Gewichtsreduktion und UVPP führten zu deutlicher Verbesserung

Ein erhöhtes Körpergewicht ist mit Schnarchen assoziiert und eine Verringerung des Körpergewichts geht häufig mit einer Reduktion des Schnarchens einher.
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Gewichtsreduktion und UVPP führten zu deutlicher Verbesserung

Beitragvon Octi » 24.01.2017, 10:21

Moin,

ich bin, wohl wie die meisten hier, Leidtragender eines OSAS. Körperlich passe ich wohl auch recht gut ins Bild.

- männlich
- mit 106kg deutliches Übergewicht
- Raucher
- unsportlich

Nur mein Alter mit Mitte 20 passt da nicht so rein, macht es aber nur schlimmer. Die erste Messung im Schlaflabor ergab einen AHI von 47 und einer minimalen O2-Sättigung von 72. Die zweite Nacht mit Maske war von den Werten und vom Gefühl her super. Dennoch konnte ich mich nicht einmal ansatzweise mit den Gedanken anfreunden ab sofort jede Nacht das Gerät zu nutzen und verweigerte es. Fragen nach Alternativen wurden immer mit dem „Goldstandard CPAP“ abgetan und wirklich zufriedenstellende Antworten gab es seitens der Ärzte nicht. Erst mit intensiven und langen Nachfragen gelang es sich nicht auf der Stelle zu drehen und mir wurde eine Schlafendoskopie vorgeschlagen.

Da ich eh schon seit Jahren mit deutlich vergrößerten Mandeln (aber nie ne Mandelentzündung gehabt), die diverse andere Beschwerden verursachen, zu kämpfen hatte, willige ich ein und zahlte die Endoskopie auch aus eigener Tasche. Dabei kahm dann auch raus, dass meine Mandeln die Atemwege blockieren und mein gesamter Rachen in sich zusammenfällt. Mir wurde eine UVPP vorgeschlagen wo die Mandeln entfernt, das Zäpfchen gekürzt und der Rachen gestrafft wird.

Die OP kann ich im Nachhinein niemanden leichtfertig nahelegen. Es war grausam! Über eine Woche Krankenhaus davon der erste postoperative Tag auf Intensivstation zur Überwachung. Und insgesamt drei Wochen abartige Schmerzen.

Zwei Monate nach OP nochmal ins Schlaflabor für eine Nacht zur Kontrolle. AHI von 35 und ähnliche O2 Werte. Wenn überhaupt hat es also nur minimal was gebracht. Erneut wurde mir eine CPAP-Therapie nahegelegt. Dieser stimmte ich dann auch zu. Der Termin zum Einstellen war aber erst in drei Monaten. Die Zeit wollte ich nutzen um meine körperliche Fitness ein wenig aufzupeppen.

Recherche zum Thema OSAS und Abnehmen führten aber nur sehr wenige Erfahrungsberichte bei Google und Co. zu Tage. Dazu kommt eine doch deutliche negative Tendenz von Ärzten und anderen Mitleidenden zum Thema Abnehmen. Einige Beiträge empfand ich schon sehr forsch. Selbst wenn die Chancen nicht perfekt stehen, ist abnehmen und Sport treiben sicherlich nie verkehrt, auch wenn es am Ende doch nichts bringen sollte.

Ich machte mich ans Werk und fing an abzunehmen. Diverse Systeme zum Punktezählen und diverse Kochbücher lies ich testweise einfach mal links liegen und fing an einfach weniger zu essen und meine warme Mahlzeit nicht mehr Abends einzunehmen. Dazu wurde moderat Sport getrieben und generell auf mehr Bewegung geachtet. Fazit: Ich hab innerhalb der drei Monate über 10 Kilo abgenommen und lag zum Termin im SL „nur“ noch bei 95kg. Damit bin ich von meinem Idealgewicht aber noch locker 10kg und mehr entfernt aber ein Anfang war gemacht.

Interessant war aber der letzte Monat gewesen. Ich merkte körperlich und seelisch einen großen Unterschied. Zum einen brauchte ich plötzlich zwei Stunden weniger Schlaf. Ich wache derzeit nach 6 Stunden ausgeruht aus und nicht wie früher nach 8-9 Stunden hundemüde. Seelisch war ich ausgeglichener und deutlich weniger reizbar… einfach zufriedener, schwer zu erklären. Meine Frau bestätigte mir, dass ich Nachts ruhiger schlafe.

Guter Dinge trat ich also meine zwei Nächte im Schlaflabor an. Dann am ersten Abend der Schock, ich sollte gleich die erste Nach mit CPAP Gerät schlafen. Eine Kontrolle sollte nicht mehr durchgeführt werden. Ich musste den Abend mit zwei Schwestern und der Ärztin diskutieren, dass wenigstens die erste Nacht nochmal kontrolliert wird. Unter Androhung einer dritten Nacht durfte ich dann ohne Maske schlafen. Bei der Auswertung am Morgen bin ich fast vom Stuhl gefallen. AHI von 7 und eine minimale O2 Sättigung von 90. Das konnte auch die an dem Morgen diensthabende Ärztin nicht wirklich glauben und ich musste die zweite Nacht auch noch bleiben. Dort waren die Werte leicht schlechter aber immer noch deutlich besser als früher. AHI von 9 und minimale O2 Sättigung von 88

Ich fuhr also ohne CPAP Gerät nach Hause. Dafür aber mit einem weiteren Termin in 3 Monaten. Ziel bis dahin mindestens 90kg oder sogar noch weniger. Die Hoffnung ist, dass ich dann keine nennenswerten Aussetzer mehr habe und als geheilt gelte.

Warum ich das alles geschrieben habe? Ich wollte in der Wüste der negativen Suchergebnisse und auch hier im Forum mal ein kleines Lichtlein anzünden. Evtl. hilft es jemanden wie mir irgendwann mal wenn er recherchiert. Abnehmen ist zumindest eine reelle Chance etwas zu Verbessern. Anatomische Besonderheiten werden damit sicherlich nicht umgangen aber sowas weis man in der Regel ja vorher. Die UVPP für meine Mandeln und meinen Rachen hat sicherlich auch einen Teil dazu beigetragen aber die sollte wirklich sehr gut überlegt sein. Ich würde es kein zweites Mal machen wollen. Lieber erst abnehmen und dann weiterschauen.

Gruß Octi

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Re: Gewichtsreduktion und UVPP führten zu deutlicher Verbesserung

Beitragvon Nils » 24.01.2017, 10:46

Hallo Octi,

vielen Dank für Deinen Bericht. Von Deinem Erfolg zu hören motiviert mich. Ich bekomme bereits seit 6 Jahren eine CPAP-Therapie. Damals hatte ich bereits Übergewicht und habe leider seither nochmals 10 kg zugenommen. Das muss anders werden!

Viele Grüße, Nils
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