Weinmann Somnobalance

Hier können Sie einige Erfahrungsberichte von Atemtherapiegeräten von der Fa. Löwenstein Medical Technology (ehemals Weinmann) lesen
Benutzeravatar
Gregor
Erfahrenes Foren-Urgestein
Beiträge: 835
Registriert: vor 4 Jahren
Gerät: Resmed Autoset10
Druck: 6-12 mbar
Befeuchter: ja
Maske: Weinmann Joyce FF

Weinmann Somnobalance

Beitragvon Gregor » vor 10 Monaten

Nutzungsdauer:1,5Jahre

Modus:APAP

Vorteile:Das Somnobalance ist sehr leise. Der Luftkanal ist relativ groß-dimensioniert, wie auch der Filter. Dadurch ist dieses Gerät eine eher aufwändige Konstruktion. Im Gebrauch ist es sehr angenehm, man hat das Gefühl eines soliden zuverlässigen Gerätes, das detailliert durchdacht konstruiert ist.
Nachteile:Über die Regeleigenschaften kann ich wenig sagen, da die Auswertungen nicht vom Patienten selbst gemacht werden sollten. Allerdings hatte auch der Pneumologe selten die passende Software zur Verfügung um das Gerät auszulesen. Der Arzt war mit den Ergebnissen der Therapie zufrieden. Das Gerät ist deutlich schwerer als neuere Konstruktionen, vermutlich wegen der besseren Geräuschdämmung? Bei höherem Druck wird das Geräusch etwas deutlicher, aber nie störend.


Profil von Hans-Peter
Hans-Peter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: vor 1 Jahr
Wohnort: Stuttgart
Gerät: SOMNObalance e von Weinmann
Druck: 6-10
Befeuchter: SOMNOaqua
Maske: ResMed Swift FX

Re: Weinmann Somnobalance

Beitragvon Hans-Peter » vor 9 Monaten

Hallo Gregor,
es gibt für das Auslesen der Daten des Somnobalance eine Software für Nutzer. Die nennt sich Somno Journal. Dort werden die Daten, die auf einer "einfachen" Exceldatei gespeichert werden so grafisch umgesetzt, dass man als Anwender sofort sieht, wie ob die Therapie erfolgreich ist..

Gruß Hans-Peter

PS: Solltest du die Datei nicht finden, schreibe mich bitte an.

Profil von TBM
TBM
Moderator
Beiträge: 1275
Registriert: vor 11 Monaten
Gerät: SomnoBalance
Betriebsmodus: APAP
Druck: 6-14
AHI: 1-2 (15/35 ohne)
Befeuchter: SomnoAqua
Maske: AirFit F10 (FFM)

Re: Weinmann Somnobalance

Beitragvon TBM » vor 5 Tagen

Nutzungsdauer: gut 1 Jahr

Modus: APAP

Fazit: Das SomnoBalance (SB) ist ein feines Gerät mit individuellen Vorteilen - aber leider auch ein paar individuellen Nachteilen.

Das Gerät ansich lässt sich vllt. mit einem Panzer am ehesten vergleichen. Es ist jetzt nicht gerade ein "Leichtgewicht" mit seinen knapp 2 Kg (+Netzteil) - dafür ist es recht kompakt und in jedem Fall sehr stabil gebaut. Ich war damit schon ausgedehnt auf Reisen und kann dem SB volle Reisetauglichkeit bescheinigen. Die mitgelieferte Tasche ist in jedem Fall ausreichend und übersichtlich aufgebaut sowie auch ausreichend belastbar. (So im Rahmen von einem "soft-case".)
Es hat ein 2-stufiges Filtersystem mit einem waschbaren Grobfilter und einem Einweg-Feinfilter - ein Wechseln ist denkbar einfach und sehr leicht zugänglich.
Das Display selber ist minimalistisch - man erkennt das absolut Notwendigste sofort und kann auch die notwendigen Konfort-Einstellungen schnell und einfach erledigen. (Grossartiges Navigieren im Info-Menü oder dem Klinikmenü kann auch gerne zur Geduldsprobe werden.)

Der Befeuchter ist extrem einfach zu reinigen - auch (bedingt) Spülmaschinen tauglich. Ein grosser Vorteil des Befeuchters ist die geringe Grösse - im Gerät selber macht es dieses lediglich ein klein wenig höher.
Die Befeuchtersteuerung ansich ist ... naja konservativ. Es hat auf mich den Eindruck, dass diese Steuerung nur über die Umgebungstemperatur erfolgt und es unter allen erdenklicken Umständen versucht, Kondensation im Schlauch um jeden Preis zu verhindern. Als Mundatmer und mit offenem Fenster schlafend bedeutet dieses in den Jahreszeiten mit stark schwankenden Aussentemperaturen ein fast tägliches Nachjustieren der Befeuchtungsstufe: je kälter umso höher. (Sofern die Temperaturen weitestgehend konstant sind und man einmal eine Einstellung gefunden hat, dann muss man da nichts mehr machen.) .... ein wenig kann man da auch mit der Temperatur des Wassers, was man einfüllt, spielen bzw. regulieren. (Allerding weiss ich nicht und werde das auch nicht testen, was passiert, wenn man richtig heisses Wasser einfüllt - ich würde da mal vermuten, dass irgendwann das Gerät der Ansicht ist, dass der Befeuchter leergelaufen ist und diesen dann evtl. für die ganze Nacht abschaltet.)
Ein recht schöner Vorteil ist: Erkennt das Gerät eine grosse Leckage, dann wird der Befeuchter für die Dauer der Leckage ausgeschalten. Das hat den unschlagbaren Vorteil, dass der Befeuchter nicht sinnlos leer läuft. Insgesamt habe ich es auch auf maximaler Stufe bisher noch nie geschafft, den Befeuchter in einer Nacht zu leeren.

Das SB hat (wenigstens noch in der 13.00 Firmware) eine Trocknungsfunktion. Diese funktioniert allerdings nur, wenn die normale Abdeckhaube eingesteckt ist und eben nicht der Befeuchter. Das Gerät bläst dann entspannt für 30 Minuten und wechselt danach wieder in den Stand-By. So eine Trocknungsfunktion ist in jedem Fall einem einfachen Anschalten (und damit eine grosse Leckage erzeugen) vorzuziehen, da die Turbine in der Zeit dann eben nicht auf voller Leistung arbeitet, was zum Einen einen moderateren Luftstrom erzeugt und zum Anderen natürlich ungemein zur Lebensdauer der Turbine beiträgt. Während der Trockungszeit werden keinerlei Ereignisse (oder überhaupt irgendetwas) aufgezeichnet - diese Zeit taucht also in der Auswertung nicht auf. (Es werden lediglich die Gesamt-Betreibsstunden entsprechend mitgezählt - nicht jedoch die Therapiestunden.)
Insbesondere auf Reisen liebe ich diese Funktion wirklich sehr, wenn man im Hotel sein Zeug waschen muss und es dennoch gerne vor den Putzfrauen mit ihrer "ein Lappen für die ganze Etage"-Mentalität 'retten' will - oder wenn man morgens keine Zeit hatte und erst abends zum Waschen kommt. Nach 30 Minuten ist i.d.R. sowohl der Schlauch als auch die Maske trocken. (Ich lege das restliche Zeug wie Maske und Filter immer in etwas Abstand vor den Schlauch - reicht für gewöhnlich.)

An Komfortfunktionen hat es eine Rampe (SoftStart) - Zeit und Anfangsdruck sind beliebig einstellbar - und eine 2-stufige Ausatemerleichterung (SoftPAP).
Ich persönlich komme mit SoftPAP nicht klar - ob das an der Art und Weise liegt, wie die umgesetzt ist oder an mir, kann ich nicht beurteilen. (Bei mir erzeugt das lediglich zentrale Ereignisse und raubt mir dementsprechend meinen Schlaf.)
Ferner verfügt es über einen Auto-Start/Stop. (Ist natürlich wie bei jedem Gerät mit einer FFM nicht nutzbar!)

Da ich nicht den Vergleich zu anderen Geräten habe, kann ich die Lautstärke nicht wirklich beurteilen. Ich persönlich empfinde die Maske selber als das Lauteste - das Gerät ansich empfinde ich als sehr leise.

Ein recht grosses Manko ist der fehlende Heizschlauch. Das SB bietet keinerlei Möglichkeit einen Heizschlauch direkt über das Gerät zu steuern oder auch nur dem Gerät (und vor Allem dem Befeuchter) mitzuteilen, dass ein Heizschlauch angeschlossen ist. Damit bleiben nur die (nicht regelbaren) universal-Heizschläuche. (Ob man damit klarkommt oder überhaupt klarkommen kann ist sicherlich individuell verschieden.)

Die Stromaufnahme entspricht weitestgehend der Beschreibung. Im Stand-By ist anzumerken, dass das Gerät unter dem Befeuchter bzw. der Kappe doch spürbar warm wird. (Eher lauwarm - also ein paar Grad und nicht in Bereichen von "heiss" oder richtig warm - ich konnte keinen Unterschied zwischen Auto-Start an und aus feststellen.) Kann man natürlich auch zum "Anheizen" benutzen. :wink:
Knapp 5 Watt im Stand-By sind aber nicht gerade wenig - vom Strom trennen empfiehlt sich in jedem Fall. (Wie lange die interne "BackUp"-Batterie hält oder ob das ein Akku ist, das wird sich zeigen - oder besser nicht^^) - Natürlich sollte man warten, bis das SB mit dem Schreiben auf der SD-Karte fertig ist, bevor man den Strom "kappt".

... das mal so zum "unspannenden" Teil.

Profil von TBM
TBM
Moderator
Beiträge: 1275
Registriert: vor 11 Monaten
Gerät: SomnoBalance
Betriebsmodus: APAP
Druck: 6-14
AHI: 1-2 (15/35 ohne)
Befeuchter: SomnoAqua
Maske: AirFit F10 (FFM)

Re: Weinmann Somnobalance

Beitragvon TBM » vor 5 Tagen

Was kann das SomnoBalance? - bzw. der eher 'technische' (langweilige) Teil - Die Daten

Ich bin da - logischerweise - etwas voreingenommen. Ich kenne nur das SomnoBalance und komme damit nach meinem Empfinden sehr gut klar.
Ich bin kein Mediziner und kein MTAler - ich habe von diesen Dingen wirklich keine Ahnung. Dieses spiegelt dementsprechend meine persönliche Meinung und Ansichten als Patient bzw. Laie wieder - auch wenn ich das dann und wann anders darstelle oder ausdrücke.
Hier und dort werde ich einen Vergleich zu dem AutoSet-Algrotihmus bzw. ResMed wagen - das nicht um ResMed oder H+L schlechter oder besser aussehen zu lassen - sondern einzig und allein nur deshalb, weil der AutoSet-Algrotihmus recht gut im Netz dokumentiert ist und zum Anderen noch deshalb, weil es ja im Rahmen eines 'Erfahrungsberichtes' auch irgendwo um die Frage geht "wäre das was für mich" bzw. "was soll ich nehmen" - so man überhaupt die Wahl hat.


Das SB benutzt zur Unterscheidung zwischen obstruktiven und zentralen Apnoen (und vermutlich auch noch andere Ereignisse) die OPP-Technik - "obstructive Pressure Puls". (Allerdings wohl etwas anders als Philips das tut.) Neuere Geräte (inkl. der kompletten Prisma-Serie) nutzen FOT - Forced Oscillation Technique. - durchaus interessant aber eigentlich unwichtig im Detail^^

Was speichert das SB:
Das SB kann 3 Qualitäten von Daten auf der SD-Karte speichern.
1. Compliance-Daten für 1 Jahr - reine Therapiezeiten und die Befeuchternutzung.
2. Übersichtsdaten für 60 (Therapie-)Tage (auch "Wochendaten"): darin enthalten sind die Ereignisse (fast alle), die (mittlere) Leckage-Kurve und die Druck-Kurve (IPAP / EPAP) - die beiden Kurven in einer Auflösung von 1 Datenpunkt alle 2 Minuten. (Die Compliance-Daten stehen parallel zur Verfügung.)
3. hochauflösende Tagesdaten für die letzten ca. 35 Therapiestunden: sämtliche Ereignisse, der Maskendruck (2 Hz), der gesamt-Fluss (5 Hz), das relative Minutenvolumen (0,5 Hz) - zusätzlich noch diverse mit 2 Hz aufgelöste "Statussignale" - welche im Wesentlichen eine vereinfachte Darstellung bzw. Interpretation des OPP-Signals zu sein scheinen.
(Die Daten der Übersichtsdaten und die Compliace-Daten stehen parallel zur Verfügung.)

Daneben kann das SB ein "Therapietagebuch" als CSV-Datei speichern. Dieses enthält (eigentlich) die wesentlichen Übersichtsdaten für die Dauer eines Jahres. Bei mir klappt diese Speicherung eher unzuverlässig - manchmal verschwinden ohne Grund alte Daten - manchmal stimmen die Werte nicht so wirklich mit den Detail-Daten zu 100% überein. Ist mehr ein 'Gimmick' als ein wirklich nutzbares Feature. (SomnoJournal ist reine Spielerei!)

Darüber hinaus besitzt das SB einen analog Ausgang für 2 frei wählbare Kanäle. Ich selber habe diesen Ausgang noch nicht getestet - laut Beschreibung ist der wohl primär mal für die Live-Ausleitung der Messwerte im Rahmen einer PSG gedacht - der Port sollte auch die Möglichkeit der Einstellung bieten. Zusätzlich zu den Kanälen, die auch auf der SD-Karte gespeichert werden, kann man dort auch das OPP-Signal ausgeben.

Das SB speichert alle(!) Daten auch intern ab - eine SD-Karte ist optional und nicht zwingend erforderlich. Im Gerät selber kann man die Auflösung der auf der SD-Karte zu speichernden Daten nicht verändern. Dieses geht nur über die Software: WeinmmannSupport bzw. PrismaTS (ebenso wie die Wahl der beiden analog Ausgänge). Das Speichern der Compliance-Daten dauert weniger als 5 Sekunden - die hochauflösenden Tagesdaten dauern schon im Bereich von 60-80 Sekunden. (Oder man lässt die Karte einfach weg, wenn man vor dem Strom-kappen nicht erst das Speichern abwarten möchte.)
Mit einer manuellen Speicherung (lange die (I)-Taste drücken) kann man jederzeit eine Speicherung der hochauflösenden Tagesdaten (und damit sämtlicher Daten) auslösen.

Möchte man durchweg sämtliche Daten in der maximalen Auflösung haben, dann muss man also - abhängig von der jeweiligen Schlaf- bzw. Nutzungsdauer pro Nacht / Tag - im Schnitt alle 4 Tage mal die Daten "sichern". Altes wird (auch auf der SD-Karte) überschrieben bzw. gelöscht.
In der Anfangsphase mag das durchaus von Interesse sein, die maximale Auflösung zu sichern - später reichen eigentlich auch die Übersichtsdaten völlig aus, da (fast) alle Ereignisse, der Druck und die (mittlere) Leckage darin enthalten sind - dann reicht es also, alle 2 Monate mal zu sichern für eine lückenlose Aufzeichnung.

Dem SB ist es nebenbei total egal, was sonst so auf der SD-Karte ist - solange man seine 3 Dateien (insbesondere die WM_PARA.TPG) in Ruhe lässt, ist es sehr genügsam - man kann dort also auch die Urlaubsfotos oder gleich das "Backup" der Dateien ablegen. Ebenso ist es nicht erforderlich, dass man den Schreibschutz reinmacht, bevor man die Karte in den Rechner steckt.

So man die SD-Karte öfter weglässt, wird man unweigerlich irgendwann die Fehlermeldung "c 4 0" sehen - die ist auch im Handbuch beschrieben und lässt sich eigentlich auch so lösen. Sieht man die, dann (genau in der Reihenfolge): Karte raus - Gerät vom Strom trennen - kurz warten - Strom wieder ran - etwas länger warten (10 Sekunden) - Karte wieder rein.
Sofern das nicht hilft: viewtopic.php?p=69037#p69037
Letzter Ausweg: mit PrismaTS oder WeinmannSupport einmal die Einstellungen neu auf die Karte schreiben - das hilft zuverlässig in jedem Fall!


Das SB kann neben dem CPAP-Modus nur einen einzigen APAP-Modus - im Gegensatz zu 'neueren' Geräten ist es also an dieser Stelle ein wenig unflexibler im Vergleich zu Geräten, die APAP in 2 oder mehr verschiedenen Modi beherrschen.
Das Regelverhalten ist ungefähr vergleichbar zum Standard-Modus der Prisma-Serie: https://www.docdroid.net/LPC2YQl/prisma ... tx#page=16 (und drumherum)
Es wird nicht 1:1 die gleiche Steuerung sein - aber das Prinzip ist nach meinem Dafürhalten das Gleiche.

Zunächst einmal 'denkt' das SB (bzw. H+L insgesamt) in "Epochen". Eine Epoche ist immer ein ca. 2 Minuten langer Abschnitt. Je nachdem was für Atemereignisse in welche Stärke in diesem Zeitfenster passieren, wird die Epoche dann als:
Epoche mit Flusslimitierung (eFL)
Epoche mit Schnarchen (eSN)
Epoche mit milder Obstruktion (emO)
oder Epoche mit schwerer Obstruktion (esO) klassifiziert.
Abgesehen von obstruktiven Apnoen, reagiert das SB ausschliesslich auf diese Epochen.

Darüber hinaus wird der eingestellte Druckbereich in gleichgrosse Bereiche unterteilt - beim Prisma sind es 4 - beim SB wohl auch.
Die Reaktion ist dann abhängig davon in welchem Druckbereich welche Epoche bzw. welches Ereignis auftritt. Ebenso hängt vom aktuellen Druckbereich der "Schwellwert" der Stärke Ereignisse ab, damit es als entsprechende Epoche klassifiziert wird. (Vorrangig wichtig für das Schnarchen und die Flusslimitierungen.)
So reagiert das SB auf eFL mit Druckerhöhung nur im unteren Druckbereich und nicht mehr in den oberen.

Daneben werden noch "Artefakte" klassifiziert: Dieses soll in erster Linie mal eine "Verfälschung" der Signaldaten markieren - die Geräte versuchen damit so etwas wie: sprechen, husten (wohl eher räuspern), Lageveränderung, etc. zu erkennen. Insbesondere bei den Lageveränderungen bin ich der Ansicht, dass dieses recht zutreffend hinhaut. (So weit man das überhaupt zu Hause und eben nicht in einem SL sein kann.)

Die Markierungen für "grosse Leckage" kommen direkt vom Gerät. (Im Gegensatz zu ResMed - wo diese Markierung erst durch die Software erfolgt.)

Die Ereignisse: - H+L insgesamt gibt für jedes Ereignis auch eine Länge an. (Im Gegensatz zu ResMed)

- RERA: "Respiratory Effort related Arousal" - also atmungsbedingte Aufwachreaktion. Das SB insbesondere ist extrem proaktiv, wenn es um RERAs geht. Bei Weitem nicht jede RERA ist auch eine tatsächliche RERA - einige wären dort besser als Artefakt oder gar nicht klassifiziert. Sobald eine RERA erkannt wird, wird die Epoche in jedem Fall wenigstens zu einer emO und damit wird der Druck erhöht (nach dem Ende der Epoche).
(Bei WeinmannSupport gibt es ein durchaus interessantes PDF-Dokument, wo ein paar Beispiele durchgesprochen werden - da wird auch explizit auf die RERA-Erkennung eingegangen. Ich bin allerdings der Meinung, dass nicht alles noch 1:1 aktuell ist und sich das vorrangig auf ältere Firmwares bezieht.)

- Flusslimitierung - FL: Im Gegensatz zu ResMed (oder der Prisma-Serie) verfügt das SB noch über keinen kontinuierlichen FL-Graphen für jeden einzelnen Atemzug - wobei hier der Status-Graph noch beachtet werden muss.
Damit ein Ereignis Flusslimitierung festgestellt wird, braucht es wohl mindestens 3 Atemzüge in Folge mit Flusslimitierungen. Es wird wohl die Form des Atemflusses ausgewertet und nicht nur die Peak-Werte.
Für die Dauer dieses Ereignisses traten dann bei sämtlichen Atemzügen Flusslimitierungen auf.
Man darf sicherlich davon ausgehen, dass der "Schwellwert", ab wann dieses Ereignis klassifiziert wird, durchaus vom Druckbereich abhängt.
Das Ereignis ansich bedingt keine Druckveränderung - allerdings fliessen die FLs mit in die Epochen ein und dementsprechend erfolgt dann eine Reaktion. Ich habe bisher noch keine FL ausserhalb einer Epoche gesehen.
Ich tendiere dazu, dass nur die Einatmung ausgewertet wird (also wie üblich nur IFLs und keine EFLs) - kann es aber nicht beschwören - dafür müsste man evtl. mal die Daten von einem COPD-Patienten analysieren.
Anders als bei der Prisma-Serie beschrieben, scheinen die Flusslimitierungen (evtl. auch wenn sie nicht lang genug für ein Einzel-Ereignis sind) mit in die emO und esO einzufliessen. Eine RERA führt i.d.R. zu einer emO - eine RERA mit FLs (ohne jegliches Schnarchen) führt aber zu einer esO.


- Schnarchen - Sn: Beim Schnarchen gibt es pro Atemzug ein Ereignis. (noch^^ ... mir ist das ein bisschen zu "bunt" - das wird evtl. noch irgendwie und irgendwann mal zusammengefasst)
Man darf sicherlich davon ausgehen, dass der "Schwellwert" ab wann dieses Ereignis klassifiziert wird, durchaus vom Druckbereich abhängt.
Das Ereignis ansich bewirkt keine Druckänderung - geht aber mit in die Epochen (eSN, emO und esO) ein.

- zentrale Apnoen - zA (oder cA für "clear Airway") : die kürzeste zentrale Apnoe, die ich bisher gesehen habe, lag bei 10 Sekunden - was der allg. Definition entspricht. Die Unterscheidung zur obstruktiven erfolgt beim SB mittels OPP. Das klappt umso besser je höher der Druck ist.
Mal so als Faustregel: ab 7 cmH2O klappt das schon recht zuverlässig - 6-7 ist ein Grauraum und von der Maske abhängig - drunter ist das bei FFMs meist "Fischen im Trüben".
Es schadet nichts, wenn man insbesondere in den unteren Druckbereichen erstmal von obstruktiven Apnoen ausgeht und dementsprechend reagiert - erst wenn die dann zunehmen, dann waren es wohl "echte" zAs.
(Es erfolgt logischerweise keine Druckänderung.)

- obstruktive Apnoen - oA: die kürzeste obstruktive Apnoe, die ich bisher gesehen habe, war 7 Sekunden lang oder eher kurz! - Die Definition einer Apnoe spricht von wenigstens 10 Sekunden in denen 90% der Zeit die Merkmale erfüllt sein müssen - das ist also schon ein "krasser" Unterschied im Vergleich zu ResMed, wo unter 10 Sekunden bei Apnoen so gar nichts festgestellt wird. Die Unterscheidung erfolgt mittels OPP.
Eine Obstruktive Apnoe bedingt eine sofortige Drucksteigerung - also nicht erst nach Ende der Epoche.
Die Epoche wird damit in jedem Fall zu einer esO.

- obstruktive Hypopnoe - oH und zentrale Hypopnoe - zH: die kürzeste, die ich bisher gesehen habe, war 10 Sekunden lang - was der Definition entspricht.
Sobald wenigstens ein Atemzug innerhalb der Hypopnoe-Dauer eine Obstruktion aufweist, wird es zu einer oH - sonst ist es eine zH.
ResMed z.B. zählt nur die Hypopnoen, die auch wenigstens einen Atemzug mit Obstruktionen aufweisen - die restlichen Hypopnoen (die man auch zweifelsfrei in der Atemkurve sehen kann - in SH z.B. mit den User-Flags (UF)) werden nicht gezählt.
Ich tendiere dazu, dass bei der Unterscheidung nur die Form der Atemkurve ausgwertet wird - das macht es dann nat. etwas schwerer, das vernünftig zu kalssifizieren, wenn die Hypopnoe stärker ist (also geringer Atemfluss) - da dann einfach 'weniger' zum Auswerten da ist. (sicherlich bei ResMed vergleichbar - wenn auch aufgrund der höheren Auflösung leichter nachvollziebar)
Prinzipiell tendiere ich auch hier zum Gleichen wie bei den zAs - ruhig erstmal von obstruktiven Ereignissen ausgehen und dann mal schauen, ob die nun verschwinden oder doch mehr werden.
Bei zentralen Hypopnoen geschieht (logischerweise) nichts. Beim Auftreten einer obstruktiven Hypopnoe wird die Epoche zu einer esO. Im Gegensatz zur Beschreibung beim Prisma erfolgt jedoch keine sofortige Druckänderung - sondern erst durch die Epoche nach ihrem Ende.

Cheyne-Stokes oder periodische Atmung werden nicht erkannt.

In SleepyHead kann man noch einen Status-Graphen sehen:
- Ganz unten das graue Mischmasch wird zu Linien, wenn man entsprechend hereinzoomed und ist die vom Gerät festgestellte Atemphase - also ob gerade Einatmung oder Ausatmung festgestellt wurde.
- Das orange sind die Flusslimitierungen PRO Atemzug - das ist also das nächste im Vergleich zum FL-Graphen oder dem Obstruktions-Graphen, was das SB anzubieten hat. Man darf auch hier davon ausgehen, dass der aktuelle Druckbereich eine Rolle dabei spielt, ob oder ob eben nicht hier ein "Eintrag" erfolgt. (Man kann an dieser Stelle z.B. sehen, warum eine eFL klassifiziert wurde oder eben nicht - viel mehr aber auch nicht.)
Es gibt hier nur qualitative Werte: also da oder eben nicht da. Es lassen sich somit keinerlei quantitative Aussagen zur Stärke treffen.
- Das blaue sind die "Hypopnoen" - Eine Reduktion des Atemflusses über wenigstens 4 Sekunden führt hier zu einem "Eintrag" - ist es lang genug, dann wird es (zusätzlich) ein 'richtiges' Ereignis.
- Das grüne sind die "Apnoen" - sobald 6 Sekunden lang kein (oder nur sehr geringer?) Atemfluss vorliegt, gibt es hier einen Eintrag.

Die Flusslimitationen bzw. eher die Verteilung davon sind sicherlich nicht uninteressant - beim Rest wird es dann zunehmend uninteressanter. Bevor man in die Fliessrate oder den Atemfluss anfängt reinzuzommen, hilft sicherlich ein Blick auf den Status-Graphen - was hier keinen Ausschlag hat, ist in Hinsicht auf FLs, Hypopnoen und Apnoen (nicht RERAs und Schnarchen) sicherlich zweifelsfrei komplett ohne Belang.

Für den Status-Graphen liegt keinerlei Beschreibung oder Erklärung vor. WeinmannSupport zeigt die Atemphase mit an - die restlichen Daten werden weder von WeinmannSupport noch PrismaTS angezeigt.

Ich behaupte ja gerne, dass die Daten der Geräte mehr eine Protokoll- oder Alibi-Funktion haben, als eine wirkliche 'Auswertung' - die Geräte dort also nur speichern: ich habe das und das dort gesehen und deshalb dieses und jenes gemacht oder eben gerade nicht gemacht.

Geht man von dieser Sichtweise aus, dann sollte man das "Apnoe-Signal" vllt. eher so verstehen: "ich habe in den letzten 6(?) Sekunden keinen oder nur sehr geringen Atemfluss gemessen. Ich glaube, dass ist eine Apnoe - ich starte mal den OPP, um festzustellen, ob diese obstruktiv oder zentral ist."
Bei den Hypopnoen wird es dann ungleich schwammiger, da aufgrund der geringen Auflösung des Gesamt-Flusses (und damit des sich dann ergebenden Atemflusses) ein Nachvollziehen oder Auswerten etwas schwierig ist.
Bei den Flusslimitationen hingegen bin ich mir recht sicher, dass es nur das und nichts anderes darstellen will.

Ganz wichtig ist halt, dass man hier versteht, dass es sich insbesondere bei den Hypopnoen und Apnoen um unvollständige 'Ereignisse' handelt und die erstmal (zunächst mal noch sehr kurze) verschieden schwere Abflachungen in der Atmung kennzeichnen. (Bei ausreichender Länge werden diese dann natürlich zu 'richtigen' Ereignissen.)


Von besonderem Interesse ist noch das relative Minutenvolumen - rMV:
Was es darstellt, ist die prozentuale Veränderung des aktuellen Atemvolumens im Verhältnis zu einem gleitenden Durchschnitt der letzten Zeit. (vermutlich der letzten 2 Minuten^^)
Ich persönlich finde diesen Graphen deutlich leichter zu "lesen" als die Atemkurve, das AZV, das MV, die resp. Zeiten oder die resp. Rate ... am Ende ist ja doch die konkrete Atmung weniger spannend als die Veränderung davon.

Die (mittlere) "Leckage" - also die vom Gerät ... fange ich lieber nicht erst im Detail von an. So als "Richtwert" zu gebrauchen - mehr aber auch nicht. Läuft eher unter: besser als nix!
Ist da ein "Ausschlag", dann war da auch was - nur weil der Ausschlag direkt danach wieder verschwindet, heisst das aber leider nicht zwingend, dass auch die Leckage verschwunden ist. (Ist vermutlich so ein rechnen in starren(?) 2 Minuten-Fenstern-Ding^^)
Will man Leckagen wirklich 'bewerten', dann kommt man (leider) nicht am Gesamt-Fluss vorbei. Der Graph ist zwar in meinen Augen am schwierigsten zu lesen, da jegliches "festhalten" und Vergleichswerte (wie eine 0-Linie) komplett fehlen, aber immerhin sind es mal wirkliche Roh-Daten vom Gerät (relativ) unbearbeitet oder aufbereitet. Sich als gestrichelte Linie das Mittel anzeigen zu lassen, hilft in jedem Fall (ein bisschen).
Der Gesamt-Fluss ist halt alles: Leckagen (gewollte + ungewollte) + Atemfluss + was auch immer das Gerät zum Aufbauen des Drucks so erzeugen oder bewegen muss. (oder will ... )
Wenn eine Leckage entsteht, dann wandert die Kurve dort in der Höhe insgesamt nach oben - das tut sie aber auch bei Druckerhöhungen. (Bei einer Verringerung des Drucks wandert sie dann natürlich nach unten.) Wenn also keine Druckerhöhung erfolgt - aber die Kurve weiterhin oben bleibt, dann war die Leckage auch noch weiterhin vorhanden. - Hier muss man also eine Menge zeitgleich betrachten, um dafür ein Gefühl zu bekommen.
Bei längeren (deutlich über die Dauer von ein paar Epochen und relativ konstanten) Leckagen erkennt man recht schnell, dass das Gerät bei der mittleren Leckage davon ausgeht, dass keinerlei Leckage mehr vorhanden ist.

Darf man sich an dieser Stelle streiten, ob das dann 'Schrott' ist oder nicht - von ResMed sehen wir gar nicht erst den Gesamtfluss - ich habe da so meine Zweifel, dass die das (deutlich) besser hinbekommen.^^

Im Sinne der "Alibi-Funktion" und in Hinblick auf Leckage = Fehlerquelle relativiert sich dann diese Sicht.
Da könnte man dann den Rückgang der mittleren Leckage auch wie folgt interpretieren: Veränderung des Spülflows (= gewollte, kontinuierliche und berechenbare Leckage) erkannt - Gerätesteuerung und Parameter angepasst (= 'Qualität' der Daten ab hier wieder gewährleistet).
Zuletzt geändert von TBM am 12.10.2017, 10:28, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Unterschiede zur Prisma-Steuerung noch etwas herausgearbeitet


Zu viel Werbung? Hier kostenlos beim SCHLAFAPNOE Forum registrieren!
Profil von TBM
TBM
Moderator
Beiträge: 1275
Registriert: vor 11 Monaten
Gerät: SomnoBalance
Betriebsmodus: APAP
Druck: 6-14
AHI: 1-2 (15/35 ohne)
Befeuchter: SomnoAqua
Maske: AirFit F10 (FFM)

Re: Weinmann Somnobalance

Beitragvon TBM » vor 5 Tagen

Das alles heisst was? - oder Auswertung und Steuerung (II)

Mal abgesehen von CSR / PB und nur aus Sicht einer obstruktiven Schlafapnoe, ist das SB (bzw. H+L insgesamt) sicherlich das Gerät mit den meisten Ereignis-Markierungen. ... vielmehr ist nur aus den 2 Sensoren Druck + Fluss - also am Ende aus der Atemkurve - gar nicht an wirklich interessanten Dingen herausholbar.
Beim SB wird man ja eigentlich regelrecht mit fertig markierten Ereignissen erschlagen.

Die Kurven ansich sind zwar auch furchtbar interessant - aber beim SB reicht es eigentlich, wenn man seine Leckage überprüft und ansonsten nur die Ereignisse und ggf. noch den Druck anschaut.
Insbesondere die Einteilung in Epochen macht eine etwaige 'Auswertung' denkbar einfach - ist da keine Epoche, dann war da nichts wirklich interessantes. Zusammen mit den Artefakten kann man das noch ein wenig ins rechte Licht rücken.

Die Epochen darf man genau so verstehen, wie sie da sind - also als Stufen des Obstruktionsgrades: die leichteste Form der Obstruktion ist die Epoche mit Flusslimitierungen - dann kommen die milden Obstruktionen (mehr FLs, gelegentliches Schnarchen oder RERAs) und schliesslich die schweren Obstruktionen (obstruktive Hypopnoen + Apnoen, RERAs mit FLs, sehr viel Schnarchen).
Die Epoche mit Schnarchen nimmt ein wenig eine Sonderrolle ein: die kann auch zeitgleich mit anderen Epochen auftreten - dieses ist dann als "ein wenig schwerer" zu verstehen. (In SH werden an dieser Stelle die Farben überlagert - Schnarchen ist rot in der Standardeinstellung - eine milde Obstruktion wird dann etwas "violetter" - eine schwere Obstruktion ins dunkelrote gehend.)
Bei den anderen Epochen gibt es kein zeitgleich - da ist immer nur eine. (In WeinmannSupport und insbesonder PrismaTS finde ich die Epochen "etwas" unterrepräsentatiert.)

Insbesondere beim SB (oder H+L insgesamt) sollte man sich nicht verrückt machen mit irgendwelchen Werten und mehr auf das eigene Gefühl geben! Ist das eigene Gefühl nicht so toll, dann hat man mit der Fülle an Ereignissen auf jeden Fall auch genügend mögliche Kandidaten, auf die man die Schuld abwälzen (und ggf. reagieren) kann.

Was man immer im Hinterkopf behalten sollte: das sind Therapie-Geräte und keine Diagnose-Geräte! (Auch wenn das SB manchmal den Eindruck erwecken könnte.)
Die Dinger haben im Wesentlichen nur 2 Sensoren - und daraus leiten die alles ab. Das ist nicht vergleichbar mit einer PG oder PSG. (Die müssen nicht 'raten' bei den Positionswechseln / Artefakten - die haben dafür extra Sensoren!)
Wenn ich z.B. Heuschnupfen habe (oder meine Nase anderweitig "zu" geht) - ich aber noch 'problemlos' durch die Nase atmen kann (soweit man das als Mundatmer kann), dann sehe ich da auch ausgedehnte Episoden von verschieden schweren Flusslimitierungen. Die Unterscheidung was war da nun Nasenatmung und was waren "echte" Flusslimitierungen (i.S.v. mit Mundatmung), das endet dann oft im Kaffeesatzlesen.
Kann ich meinem Gerät keinen Vorwurf machen - Flusslimitierung bleibt Flusslimitierung - gegen das eine hilft nur Nasenspray gegen das andere nur mehr Druck. Für mich ist das ein Unterschied - für mein Gerät nicht.

Was ich damit sagen will: nicht immer ist das, was aus den Daten 'herausliest' auch das, was einem die Geräte erzählen wollen. Ebenso muss das auch nicht immer das gewesen sein, was da wirklich passiert ist.


Ich bezeichne die Steuerung des SB ja gerne als eher "zurückhaltend" so im Vergleich zum AutoSet-Algorithmus, die vorrangig auf nahezu jegliche Flusslimitation mit Druckerhöhung reagieren.
Das SB reagiert im untersten Druckbereich noch auf alles - inklusive Flusslimitierungen - mit zunehmendem Druck wird diese Reaktion dann immer geringer. An dieser Stelle sei angemerkt, dass auf (entsprechend langes) Schnarchen immer reagiert wird, da auch nur Schnarchen zur Klassifizierung emO und esO führen kann - je nach Stärke und Dauer. (Oder anders herum: ich habe noch keine Epoche mit Schnarchen gesehen, wo nicht zeitgleich auch eine emO oder esO war.)

Vergleicht man die Kurven vom SB und dem AutoSet-Algorithmus (z.B. in den verfügbaren 'Bench-Tests'), dann erzeugt der AutoSet-Algorithmus deutlich höhere Drücke als dies ein SB tut. Flusslimitationen kann natürlich der AutoSet-Algorithmus vollständiger 'behandeln' als ein SB - sofern die also das primäre Problem darstellen sollten, wird man es mit einem SB etwas schwerer haben. Dass eine erhöhte Atemanstrengung nicht unbedingt schlaffördernd ist, mag so sein - aber nicht jede Flusslimitation führt zwingend zu einer Obstruktion.
Hat man insbesondere mit hohen Drücken Probleme, dann ist die keinesfalls überschiessende Reaktion des SB sicherlich nicht verkehrt. (ResMed hat da ja auch eine 'soft' Option nachgepflegt und einen eigenen, noch sanfteren For-Her-Modus.)

Schon nur durch die Fülle an gezeigten Ereignissen steht sich das SB auch manchmal selbst ein wenig 'im Weg'. Die ganzen zentralen Hypopnoen unterschlägt ResMed einfach - nix zu sehen = alles schick - beim SB sieht das ja immer viel 'wüster' aus, sodass man denken könnte: ResMed erzielt bessere Ergebnisse.
Schickt man die exakt gleiche Nacht durch das SB und ein AutoSet und ich meine damit nur die Daten unabhängig von der Druckreaktion, dann wird das SB immer deutlich mehr Ereignisse produzieren. (siehe die obstruktive Apnoe von unter 10 Sekunden z.B.)
Das soll jetzt aber nicht heissen, dass nicht der AutoSet-Algorithmus schlechter oder besser wäre - leider haben nur wenige die Chance unterschiedliche Geräte auch wirklich zu testen und dann das individuell Beste oder die für einen 'bessere' Steuerung zu nehmen.

Bei den zentralen Hypopnoen sollte man auch insbesondere am Anfang - um ein "Gefühl" für die zu bekommen - mal genauer hinschauen. Insbesondere das davor und das danach ist manchmal sehr "erhellend".
zentrale Hypopnoe.JPG

Zurückblickend - in Kenntnis der nachfolgenden Zeit - ist es sicherlich keine Hypopnoe - sondern die Rückkehr zur normalen Atmung. Die Geräte müssen das aber adhoc entscheiden und können nicht erst 5 Minuten später feststellen "ja, da war was - nun auch egal^^".


Während man beim AutoSet sicherlich eher den oberen Druckbereich optimiert bzw. eher limitiert, ist beim SB der untere Druckbereich entscheidender für eine sinnvolle Therapie.

Insbesondere in Druckbereichen unter 6-7 cmH2O sieht man beim SB oft eine Fülle an zentralen Ereignissen - bzw. einen recht hohen Anteil. Ein Grossteil davon stellt sich am Ende zurückblickend oft als tatsächlich obstruktive Ereignisse heraus. Ob da jetzt die eingesetzte Unterscheidungs-Technik und -Form der Grund für ist oder doch eher die Tatsache, dass ResMed deutlich früher, extrem proaktiv auf die Flusslimitierungen reagiert und damit derartige Situationen (nämlich die Entscheidung der Apnoe im niedrigen Druckbereich) von vornherein vermeidet, das sei mal dahingestellt.

Dafür reagiert das SB auf RERAs und die erkennt es extrem proaktiv - so ein wenig relativiert sich damit das "zurückhaltende".

Im Wesentlichen erfolgt die Drucksteuerung so:
Am Ende einer Epoche (oder bei OAs sofort) erfolgt die entsprechende Druckerhöhung. (Die Geschwindigkeit dieser Druckerhöhung kann man nebenbei einstellen in den Werten von 0,1 - 0,4 cmH20 pro Sekunde.) Wenn es in den darauffolgenden 2 Epochen keine Klassifizierung gab, dann erfolgt eine Drucksenkung in kleinen Schritten in Epochen-Abständen (also ca. alle 2 Minuten). Die Grösse der Druckabsenkung ist vom aktuellen Druckbereich abhängig.
Das passiert solange, bis die untere Druckgrenze erreicht ist oder: bis eine Epoche klassifiziert wird.
So sorgen zwar eFLs nur im unteren Druckbereich für einen Druckanstieg - verhindern aber in den anderen Druckbereichen einen weiteren Abfall. Eine ganze Epoche ohne Klassifizierung setzt den Abstieg wieder fort.
Eine Epoche (oder eine OA) die einen Druckanstieg bedingen würde - entsprechend des aktuellen Druckbereiches - resultiert dann demensprechend in einem erneuten Anstieg.

Beim SB muss dann 'irgendwie' - unter Beachtung der Steuerung mit den Druckbereichen, den Problemen unter 6-7 cmH2O und natürlich dein eigenen, eventuellen Problemen mit höheren Drücken - einen halbwegs 'geeigneten' Bereich auswählen.
Richtig toll ist es natürlich immer, wenn man auf dem Gerät auch titriert wurde (also das Gerät auch in der Einstellungsnacht im SL hatte) und nicht irgendwelche Parameter eines völlig anderen Gerätes 'übergeklatscht' bekommt.

Wenn man seltenst bis nie in die oberen Druckbereiche oder an die Grenze der eingestellten Werte vorstösst (oder damit so gar keine Probleme hat), dann kann es durchaus Sinn machen, wenn man die obere Grenze erhöht. Damit erhöht man auch die Grösse des unteren Druckbereiches in dem das SB auf eFLs reagiert und auch insgesamt wird die Reaktion damit etwas stärker.
Schläft man in verschiedenen Positionen dann ist von dieser Option eher abzuraten, da die Wahrscheinlichkeit natürlich enorm zunimmt, dass man damit zu schnell in Bereichen landet, die Probleme verursachen, wenn man z.B. doch auf dem Rücken liegt / liegen bleibt.

Auch sollte man immer bedenken, dass man irgendwie seine Maske dicht bekommen muss. Je grösser der mögliche Spielraum wird, umso schwieriger kann das werden. Steht man durch die Leckage senkrecht im Bett, wenn die Obergrenze doch mal abgerufen wird, dann hat man auf jeden Fall alles falsch gemacht. :problem:

Die untere Grenze sollte immer das Gros der Obstruktionen verhindern. Ist der Weg von der eingestellten Untergrenze zur tatsächlich benötigten "durchschnittlichen" Untergrenze zu weit, dann handelt man sich nur unnötig Obstruktionen ein, die in jedem Fall vermeidbar gewesen wären.
Beim SB kommt dann das "zentrale-Problem" hinzu - diese Klippe sollte man nach Möglichkeit und sofern es es einen überhaupt betrifft umschiffen. Die exakte Grenze muss man bei sich selber herausfinden - Nach meiner Ansicht spielt die Maske, der Aussendruck (also die Höhe im Wesentlichen) und auch noch so ein bisschen die eigenen Atemwege da mit rein. Eine Pillow-Maske ist da sicherlich "präziser" als eine FFM - dieses 6-7 ist also mehr eine sehr grobe Schätzung (und auch vorwiegend für FFMs).

Im Optimalfall sind dann sämtliche Obstruktionen beseitigt, RERAs tauchen nur noch sehr vereinzelt auf und man sieht keine FL-Ereignisse mehr oder nur in Bereichen, wo auch noch eine Drucksteigerung deswegen erfolgt. (zentrale Hypopnoen nicht überbewerten^^)
Das Ganze natürlich unter der Beachtung und Bereinigung von Ereignissen des (normalen) Schlafphasenwechsels und ohne jeglichen SWJ.
(Und sofern man mit Aerophagie Probleme haben sollte, sollten die entsprechenden Druckbereich idealerweise nicht so lange und - so es geht - nicht so oft abgerufen werden.)
Man sollte auch immer nur Trends bewerten - also das Mittel von Wochen oder Monaten - und eben nicht nur eine isolierte Nacht.
Es gibt unzählige Faktoren, die den Schlaf beeinflussen - die eigene Atmung ist nur einer davon. Betrachtet man längere Zeiträume, dann relativieren sich äussere Faktoren stärker (mit zunehmendem Betrachtungsrahmen). Manchmal kann man die "Qualität des Schlafes" an den Daten ablesen - nicht immer war (nur) die Atmung daran schuld^^
Zuletzt geändert von TBM am 12.10.2017, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: noch ein wenig die Epochen herausgearbeitet und ein paar (wenige) Ergänzungen


Zurück zu „Löwenstein Medical Technology (Weinmann)“

  • Das könnte Sie auch interessieren
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Kostenlos registrieren!

Wenn dir die Beiträge zum Thema "Weinmann Somnobalance" gefallen haben, du noch Fragen hast oder Ergänzungen machen möchtest, mach doch einfach bei uns mit und melde dich kostenlos und unverbindlich an:

Jetzt registrieren!

Registrierte Mitglieder genießen u.a. die folgenden Vorteile:

  • kostenlose Mitgliedschaft in einer seit 2003 bestehenden Community
  • schnelle Hilfe bei Problemen und direkter Austausch mit tausenden Mitgliedern
  • neue Fragen stellen oder Diskussionen starten
  • komplett werbefrei im Forum surfen
  • und vieles mehr ...

Auf sozialen Netzwerken teilen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste