Wie ist das eigentlich mit den grauen Zellen?

Bereits geschlossene Beiträge werden hier aufbewahrt. Sie können die Beiträge nur noch lesen!
Gesperrt
Benutzeravatar
Klaus K.
noch neu hier
Beiträge: 22
Registriert: vor 14 Jahren
Wohnort: Pentling / Regensburg
Kontaktdaten:

Wie ist das eigentlich mit den grauen Zellen?

Beitrag von Klaus K. » vor 14 Jahren

Hallo :D ,

gibt es Erfahrungswerte wie viel % in welcher Zeit
die grauen Zellen absterben bei einer unbehandelten Schlafapnoe ?
Und was gibt es da für Methoden um das festzustellen ?
Ich weiß auch eigentlich nicht ob ich es wissen will!
Wie fühlt man sich, wenn man es weiß?

Ich weiß viele Fragen, aber?


Gruß Klaus
Trotzdem Lebensfroh


Benutzeravatar
P. Spork
Foren-Urgestein
Beiträge: 301
Registriert: vor 14 Jahren
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Spekulationen

Beitrag von P. Spork » vor 14 Jahren

Hallo Klaus,

das mit den absterbenden grauen Zellen bei Schlafapnoikern ist so eine Sache. Meines Wissens gibt es darüber nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen. Was es gibt, sind Theorien, nämlich, dass durch den wiederkehrenden, zum Teil massiven Sauerstoffabfall im Blut, der eine Folge der Apnoeen ist, möglicherweise auch Gehirnzellen Schaden nehmen (weil sie unterversorgt sind). Es sollen so genannte schwarze Löcher im Gehirn entstehen, die dann ähnliche Symptome auslösen, wie sie bei alten Menschen beobachtet werden (u.a. Gedächtnisverlust, Konzentrationsstörungen).

Doch keine Panik!!! Es gibt eine Menge guter Gründe, warum diese Effekte vermutlich nicht so dramatisch sind und wenn überhaupt nur in Ausnahmefällen auftreten:
Erstens ist das Gehirn – weil es so wichtig ist – der Teil des Körpers der zuallerletzt mit sauerstoffarmem Blut versorgt wird.
Zweitens dürfte fast immer rechtzeitig die Alarmreaktion einsetzen, die den Apnoeiker unbewusst weckt und wieder atmen lässt (allerdings dummerweise seinen Schlaf zerstückelt).
Drittens kann die hier beschriebenen Symptome vermutlich niemand von normalen Alterserscheinungen unterscheiden (die ja parallel auftreten und vermutlich viel dramatischer sind). Tritt ein geistiger Leistungsabfall aber bei Schlafapnoikern auf wird er von den Betroffenen wie von den Ärzten vermutlich eher der Krankheit als dem normalen Alterungsprozess zugeschrieben – eine verständliche, aber nicht zulässige Schlussfolgerung.

Mein Fazit: Seit einigen Jahren ist bekannt, dass das Gehirn wandlungsfähiger ist als früher gedacht und auch im Alter noch sehr gut trainiert werden kann. Ständige Übung – egal ob Kreuzworträtsellösen, Fremdsprachenüben, regelmäßig in einem Internet-Forum schreiben u.s.w. – kann einen Leistungsverlust aufhalten oder zumindest abbremsen, unabhängig davon wo er letztlich herkommt.
Ich könnte über das Thema noch weiter spekulieren (z.B.: führt die Tagesschläfrigkeit von unbehandelten Schlafapnoikern vielleicht dazu, dass sie ihr Gehirn weniger trainieren und normale Alterungserscheinungen bei ihnen dramatischer ausfallen als bei anderen?), da ich aber kein Schlafmediziner sondern nur Biologe und Fachbuchautor bin, lasse ich das lieber. Im Gegenteil würde mich interessieren, was die echten Experten meinen.

Beste Grüße, Peter Spork
Dr. rer nat Peter Spork, Autor
u.a. "Das Schlafbuch", "Das Schnarchbuch"
www.peter-spork.de
www.das-schnarchbuch.de

Gesperrt

Kostenlos registrieren!

Wenn dir die Beiträge zum Thema "Wie ist das eigentlich mit den grauen Zellen?" gefallen haben, du noch Fragen hast oder Ergänzungen machen möchtest, mach doch einfach bei uns mit und melde dich kostenlos und unverbindlich an:

Jetzt registrieren!

Registrierte Mitglieder genießen u.a. die folgenden Vorteile:
  • kostenlose Mitgliedschaft in einer seit 2003 bestehenden Community
  • schnelle Hilfe bei Problemen und direkter Austausch mit tausenden Mitgliedern
  • neue Fragen stellen oder Diskussionen starten
  • komplett werbefrei im Forum surfen
  • und vieles mehr ...

Auf sozialen Netzwerken teilen

Zurück zu „Archiv“