Keine/weniger Allergiebeschwerden

Eine Allergie kann zur Schwellung der Nasenschleimhäute führen. Diese Verengung der Luftpassage kann ein baustein sein, der zum Schnarchen führt.
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Günther
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Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Günther » vor 7 Monaten

Servus Forum!

In der Vergangenheit habe ich öfter Allergiebeschwerden und Migräne gehabt.
Seit ich mit Maske schlafe, sind die Beschwerden verschwunden.
Meine Frage:
Kann das an der Luftfilterung durch das Gerät und den Atembefeuchter geschehen?
Wir Männer wollen ja immer alles erklären! Ich weiß, dass um ca. 5 Uhr Morgens der Allergien-Super-Gau stattfindet. Da schlafe ich aber heute mit Maske. Deshalb habe ich mir das Fehlen von Beschwerden mit der Luftfilterung durch das Gerät und eine zweite Filterung durch den Befeuchtet erklärt. Liege ich da richtig?

Gruß
Günther
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Gyuri
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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Gyuri » vor 7 Monaten

Ich kann da nichts bestätigen, habe aber auch den Eindruck, dass zumindest die gefilterte Luft einiges an Allergieerreger aus der Luft filtern kann. Beim Befeuchten der Luft wäre ich da etwas vorsichtiger mit solchen Annahmen. Da bekommt man eher noch (durch unsachgemäße Reinigung) Krankheitserreger hinzu. Allerdings sind die meisten Krankheitserreger im eigenen Umfeld harmlos weil man die gewohnt ist.

Wir haben leider starke Schimmelbildung in der Wohnung und besonders schlimm ist es im Schlafzimmer. Da ich aber immer mit CPAP schlafe,bekomme ich nur wenig davon mit. Halte ich mich aber sonst in dem Raum auf (wir haben dort einen zweiten TV…) bekomme ich oft Atembeschwerden. Jetzt habe ich von der Verwandtschaft einen starken Feinststaub-Luftfilter ausgeliehen, den ich immer mal laufen lasse, wenn ich mich NICHT im Raum aufhalte. Seither juckt die Nase nicht mehr so stark. Gerade im Schlafzimmer geht es nicht nur um Schimmelpilze sondern auch sehr stark um Milben.
Grüße vom Gyuri
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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Dr. Randelshofer » vor 7 Monaten

Hallo Günther,

was genau meinen Sie mit Allergiebeschwerden? Laufende Nase, juckende Augen, oder Husten und Atembeschwerden? Oder Hautjucken?

Und wogegen sind Sie denn allergisch? Wenn es Hausstaubmilben sind, ist Gyuri auf der richtigen Spur. Ein großer Teil des Milbenkots wird durch den Filter von Ihren Schleimhäuten abgehalten.

Wichtigste Behandlungsmaßnahme bei Milbenallergie ist die Sanierung des Betts: Die Matratze muss mit einem speziellen milbenallergendichten Überzug versehen sein (auf Neudeutsch Encasing). Decken und Kissen sollten eine waschbare Füllung haben, also keine Federn, auch kein Dinkelkisssen oder sowas. Solche Allergikerkissen und -decken sind im Übrigen auch die preiswertesten. Sie sollten dann alle paar Wochen mit 60° oder besser 90° gewaschen werden. Alternativ kann man die heißgeliebten Feder-/Daunenbetten auch mit milbendichten Überzügen versehen. Das Zeug raschelt aber und und ist steif.

Grüsse

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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon anlo007 » vor 7 Monaten

Hallo,
der Nebeneffekt des Geräts ist auch, das deine Atemluft nicht mehr zwischen der Bett-Wäsche angesaugt wird, sondern vom Nachttisch, wo es sicherlich weniger Hausstaub-Milbenkot gibt.
Daher kann deine Beobachtung schon stimmen.
viele Grüße vom Niederrhein

Andreas


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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon TBM » vor 7 Monaten

um 5:00 Uhr findet im Winter der Allergen-Supergau statt? ... was passiert da genau?

Ein nicht ganz zu vernachlässigender Faktor - neben der gereinigten Luft - ist aber schlichtweg die Tatsache, dass der gesamte(!) Organismus morgens auch wirklich ausgeschlafener bzw. richtiger: weniger gestresst ist und damit per se resistenter gegen Allgene ist! (jeder ernsthafte Allergiker kennt die Auswirkungen von Stress auf seine Allergien)

.. mit Neurodermitis kann ich davon abraten sein Bett luftdicht zu verpacken - mag dem einen oder anderen Allgergiker helfen ... aber komplett abgekapselt zu schlafen ist nun wirklich nicht das Wahre. ... Betten mit normaler Federfüllung kann man auch super bei 60° waschen (wobei sich da wirklich ein Trockner lohnt :lol: ) - Kunstfaser behauptet zwar immer gerne kochfest zu sein - klumpt aber gerne dann! ... bei den Matratzen wird es da schon schwieriger.

Aber hier hilft: einfach mal bei ordentlichem Frost draussen durchfrieren lassen - Hausstaubmilben sind dann grössten Teils kaputt. (kann man nebenbei auch mit Kopfkissen / Bett machen - sofern der Tiefkühlschrank gross genug ist) .. und natürlich wenigstens einmal im Monat gründlich die Matratze saugen.

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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Gyuri » vor 7 Monaten

Vor vielen Jahren unterzog ich mich mal einem Allergietest und man fand … nahezu gar nichts. Eine ganz leichte Unverträglichkeit gegen Paprika und Hefe nannte man nur, weil sonst nichts gefunden wurde. Dennoch wurde meine Frau und ich auch bezüglich Hausstaub (Milben) vor Federbetten gewarnt. So tauschte meine Frau dann alle Federbetten aus.

Weil sich die Milben auch sonstwie einnisten können, bekam ich nach einer entsprechenden TV-Sendung dann einen Ekel :confused:
und wusch unser komplettes Bettzeug auf 60°C mit einem "Kopfkissen-Programm" und gab alles auch in den Wäschetrockner. Das Bettzeug trocknete ich mit dem "Kissen-Programm", Betttücher, Bezüge und Matratzenbezüge wurden mit hoher Temperatur mit dem "Hygiene-Programm" getrocknet. Das kostete sicherlich viel Strom.

Vielleicht bilde ich mir nur was ein … :wink: … ich fühle mich aber seither wohler im Bett und die Kopfkissen sind DEUTLICH kuscheliger geworden. Das führt auch zu einem angenehmeren Schlaf.

Allerdings sollte man schon auch hin und wieder mal die Matratzen austauschen.
Grüße vom Gyuri
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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Dr. Randelshofer » vor 7 Monaten

Hallo TBM
Ein nicht ganz zu vernachlässigender Faktor - neben der gereinigten Luft - ist aber schlichtweg die Tatsache, dass der gesamte(!) Organismus morgens auch wirklich ausgeschlafener bzw. richtiger: weniger gestresst ist und damit per se resistenter gegen Allgene ist!

Na ja, das stimmt schon. Wie stark man auf Allergieauslöser reagiert, kann auch davon abhängen, wie gut oder schlecht man drauf ist. Allerdings ändert sich die Bereitschaft allergisch zu reagieren eher in grösseren Zeiträumen, nicht über Nacht.
kann ich davon abraten sein Bett luftdicht zu verpacken

Moderne Encasings sind nicht luftdicht, wie früher die folienartigen Überzüge. Die Mehrzahl ist heutzutage aus luft- und wasserdampfdurchlässigem Gewebe. Darin schwitzt man nicht.
Aber hier hilft: einfach mal bei ordentlichem Frost draussen durchfrieren lassen - Hausstaubmilben sind dann grössten Teils kaputt

Stimmt, die Milben sind dann tot. Das nützt aber nichts, weil man ja nicht gegen die Tiere allergisch ist, sondern gegen deren Ausscheidungen. Die bleiben auch bei Frost in der Matratze und verlieren durch die Temperatur nicht ihre allergieerzeugende Eigenschaft.
und natürlich wenigstens einmal im Monat gründlich die Matratze saugen.

Das ist nicht falsch, aber ebenfalls kaum wirksam. Der tief in der Matratze steckende Milbenstaub wird mit dem Staubsauger nicht entfernt.


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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Günther » vor 7 Monaten

Herzlichen Dank an alle fleißigen Antworter,

Ich habe (vor max. 10 Jahren...) einen Allergietest gemacht. Dabei kam raus, dass ich eigentlich gegen alles allergisch bin ;-)
In der Hauptsache aber gegen so gut wie alle Pollen. Der Arzt sagte mir, dass der Pollenflug gegen 5 Uhr am dichtesten sei, und dass ich deshalb besser mit geschlossenem Fenster schlafen solle. Der Pollenflug geht schon Mitte Januar los ...
Seit ich mit Maske schlafe, sind die Beschwerden weg. Das liegt wohl an der Filterwirkung von Wasser (ich reinige täglich meinen Atemluftbefeuchter) und den beiden Filtern an meiner Maschine (der weiße Feinfilter wird monatlich gewechselt, der grobere Schwammfilter wird wöchentlich gewaschen). Ich reinige übrigens täglich meine übrigen Gerätschaften (so wie ich auch täglich meine Unterwäsche wechsle - das hat nichts mit Hygiene zu tun, es ist eher zwanghafte, kindliche Reinheitsvorstellung;-))

Nochmals, herzlichen Dank für die Infos
Günther
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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon TBM » vor 7 Monaten

Ich wollte das wirklich nicht in Abrede stellen, dass das durchaus hilft. Nur das Grundproblem bei einem wirklichen Stauballergiker sind die Milben und die Nahrung für Milben. Punktuelle Lösungen lindern zwar den Leidensdruck - aber damit auch die Notwendigkeit etwas grundsätzlich zu verändern.

Als Allergiker, der sich nicht weiter als 10 Meter von seinem Epinephrin und Gummibärchensaft (Celestamine) entfernt, habe ich schon ne Menge ausprobiert über die Jahre ... insbesondere bei den Betten.
Die Kunstfasern taugen einfach nichts, wenn man noch mit Neuro gesegnet ist - spätestens nach einem Jahr klumpen die. (und das ist recht unabhängig vom Preis bzw. der Qualität ... lässt sich im Trockner noch beschleunigen - hängt man sie zum Trocknen auf, dann kann man sich das Waschen auch sparen, da die, bis sie trocken sind, auch schon wieder viele Allergene aufgenommen haben.)
Die Bettüberzüge mögen in der Tat besser geworden sein ... Am Ende fallen die Hautschuppen / Haare von oben nach unten in die Matratze und der Milbenkot folgt auch der Schwerkraft - so man nicht unbedingt auf seinem Bett Seilspringen macht dann ist die reaktive / allergene Fläche doch die obersten paar Zentimeter --> die kann man sehr gut absaugen. (Am Ende wirkt der bei mir zwingend erforderliche Matratzenschoner ja auch wie ein Art "Encasing")
Durch "Encasings" ändert sich nichts an der Menge der Milben"nahrung" die mein Körper so am Tag verliert - kann das nicht mehr ins Bett "einsinken" dann landet es eben im Bettgestell / vor dem Bett --> an der Menge des produzierten Staubs ändert sich dadurch wenig - lediglich der Ort wurde etwas verschoben.

Als wirklicher Stauballergiker ist doch das Bett nicht der entscheidende Faktor. Staubsauger sind da doch eher der wirkliche Feind. ... ist halt ein blöder Teufelskreis: der Staub muss weg, aber Kontakt mit Staub ist quasi ausgeschlossen. Als Asthmatiker gilt ja die goldene Regel: liegender Staub ist keine Gefahr.
Sicher ist der Raum, wo man die meiste Zeit verbringt immer ein guter Ansatzpunkt, aber aus eigener Erfahrung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es mehr hilft, wenn man konsequent Teppiche / Textilmaterialen aus der Wohnung entfernt (man kann sich wirklich mit Kunstleder anfreunden^^), wirklich alles, was man so an Kleinkram (auf den Schränken etc.) rumstehen hat, verbannt oder in Vitrinen stellt und für leicht zu reinigende Flächen sorgt. (Ich glaube, in der Innenarchitektur umschreibt man diese Notlösung dann als "modern" oder wahlweise "spartanisch".) Dazu noch einmal die Woche durchwischen und man kann für relative Staubfreiheit auch garantieren!

Es gibt in solchen Fällen aber 2 Sachen, die tatsächlich helfen: 1. ein Hausstaubsauger, wo die abgesaugte Luft komplett aus dem Haus heraus transportiert wird und 2. (wer ist schon nur gegen Hausstaub allergisch?) eine Lüftungsanalge mit Pollenfilter.
.. ist leider nur bei einem Neubau kosteneffizient umsetzbar - aber hilft tatsächlich enorm!

Dr. Randelshofer hat geschrieben:Allerdings ändert sich die Bereitschaft allergisch zu reagieren eher in grösseren Zeiträumen, nicht über Nacht.

Regelkreislänge: Stress --> sichtbare Hautreaktionen = ~2 Stunden bei mir. (Wobei bei einem Neuro da jetzt in der Tat, wie sie völlig richtig herausstellten, nicht unbedingt die Allergenreaktion der entscheidende Faktor ist, sondern - wenn auch nur anfangs - die fehlende aktive Unterdrückung des Juckreizes.)
Die Lehrmeinung, dass Stress / körperliche Aktivität allergische Reaktionen nicht maßgeblich beeinflussen bröckelt aber (auch insgesamt) - die erste (medizinisch) anerkannte Form ist WDEIA.
Fragt man richtige Allergiker, dann kann wohl jeder den Zusammenhang zwischen Stress / Aktivität und allergischen Reaktionen bestätigen (und mit "richtige" meine ich Allergiker, die bei einem anaphylaktischen Anfall nicht den Notruf wählen, sondern in ihre Tasche greifen und dann beim behandelnden Arzt einfach Nachschub bestellen).

Und damit ich damit dann noch schnell die Kurve vom OT zurück zur Fragestellung bekomme: Bei den Recovery Breaths nach einer Apnoe werden in der Tat eine Menge Allergene aufgewirbelt - weniger Recovery Breaths = weniger Allergenstimulierung.
Zudem kommt - wenigstens bei mir - hinzu, dass ich, seit ich eine Maske habe, mich weniger im Schlaf bewege. So es auch anderen so geht, werden durch die fehlende Bewegung auch weniger Allergene aufgewirbelt. (ja ich weiss ... ich muss da mal unbedingt einen Schlauchhalter basteln, der mir mehr Bewegungsfreiheit gibt :yawn: )

aber ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte:

cough.PNG

Bei dem Ausschlag im Druckkanal handelt es sich um einen Huster. ... scheint meinem Körper egal zu sein, dass die Luft zu 99,9x% rein ist - umspült man mich mit genug davon dann habe ich am Ende pro Zeit genauso viel Allergene gesehen wie ohne^^
(Ich bin mir da zu 100% sicher, dass es Husten ist und da das nur auftritt (aber nicht immer), wenn mein Atemvolumen einen gewissen Grenzwert in einem recht begrenzten Zeitfenster von <5-10 Minuten überschreitet, wage ich zu behaupten, dass es eine Allergenreaktion ist. ...aber ich hielt das auch anfangs einfach für Messfehler :crazy: )

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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Günther » vor 7 Monaten

@TBM: WOW, das ist aber eine umfangreiche Antwort!

Herzlichen Dank für deine Mühe, jetzt bin ich noch schlauer als vorher.
Unabhängig vom tatsächlichen somatischen Reiz, der bei einer Allergie fraglos vorhanden ist, möchte ich dir als psychosomatisch angehauchter Psychologe noch einen kleinen Hinweis geben: Allergien beinhalten auch einen nicht unerheblichen psychischen Aspekt (Stichwort: "holy seven").

Einen Beweis dafür lieferst du gleich mit: dein an dieser Stelle nicht begründbares Husten (im Messschrieb). Allergien können im Rahmen einer Psychotherapie erfolgreich gelindert, in manchen Fällen sogar komplett abgestellt werden. Einen weiteren Beweis dafür lieferst du in der Korrelation Stress/Allergie.

Herzlichen Dank für deine Mühe
Günther
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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon TBM » vor 7 Monaten

:biggrin: nur weil wir Neuros heissen, bedeutet das nicht, dass die real existierende Krankeit psychosomatische Ursachen hat. (aktueller Forschungstrend geht in Richtung Darm bzw. wohl zutreffender eine Störung im Mikrobiom)
Die Regelkreislänge Stress -> Reaktion liegt bei einem Neuro - meiner in diesem Fall nicht ganz so bescheidenen Meinung nach - in dem Umstand geschuldet, dass ich den ganzen Tag aktiv den Juckreiz unterdrücke. Bin ich abgelenkt / gestresst, dann sind meine geistigen Kapazitäten anderweitig eingebunden und stehen nicht mehr der aktiven Unterdrückung zur Verfügung, sodass mein Körper dann unterbewusst das tut, was er für richtig hält. (und nein! die Neuro geht auch nicht weg, wenn ich meine Hände ankette!)
Es ist dann natürlich eine Verschlimmerung bei Stress da - aber es ist leider im Umkehrschluss nicht so, dass die Neuro weggeht, wenn ich tiefenentspannt 1 Jahr ins Kloster gehe oder mich dauerhaft "auf eine Couch lege".

Wie ich bereits schrieb, vertrete ich durchaus den Standpunkt, dass die Aktivität des Organismus als Ganzes einen entscheidenen Einfluss auf die Allergie hat und auch der Regelkreis "Kopf" <--> "Körper" eine Rolle spielt (sofern er überhaupt mit der Allergie zusammenhängt) - dieses bezog sich aber weniger auf die Psychosomatik als schlichtweg den Allergen-Durchsatz im Körper.
Wenn ich entspannt bin, mich flüssiger bewege, ruhiger atme, genug geistige Kapazitäten zur Kontrolle und Unterdrückung von Allergenreaktionen habe (ist ja an dieser Stelle egal, ob ein Neuro jetzt seinen Juckreiz kontrolliert oder ein Asthmatiker seine Atmung), dann liegt die Ursache in der effektiven Allergenkonzentration und -reaktivität und nicht im Bereich der Psychosomatik!
Es ist nicht der Stress oder sonstige Umstände, die die Reaktion hervorrufen (nehmen wir mal zur Vergelichbarkeit an, dass die Allergenkonzentration gleich geblieben ist) sondern dann das Fehlen der Kontrolle. Ich pers. habe kein Problem mit Stress (egal ob negativer oder positiver) im Job: ich spare mir einfach genug Leistungsfähigkeit auf, um eben diese Kontrollfunktion (wenigstens grössten Teils) aufrecht zu erhalten. Wir spielen z.B. auch ab und an Sudoku auf Zeit gegeneinander - ich spiele halt nicht, wenn ich nicht auch gewinnen will ... die dann für die Kontrolle fehlende Leistungsfähigkeit merke ich i.d.R. umgehend!

Ich will das nicht abstreiten, dass diese - zugegeben absolute Einstellung - durchaus mit der Stärke meiner Allergien zu tun hat - aber wenn man eine "Allergie" hat, die allein durch die Lebensumstände auf 0 kontrollierbar ist, dann wäre eine Kur mal angeratener - da bekommt man in 3-4 Wochen alles Nötige über sich und seine Krankheit beigebracht^^ (und ist damit dann am Ende auf dem gleichen Stand).
Wenn ich mir die Kinder meiner Geschwister anschaue und mir dann ernsthaft jemand erzählen will, dass Kinder, schon bevor sie sprechen können, psychosomatische Probleme in einem Ausmaß haben, dass es für eine Allgie reicht, dann ist für mich die Grenze zur Esoterik deutlich überschritten.

Ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren - aber dann bitte nicht mit den sonst üblich zitierten Konfrontationstherapien unter dem Deckmantel der Psychosomatik - dafür gibt es die Hyposensibilisierung.

Nichts für Ungut - ist bestimmt etwas harscher als nötig ausgefallen ... aber als "Neuro" seit Geburt erhält man von mir immer eine "psychosomatische Reaktion", wenn man vom "Neuro" in Neurodermitis den Schluss zu Psychologie oder, noch besser, Psychatrie macht. Ich will nicht abstreiten, dass bei den heutzutage so rumlaufenden "Allergikern" bestimmt ein nicht zu vernachlässigender Anteil eher von einem Psychologen als einem Mediziner therapiert werden sollte, aber ich verbiete mir doch strikt den Umkehrschluss, dass alle Allgergiker mal auf die Couch müssten.

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Re: Keine/weniger Allergiebeschwerden

Beitragvon Günther » vor 7 Monaten

Lieber TBM,

Wenn ich in den Regen rausgehe, dann rechne ich damit, dass ich nass werde.
Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass ein Beitrag, den ich schreibe, immer auch nur in meinem Sinne beantwortet wird. Wir sind einzigartig, besonders wir, und deshalb können wir nicht gleich sein. Ohne die Akzeptanz des Andersseins unseres Gegenüber ist eine vernünftige Kommunikation nicht möglich.
Leider habe ich heute zu wenig Zeit, diesen auch sehr interessanten Beitrag von dir erschöpfend zu beantworten. Es ist mir aber ein Bedürfnis, dir meine respektvolle und akzeptierende Haltung zu signalisieren.
Nur soviel: wir Psychologen betrachten die Kollegen aus der Psychiatrie mit gemischten Gefühlen (was umgekehrt wohl auch zutreffend sein dürfte). Ich lege deshalb wert auf den Umstand, dass ich keine Ahnung habe, was ein Psychiater tatsächlich tut. Ich kenne die Arbeit eines Psychiaters nur vom Hörensagen; ich bin kein Psychiater und möchte deshalb auch nicht in einem Atemzug mit dieser Berufsgruppe genannt werden (was umgekehrt wohl auch zutreffend sein dürfte). Ich will damit nur sagen, dass Psychiater einfach ein ganz anderes Berufsbild haben und i.d.R. für ganz andere Störungen zuständig sind, von denen ich lediglich eine Ahnung habe.

Dein ahnungsloser Günther
Ich bin ich und wertvoll. (Virginia Satir)


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