Josef » vor 14 Jahren

Hallo Leidensgenossen,

als bei mir vor ca. 2 Monaten der Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe aufkam, bin ich von meinem Hausarzt noch am gelichen Tag zu einem Facharzt für Lungenkrankheiten überwiesen worden. Dieser Arzt (ehemals Professor an der med. Hochschule in Lübeck) hat sofort ein Screening veranlasst. Also bekam ich einige Kabel und ein Gerät einem tragbaren CD-Player verpasst, der mein Schlafverhalten über Nacht auswertete. Schon am nächsten Morgen konnte er feststellen, dass ich erhebliche Atemaussetzer habe und bei mir wohl nur eine Behandlung mit CPAP-Maske in Frage kommt.

Wenige Tage später habe ich eine weitere Nacht mit demScreening-Gerät und zusätzlich einer Atemmaske der Firma MAP hinter mich gebracht. Das Ergebnis war eindeutig: mit der Maske waren meine Atemaussetzer (ohne Maske 57 pro Stunde) weg.

Der Arzt hat sofort einen Antrag bei meiner Krankenkasse (BEK) gestellt. Und ohne weitere Verzögerungen oder Nachfragen der Krankenkasse hatte ich nach 2 Wochen mein Gerät. Ich konnte es in der Praxis abholen. Mir wurden die Funktion, die Trageweise und die Pfelege des Gerätes genau erklärt; auch wurde es genau nach meinen Bedürfnissen eingestellt.

In 14 Tagen habe ich die erse Nachuntersuchung, wieder mit Screening. Dann werden eventuell notwendige Korrekturen vorgenommen.

Es geht also auch so, ohne lange Wartezeiten für ein Schlaflabor.

Euere Erfahrungne würden mcih sehr interessieren!!!! :lol:

Gruß
Hermjo

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Karin K.
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re:leidensgenossen

Beitragvon Karin K. » vor 14 Jahren

Hallo Hermjo,

ich kann auch nicht klagen,bei mir ging das ratzfatz.
Eigentlich bin ich ja wegen meiner häufigen Bronchitis und dem Schnarchen zum Lungenarzt gegangen,nach ca.3 Wochen bekamm ich dann das Screeninggerät mit nach Hause und ich hätte schon die nächste Woche ins Schlaflabor gekonnt.Aber da ich gerade eine Urlaubsfahrt noch vor mir hatte bin ich dann ca.3Wochen später ins Schlaflabor gekommen.Alles in allen war die Wartezeit in etwa 2bis 3 Monate.
Kann man doch nicht meckern.
Leider stellte sich dann herraus das ich unter einer Schlafapnoe litt,naja dafür habe ich dann keine Bronchitis mehr gehabt.Ist doch auch etwas wert.

Vielleicht geht es in OWL ja besonders schnell.

M.f.G.
Karin

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Beitragvon Peter.L » vor 14 Jahren

Also ich fand es damals 2000 nicht besonders schlimm das ich knapp 3 Monate auf einen Termin im Schlaflabor warten musste. Viele Menschen wissen eigentlich nichts über die Schlafapnoe bzw. wissen nicht das es Schlaflabore gibt und leiden recht still vor sich hin. Mir ging es damals ähnllich obwohl verschiedene Ärzte auf ewige Müdigkeit, schlappheit und und und hingewiesen hieß es immer wir finden nicht deine Werte sind O.K. und habe mich damals Ahnungslos wie ich war abwimmeln lassen.Erst als es dann soweit war das ich hie und da beim Autofahren, sprich vor roten Ampeln eingenickt bin und auch diverse im nachhinein witzige Erlebnisse während der Arbeit hatte und noch einiges mehr bin ich dann wieder zu meinem Hausarzt und habe ihm gesagt er solle sich gefälligst was einfallen lassen denn so könne es nicht weitergehen. Auf einmal hieß es dann ach man könne es ja mal mit dem Schlaflabor versuchen. Tja und so habe ich eigentlich einige Jahre verschenkt in denen ich so gut wie jetzt schon hätte schlafen können.
Peter

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Ilse Rothstein
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Beitragvon Ilse Rothstein » vor 14 Jahren

Was die Wartezeiten angeht, so kann ich nur Gutes berichten. In der Schlafklinik Bayerisch Gmain bekam ich innerhalb nur 2 Wochen einen Termin. Die Auswerting erfolgt am nächsten Morgen, das Personal ist sehr freundlich, die Unterbringung optimal. Ganz abgesehen von der schönen Umgebung...
Die Klinik findet man auch im Internet unter: www.schlaflabor-bayern.de
Ich finde lange Wartezeiten eine Zumutung für die ohnehin schon geplagten Patienten. Es dauert oft schon zu lange, bis die Ärzte endlich die Schlafprobleme ernst nehmen und darin mögliche Ursachen für Folgekrankheiten erkennen.
Schöne Grüße aus Bayern!

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Leika
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Beitragvon Leika » vor 14 Jahren

Die wartenzeiten sind einfach eine zumutung ich musste zwar nicht solange warten ca. 8 Wochen aber es war doch zulange denn im moment sehne ich mich nach dem Termin der jetzt am Samstag da ist. Doch bei mir ist es so das ich am Anfang sehr große Angst hatte doch werden bei mir den Probleme immer größer und im moment ist es so das ich es nicht abwarten kann bis es soweit ist das ich endlich mal wieder am Leben teil nehmen kann.
Gruß Leika


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