Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

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Schlaflosimodenwald
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Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Schlaflosimodenwald » vor 6 Monaten

Hallo,

ich habe auch seit Jahren Durchschlaf Probleme, wurde auf Umweg vom Pneumologen über den Hausarzt zum Neurologen überwiesen mit Verdacht auf Imsonie. Der Neurologe hat mir innerhalb von 10 Min. Trimipramin Tropfen, anfangs 5 bis 25 verordnet. Auf meine Frage, das sei doch hoffentlich kein Antidepressivum, weil ich a. keine Depri habe und b. 2009 bereits von meiner "Hausärztin" Mirtazapin verordnet bekam (die Schlafapnoe wurde erst 2015 festgestellt). Was zur Folge hatte, dass ich gut 10 KG zunahm, zwar schlief aber auch tagsüber abgestumpft bzw. weinerlich wurde. Konnte mich nicht mehr konzentrieren. War ganz schlimm. Ich habe es schließlich wieder ausgeschlichen. Und jetzt fragte ich den Neurologen, der auch Schlafmediziner ist, nach dem Grund für meine Schlafstörung. Sagte er, das könne man so schnell nicht beantworten und er sucht erst einmal eine Lösung wie ich wieder durchschlafen könnte. Was ich ja auch möchte. Das Trimipramin sei zwar ein Antidepri, aber das sei nebensächlich für mich, es ginge nur darum, dass ich wieder durchschlafen kann! Also ich bin ganz bestimmt nicht depressiv. Ich mache Sport, laufe täglich 1,5 Std. oder eine Std. auf dem Laufband, habe Spaß und genieße mein Leben. Jetzt habe ich Angst, dass ich meine mühsam abgenommenen 7 KG seit Januar 2017 durch diese Tropfen wieder drauf bekomme und am Ende wieder stumpfsinnig und nur mit Mühe meine Aufgaben erledige.

Wer weiß Rat? Bin für jede Alternative bzw. eigene Erfahrungen dankbar!


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Dr. Randelshofer
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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 6 Monaten

Hallo S,

Antidepressiva wie zum Beispiel Trimipramin oder Mirtazapin werden oft bei nichtorganischen Schlafstörungen eingesetzt, also wenn keine organische Ursache hinter der Schlafstörung steckt wie zum Beispiel Schlafapnoe, Schmerzen, Asthma, Herzprobleme usw.

Die Antidepressiva werden nicht verwendet wegen ihres antidepressiven Effektes, sondern weil sie als - in diesem Fall erwünschte - Nebenwirkung müde machen und den Schlaf stabilisieren.

Die möglichen unerwünschten Wirkungen haben Sie früher ja schon kennengelernt: Gewichtszunahme und tags Müdigkeit, weil die Präparate eine sehr lange Halbwertszeit haben, also lange über die Nacht hinaus nachwirken.

Es gibt aber auch Antidepressiva, die keine wesentliche Gewichtszunahme nach sich ziehen oder sogar zur Gewichtsabnahme führen. Welche das sind, kann Ihnen Ihr Neurologe sagen. Eines davon wäre beispielsweise Trazodon.

Grüsse

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Gitte2015
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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Gitte2015 » vor 6 Monaten

Wurden denn auch organische Gründe für die Schlafstörungen ausgeschlossen?
Z. B.:
-Eisenmangel verneint?
-Die Leber ist voll gesund?
-Mangelerscheinungen (Vitamine, Mineralstoffe) alle im Blut untersucht und ausgeschlossen?
Gerade, wenn man so viel Sport wie Du machst, hat man bei einzelnen Substanzen einen erhöhten Verbrauch (z. B. Kalium) und muss evtl. für einen Ausgleich sorgen.

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Schlaflosimodenwald
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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Schlaflosimodenwald » vor 6 Monaten

@ Dr. Randelshofer: Vielen Dank. Ich habe gestern telefonisch wg. Trazodon angefragt, bekomme heute im Laufe des Tages bescheid.

Die Überweisung zum Neurologen erfolgte auf Empfehlung des Pneumologen. Dort war ich wg. meiner Atemprobleme, bekam kaum Luft beim Treppensteigen, bei normalem Laufen konnte ich nicht Sprechen, weil mir die Luft wegblieb. Und auch so wurde meine Stimme manchmal immer leiser, wenn ich sprach. Der Lungenfunktionstest wurde mit SalbuHexal Spray etwas besser. Befund Pollen auf den Bronchien. Asthma schloss er aus. Bei der Prüfung meines Beatmungsgeräts bestätigte er meine Wahrnehmung, alle 1,5-2 Std. wach zu werden und empfahl eine Überweisung wg. Verdacht auf Insomnie.

@ Gitte2015:
Organisch wurde nichts untersucht. Meine Blutwerte vor ca. 1,5 Jahren waren gut. Ich ernähre mich ausgewogen, selten und wenig Alkohol, kein Nikotin. Der Brief des Pneumologen ging direkt an meine Hausärztin. Ich bin 2 Wochen später wg. eines Rezepts dort gewesen und habe nach einer Kopie für meine Unterlagen gefragt, da lag der Brief nicht gescannt noch im Körbchen. Die Überweisung habe ich mir dann so ausstellen lassen. Wenn ich jetzt noch nach einem neuen Blutbild frage .... :silent:

Ich habe auch schon versucht den Hausarzt zu wechseln, aber andere sind überlastet und nehmen nur noch Patienten aus dem Ort.
Deshalb gehe ich nur noch in Notfällen, oder eben Rezepte und Überweisungen dort hin.

Ansonsten nehme ich noch L-Thyroxin 100, 1x und Progestan 100 1x, Arthri-Verlan 2x, Magnesium Verla 1x.

Nach Bedarf: Salofalk Granu-Stix 1,5 g, Pantoprazol TAD 40 mg, Salbu Hexal 100 mikrogramm

Allergien: Kontrastmittel, Quecksilber, Novaminsulfon, Pollen: Erle, Birke, Staubmilben, Laktose


Hoch lebe der Datenschutz :lol:

Werde heute Nacht mit meinem Schnorchel in einem anderen Zimmer auf einer anderen Matratze schlafen.

Gruß

Andrea


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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von TBM » vor 6 Monaten

:wtf: Herz auch mal kontrolliert? Hast du vllt. mal richtig Sport gemacht und dann mehr oder minder plötzlich aufgehört? Sind die Atemprobleme mehr oder spontan aufgetreten oder kam das allmählich und wurde "nur" irgendwann zu einem Problem?

Was genau heisst "bekomme kaum Luft"? Hast du das Gefühl, dass du nicht wirklich einatmen kannst oder nur mit Anstrengung oder dass du nicht richtig ausatmen kannst und deshalb logischwerweise nicht genug einatmen kannst?

Kutschersitz, Lippenbremse sind ein Begriff? - Falls nicht mal googlen und mal wenigstens üben - Hilft in solchen Fällen wirklich sooooooooooooooo viel!

Pollen auf den Lungen + Allergien und dann kein Asthma? Wie äussern sich deine Allergien überhaupt? (Ich meine da vorrangig die auf Pollen)
(ich muss an dieser Stelle mal wegen des Quecksilbers nachfragen: ich dachte immer, dass Quecksilber für uns giftig ist und in jedem Fall vermieden werden sollte - ist das dann nicht eher ein "Feature" als eine "Allergie"?)

Über den Sinn und Unsinn eine Laktoseintoleranz als "Allgerie" einzustufen könnte ich ganze Bücher mit füllen ... aber letzlich spülen wir die Toilette mit Trinkwasser, während anderswo Leute verdursten ... da ist das irgendwie auch nur konsequent^^ :silent:

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Schlaflosimodenwald » vor 6 Monaten

@ TBM: Also eine Laktoseintoleranz anzugeben macht schon Sinn, weil es Bestandteil mancher Medikamenten ist. Was das nun mit Trinkwasser in Spülkästen zu tun hat, ... :silent:

Quecksilber macht auch Sinn, denn das kam so bis ca. Ende der 80er in Amalgamfüllungen vor. Einfach mal googlen ... :wink:

Das Herz wurde vorher kontrolliert. Habe mir eine Überweisung für den Kardio besorgt. :angel: Nach Belastungs EKG und Ultraschall, sagte er mir, dass ich a. nie Bluthochdruck hatte und ich meine Betablocker anfangen kann aus zu schleichen und b. sonst alles gut aussieht bis auf ein kleines "Loch", das mich aber nicht beunruhigen braucht.

Die Atmung ist mit dem Spray etwas besser geworden. Treppen schaffe ich wieder besser. Die Anstrengung ist beim Laufen und gleichzeitig Reden dann Luft zu holen. Leichte Steigungen mit Reden geht nicht. Luftholen fällt mir schwer. Das war auch beim Lungenfunktionstest der Fall. Aber ich war schon als junge Frau etwas kurzatmig und musste mir den einen oder anderen blöden Spruch anhören.

Allergien kann ich glaube ich um Gras ergänzen. Habe gerade den Rasen gemäht und das Gefühl ich hätte Haare im Hals. :crazy:

Die Lippenbremse und Kutschersitz Übungen werde ich mal machen.

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von TBM » vor 6 Monaten

o.O ich wollte das nicht in Abrede stellen oder dir zu nahe treten.
Quecksilber ist böse - Schwermetalle insgesamt - die sollte man in jedem Fall vermeiden. Übermäßig ausschweifende Reaktionen des Körpers auf den kleinesten Kontakt braucht man natürlich nie.

Bei der Laktose-"Intoleranz" habe ich eine zugegebener Maßen radikale Haltung, da für uns Säugetiere dieser Zustand der Normalzustand ist. LaktoseTOLERANZ ist die tatsächliche Abnormalität^^ (In jedem anderen Fall wären wir nie zur dominanten Spezies geworden^^)

Ich schliesse mal daraus, dass ich deine Allgergien dann eher in Atembeschwerden - eher nicht so im Sinne von Heuschnupfen - auswirken.
Mal Anti-Histamin versucht? (gibts auch in den verschiedensten Formen frei verkäuflich - aber auch auf Rezept! - weigert sich der Arzt das auf Kassen-Rezept zu verschreiben (im Gegensatz zu einem Privat-Rezept), dann ist er schlicht untauglich als Arzt^^)


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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Gitte2015 » vor 6 Monaten

@Gitte2015:
Organisch wurde nichts untersucht. Meine Blutwerte vor ca. 1,5 Jahren waren gut.
Fragt sich, ob bei den Blutwerten so viel untersucht wurde, um sagen zu können, dass Deine Müdigkeit nicht organisch sein kann?
Ich nannte oben ja nur ein paar Möglichkeiten, die auch zu einer Müdigkeit führen können. Es gibt davon sicher noch mehr ...
Nicht immer erfährt man vom Arzt, wenn etwas nicht stimmt ...

Z. B. bei Problemen mit der Leber, die man haben kann, ohne dass man Alkohol trinkt.
Viele Ärzte unterstellen bei erhöhten Leberwerten nämlich Alkoholmißbrauch und sprechen die Patienten nicht mal darauf an!
So ging es mir, die ich nun gewiß noch nie Alkoholikerin war. Nur weil einer der Ärzte dann mal sagte, dass meine erhöhten Leberwerte vom Alkohol kämen, wurde mir schlagartig klar, weshalb die Ärzte nie vorher auf die erhöhten Leberwerte reagiert hatten. Es stellte sich dann heraus, dass ich eine Leberkrankheit habe, die angeboren ist.

Ich würde daher jedem raten, wenn Schlafprobleme hat und oft müde ist, sich gründlich organisch untersuchen zu lassen. Denn wenn man etwas haben sollte, was behandelbar ist, so kann das den Schlaf auch günstig beeinflussen.


lg
Gitte

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 5 Monaten

Hallo TBM,
Ich schliesse mal daraus, dass ich deine Allgergien dann eher in Atembeschwerden - eher nicht so im Sinne von Heuschnupfen - auswirken. Mal Anti-Histamin versucht? (gibts auch in den verschiedensten Formen frei verkäuflich
Wenn es sich um ein allergisches Asthma handelt, helfen Antihistaminika nicht. Man braucht dann ein Kortisonspray zur Bronchienberuhigung und ein bronchienerweiterndes Medikament, entweder - bei seltenen Atembeschwerden - nur bedarfsweise, oder, wenn die Beschwerden häufiger vorkommen, als langwirksames Dauermedikament, dann sinnvollerweise als Kombinationspräparat mit dem Kortikoid.
- aber auch auf Rezept! - weigert sich der Arzt das auf Kassen-Rezept zu verschreiben (im Gegensatz zu einem Privat-Rezept), dann ist er schlicht untauglich als Arzt^^)
Das ist doch jetzt mal eine super Methode festzustellen, ob der Arzt gut oder ein Idiot ist, oder? :confused: Da spart man sich wenigstens die lästige Sucherei in den Internet-Arztbewertungen und so.

Rein nach Lage der gesetzlichen Vorgaben darf ich Antihistaminika wegen Heuschnupfen nur bei Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr verordnen, danach muss der Patient sich selbst mit freiverkäuflichen Präparaten versorgen. Wenn ich die Antihistaminika trotzdem auf Kassenrezept verordne und das Pech habe der glückliche Gewinner der zufälligen Stichprobe durch die Prüfkommission bei der Kassenärztlichen Vereinigung zu sein, darf ich die ungerechtfertigt verordneten Präparate selbst zahlen, indem sie mir bei der nächsten Quartalsabrechnung von meinem Honorar abgezogen werden.

Es gibt gewisse Ausnahmen von dieser Regelung. Ob die Regelung sinnvoll ist oder nicht steht auf einem anderen Blatt. Aber die Eignung eines Arztes daran festzumachen, ob er sich an die Vorgaben hält oder riskiert anstatt Krankenkasse oder Patient die Medikamentenkosten zu tragen, ist gewagt.

Grüsse

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von TBM » vor 5 Monaten

Das habe ich ganz sicher etwas zu harsch und zu allgemeingültig aufgeschrieben. Da haben Sie so in der Tat Recht.

Das Thema Verschreibungsfähigkeit (damit meine ich rotes Kassenrezept) von Medikamenten im Allgemeinen und von Histamin insbesondere ist für mich ein Reizthema - insofern entschuldige ich mich gleich für das Folgende im Voraus.
Sie wissen das am Ende ganz sicher deutlich besser als ich - ich bin nur Patient und sehe nur, was am Ende für mich unterm Strich bei raus kommt - was meine Ärzte tun müssen, damit das passiert, das bleibt mir - zum Glück - oft verborgen.

Unter gewissen Voraussetzungen ist Antihistamin aber dennoch absetzbar. Ich als Allergiker, der 'auch' Neurodermitis habe, habe da sicherlich "leicht" reden in diesem Punkt.
Ich habe keine Ahnung, ob es da Unterschiede in der Verschreibungsfähigkeit zwischen Ost und West gibt - Im Osten bekomme ich mein Antihistamin auch vom Pullmologen. Im Westen hatte ich Blasen an den Füßen, bis ich überhaupt einen Dermatologen gefunden hatte, der mir das auf rotem Rezept verschrieb - und wir reden hier von den gleichen Ärzten, die mir nen Epi-Pen, Celestamine und Salbutamol aufschreiben! (Pullmologen brauche ich nicht so oft - da habe ich noch keinen im "Westen")
Insbesondere als Neuro frage ich mich eh oft genug, warum ich gezwungen werden in eine Krankenkasse einzuzahlen, die mir lediglich einen minimalen Bruchteil meiner medizinisch zwingend notwendigen Behandlungskosten erstattet - insofern ist das in der Tat ein Reizthema für mich. (und ich habe nun wirklich genug - aber das was ich einzahle bekomme ich ohne einen längeren / schwerwiegenden Krankanhausaufenthalt dennoch nichtmal ansatzweise heraus.)

Da Asthma für mich nur im Falle einer anaphylaktischen Reaktion oder bei sportlicher Aktivität unter Pollenbelastung eine Rolle spielt (wo sich dann auch recht fix meine Haut oder der Heuschnupfen meldet), kann ich pers. nicht so viel zur Wirkung von Anithistamin da sagen. Ich kenne aber 2 Asthmatiker (einen in der Familie) wo Antihistamin bei denen fast zur Beschwedefreiheit führt. (Müsste ich jetzt lügen ... Loratadin oder Tevigal oder so schlucken die - auf rotem Rezept - allerings auch im Osten)

Wenn ich das recht erinnere, dann ist starker Juckreiz immer so eine Verschreibungsfähigkeit - damit sicher auch Nesselsucht - damit sollte das doch auch bei jedem "richtigen" Allergiker verschreibungsfähig sein!? Nesselsucht ist im Falle einer anaphylaktischen Reaktion keine totale Seltenheit.
Levocetirizin gibt es (meines Wissens nach) nur auf Rezept. (Also die TK zahlt nach ihren eigenen Informationen - 2 Jahre alt - Levocetirizin IMMER - wenn es denn nur verordnet wird. Levocetirizin ansich ist sicher streitbar - bei mir wirkt es! - Ein Filmstreifen Cetirizin am Stück oder Loratadin helfen hingegen nicht mal ansatzweise (mehr))
Im Westen steht bei mir aber auch immer ein mehrzeiliger Text drunter, warum das nun verschreibungsfähig ist ... passt dann immer nur genau das Antihistamin auf 1 Rezept - dann ist das voll; im Osten steht da nur das Antihistamin drauf.

Also nach meiner Erfahrung ist das schon verschreibungsfähig - wenigstens ich schlucke so ne N3 (100 Tabletten) in der Pollenzeit in deutlich unter 2 Monaten weg - und das mache ich schon solange, dass ich Fenistil-Tropen noch nehmen musste, weil es noch nix anderes gab. (... aber ich warte mittlerweile auch sehnsüchtig auf die nächste Generation an Antihistamin^^)
Würde mich jetzt wundern, wenn die ganzen Ärzte immer nur Glück hatten - in den Apotheken ruft das auch keinerlei Verwunderung hervor, wenn ich das mit nem roten Rezept will.
Ich kenne sogar jemanden, der das wegen einer Histaminose auf rotem Rezept bekommt.

... wie ich schon schrieb: ist so ein Reizthema für mich^^
Mag nicht bei jedem begründbar sein - aber es scheint dann doch verschreibungsfähig zu sein, wenn es denn wirklich "Not tut". <-- und genau darauf wollte ich eigentlich hinaus. So es hilft und wirklich Not tut, dann gibt es Wege, dass es verschreibungsfähig wird. Denn ich bin mir da schon bewusst, dass es auch in Deutschland genug Leute gibt, die ernsthaft krank sind und sich eben nicht die notwendige Behandlung leisten können (oder wollen) und nicht wissen, dass die Medikamente eben doch verschreibungsfähig sein können bzw. werden können.
(Ich unterscheide aber auch ganz dreist und herablassend zwischen "richtigen" Allergikern und ... na ich sage mal an dieser Stelle nur "anderen 'Allergikern'")

:shh:

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 5 Monaten

Hallo TBM,

schon klar, wer selbst schlechte Erfahrungen gemacht hat, reagiert schon mal mal gereizter. :wink:

Natürlich kann man unter bestimmten Umständen - wie ich geschrieben habe - Antihistaminika auch auf Kassenrezept verordnen. Im Fall eines "normalen" unkomplizierten Heuschnupfens ohne weitere Probleme ist das nicht der Fall. Erst bei Unwirksamkeit oder Unverträglichkeit der freiverkäuflichen Präparate, chronischen Beschwerden das ganze Jahr über, Hautproblemen usw. sind Präparate verordnungsfähig. Und dann auch nur die nicht frei verkäuflichen, sondern nur die, die es ausschliesslich auf Rezept in der Apotheke gibt.

Die verschiedenen Präparate haben bei verschiedenen Menschen unterschiedlich gute Effekte und unterschiedliche Nebenwirkungen (meist Müdigkeit). Deswegen gibt es nicht "das gute" Antihistaminikum, sondern man muss individuell ausptobieren, was gut klappt.

Die Frage, ob in Deutschland Therapien ausreichend bezahlt werden ist ein eigenes, abendfüllendes Thema. Dafür reicht meine Zeit jetzt nicht. Ich muss, nein darf mich jetzt mit meinem Sohn auf den Weg zu einem Ausflug machen.

Schönen Sonntag noch

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von TBM » vor 5 Monaten

Hallo Dr. Randelshofer,

Ihnen viel Spass mit Ihrem Sohn.
Vielen Dank für Ihre Erklärung - insbesondere dieses "erstmal muss man zeigen, dass alles andere nicht hilft" wird einem als Betroffener oft ja gar nicht so richtig klar und man sieht nur: der bekommt und ich nicht :surprised:
Ich schiesse da ja auch gerne schnell über's Ziel hinaus, verallgemeinere liebend gerne den Spezialfall zum Regelfall und stelle das dann auch noch absolut dar. :think:

Aber zum Glück haben wie Sie ja hier in diesem Forum und Sie stellen den gröbsten "Blödsinn" dann wieder richtig und 'wachen' darüber, dass sich so etwas gar nicht erst in den Köpfen verfestigen kann. :thumbup:
Da muss auch insbesondere ich mich bei Ihnen für Ihr unermüdliches Engagement hier bedanken :respekt: - und dieses trotz oder insbesondere aufgrund der Tatsache, dass hin und wieder auch mal Ihr ganzer Berufsstand über einen Kamm geschoren und verteufelt wird - wie man ja an mir hier sieht: auch völlig ungerechtfertigt; nicht zuletzt nur in Unkenntnis der Zusammenhänge.

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Re: Keine Depression, aber Antidepressivum wg. Durchschlafstörung

Beitrag von Dr. Randelshofer » vor 5 Monaten

Danke zurück an Sie und all die anderen, die sich hier engagieren.

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Und ein bissl grantig bin ich ja auch hin und wieder :wink:

Also auf weiterhin so gute Zusammenarbeit und Spaß an der Sache

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